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Achtsam durch den Alltag
Am 15. August ist Tag der Erholung 2018

Achtsam durch den Alltag

Erfurt

Bewährte Techniken und Übungen zur besseren Körperwahrnehmung.

Wie würden Sie Achtsamkeit definieren?

Martin: „Achtsamkeit ist eine Möglichkeit, den Alltag neu zu entdecken und kennenzulernen. Es geht darum, die eigene Aufmerksamkeit mit voller Bewusstheit auf das Hier und Jetzt zu lenken, um so ganz intensiv und konzentriert mit sich selbst und der Umwelt in Kontakt zu kommen. Oft kreisen unsere Gedanken vor allem um die Vergangenheit, oder wir machen uns Sorgen um die Zukunft. Selten richten wir all unsere Gedanken auf die Gegenwart. So kommt es, dass wir eigentlich das Leben an sich verpassen, denn dieses findet im Hier und Jetzt statt.“
Lessau: „So schleichen sich zunehmend Automatismen ein. Wir schalten um in den Autopiloten, können uns nicht einmal richtig an unsere Handlungen von gerade eben erinnern. Wir nennen das den doing-mode. Um davon Abstand zu nehmen, müssen wir unser Handeln öfter bewusster wahrnehmen und in den being-mode umschalten.“

Warum ist Achtsamkeit so bedeutsam für das eigene Leben?

Martin: „Ein positiver Effekt durch ein achtsames Leben ist ganz klar zu sehen: Menschen, die einen Teil ihres Tages ganz bewusst wahrnehmen, reduzieren dadurch Stress. Achtsamkeit kann dabei helfen, mehr Bewusstheit, emotionale Stabilität, Konzentration und Präsenz zu entwickeln. Hier setzen auch Achtsamkeitsübungen an. Wer sie regelmäßig praktiziert,  kann dadurch wieder mit sich selbst in Kontakt kommen. Achtsame Menschen können besser Ursachen von Belastungen, eigene Stressreaktionsmuster und -symptome erkennen und sich die nötigen Fähigkeiten aneignen, gelassener mit den alltäglichen Herausforderungen umzugehen.
Lessau: „Kurzum: Sie können lernen, das Schöne im Kleinen zu erkennen und so mehr Glück im Alltag, in den kleinen Dingen erfahren.

Welche Methoden oder Techniken verhelfen zu mehr Achtsamkeit?

Martin: „Kleine, alltägliche Übungen können dabei helfen, im Alltag achtsamer zu sein. Es handelt sich dabei um Übungen, welche die Selbstbeobachtung und Wahrnehmung der Umwelt stärken. Achtsames Hören, Riechen, Schmecken, Spüren oder auch Sehen. Aber auch kleine Meditationsübungen, z.B. im Rahmen einer Atemmeditation oder eines Body-Scans. Letzten Endes geht es auch darum, eigene Gefühle und Emotionen bewusst wahr- und anzunehmen.
Lessau: „Wir müssen aus dem doing-mode ausbrechen und in den being-mode wechseln.  Bewährte Techniken für mehr Achtsamkeit sind Übungen zur Körperwahrnehmung. Dazu gehört  zum Beispiel Yoga. Hier werden Bewegungen und Atmung bewusst langsam und ruhig ausgeführt. Das reduziert Stress und man kommt innerlich zur Ruhe.“

Wie oft sollte man Achtsamkeit üben?

Martin: „Das ist ganz individuell. Wichtig ist: Es soll kein Leistungsdruck entstehen. Wir empfehlen ein paar Minuten täglich. Wenn man am Ball bleibt, stellen sich schnell Erfolge ein.“

Entspannter leben mit drei Mal einer Minute Achtsamkeit am Tag – Beispiele

  • Schließen Sie Ihre Augen, stellen Sie beide Beine fest auf den Boden und atmen Sie ganz bewusst mehrere Male tief ein- und aus. Nehmen Sie dabei bewusst einzelne Körperteile, Spannungen und Haltungen wahr.
  • Schließen Sie Ihre Augen, atmen Sie bewusst ein und aus. Zählen Sie nun die unterschiedlichen Geräusche und Töne, die an Ihr Ohr dringen. Sie werden staunen, wie viele Sie in der Regel „überhört“ hätten.
  • Aktivieren Sie alle Ihre Sinne bei gewöhnlichen Alltagsverrichtungen – bei den Mahlzeiten, beim Spülen, beim Baden, beim Warten an der Ampel oder an der Supermarktkasse.
  • Morgens: Springen Sie nicht sofort, vom Wecker getrieben, aus dem Bett. Werden Sie sich des Wachsseins bewusst. Dafür setzen Sie sich aufrecht und atmen mehrmals tief ein und aus.
  • Abends: Reflektieren Sie vor dem Einschlafen noch einmal, was Ihnen an diesem Tag besonders gut gelungen ist.

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