Alleinstellungsmerkmal für Thüringen

Alleinstellungsmerkmal für Thüringen

Erfurt

Dr. med. Peter Hass bringt als neuer Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie am Helios Klinikum Erfurt neue Behandlungsmethoden mit

Eine Erweiterung des Spektrums für brachytherapeutische Anwendungen in Thüringen, die erste Klinik in Thüringen, die Oberflächenhyperthermie und Strahlentherapie kombiniert – der neue Chefarzt der Strahlenklinik im Helios Klinikum Erfurt hat Großes vor. Dr. med. Peter Hass hat zu Monatsbeginn seine Arbeit aufgenommen und bringt reichlich Erfahrung aus Magdeburg mit. Dort war der 56-Jährige zuletzt als Oberarzt beschäftigt. Jetzt sollen Patient:innen aus Erfurt und Umgebung von seinem Wissen profitieren.

„Die Bandbreite von Behandlungsmöglichkeiten bei Tumoren oder Rezidiven ist groß. Es gibt viel Bewegung in der Forschung und erfolgversprechende Entwicklungen. Die Brachytherapie und die Kombination von Oberflächenhyperthermie und Strahlentherapie sind eben solche Entwicklungen, auf die ich nun in Erfurt einen Fokus setzen möchte“, erklärt Dr. Hass.

Die Brachytherapie ist grundsätzlich nichts Neues. Neben den etablierten Anwendungen bei gynäkologischen Tumorerkrankungen oder beim Prostata-Karzinom können beispielsweise auch Leber- und Nierentumore oder Nebennierenmetastasen durch eine so genannte interstitielle Brachytherapie behandelt werden. Dabei erfolgt eine bildgestützte Applikation von Kathetern in den Tumor. „Diese lokale Therapie ist sehr effektiv und schont dabei das umgebenden Normalgewebe“, beschreibt Dr. Hass die Vorteile. Das Verfahren hat er in enger Kooperation mit der Klinik für Radiologie in Magdeburg schon häufig angewendet. „Ein weiterer großer Vorteil für die Patienten liegt in der kurzen Behandlungsdauer. Die Ergebnisse sind gleichzusetzen mit denen herkömmlicher perkutaner Bestrahlungsmethoden.“ Nur wenige Zentren in Deutschland sind aktuell darauf spezialisiert. „Für Thüringen wäre das ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“, so Dr. Hass.

Die Kombination von Oberflächenhypothermie und Strahlentherapie dient vor allem Patienten mit Rezidiven, also bösartigen Neubildungen. Insbesondere bei vorbestrahlten Brustkrebspatient:innen habe das Verfahren sehr gute Ergebnisse erzielt, weiß Dr. Hass.

Dr. Peter Hass folgt auf Dr. med. Michael Glatzel. Der renommierte Chefarzt hat sich in den Ruhestand verabschiedet und genießt nun die Zeit mit der Familie. In der Übergangszeit kümmerte sich die erfahrene Oberärztin Dr. med. Anke Simon um die Leitung der Strahlenklinik. „Ihr gebührt großer Dank“, sagt Dr. Hass. „Ich treffe auf eine hervorragend organisierte Klinik. Und auf ein hoch motiviertes Team. Gemeinsam können wir viel für unsere Patient:innen bewegen. Davon bin ich überzeugt.“