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Sichere Geburt - Frühgeburten vermeiden

Sichere Geburt - Frühgeburten vermeiden

Eine Frühgeburt wird definiert als Geburt vor der abgeschlossenen 37. Schwangerschaftswoche (SSW). Deutschland hat eine der höchsten Frühgeburtenraten in Europa. Dabei können die Risikofaktoren günstig beeinflusst werden und wir sagen Ihnen wie.

Frühgeburten durch Infektion

Gerade in der Schwangerschaft wirkt sich eine Entzündung besonders ungünstig aus, denn Reizstoffe können vorzeitig Wehen auslösen und so zur Frühgeburt führen. Wer die Gefahr kennt, die eine Frühgeburt für das betroffene Kind bedeutet, weiß, wie wichtig es ist, dass die Schwangerschaft nicht vorzeitig endet.

Scheidenbakterien als Schutz

Die Scheide der gesunden Frau ist von Milchsäurebakterien besiedelt. Diese Laktobazillen schützen auf zweierlei Weise vor Infektionen. Zum einen erschweren sie es Krankheitserregern, sich überhaupt festzusetzen.

Zum anderen verändern sie das chemische Milieu in der Scheide: Es wird saurer, d.h. der pHWert sinkt und die Sauerstoffspannung steigt. Damit wird diese Eintrittspforte für die meisten Krankheitserreger „unwirtlich“ und die Gefahr einer Infektion mit Entzündung nimmt ab.

pH-Wert als Warnsignal

Eine Infektion der Scheide geht meist mit einem Anstieg des pH-Wertes einher. Dieser Anstieg lässt sich leicht erkennen: Die Schwangere braucht nur einen speziellen Testhandschuh überzustreifen, einen Finger in die Scheide einzuführen und zu prüfen, ob sich der Teststreifen verfärbt. Bei Verfärbung suchen Sie bitte Ihren Arzt auf und lassen sich bei Nachweis einer Infektion behandeln.

Der Test sollte möglichst zwei bis drei Mal wöchentlich durchgeführt werden.

Mit einer Thüringer Frühgeburtenvermeidungsaktion untersuchten Frauenärzte, ob sich die Zahl der Frühgeburten vermindern lässt, wenn Schwangere selbst regelmäßig den pH-Wert in ihrer Scheide messen und sich bei zu hohen Werten bei ihrem Gynäkologen zur Behandlung vorstellen. Die Studie erbrachte ein eindeutiges und eindrucksvolles Ergebnis: Mit den Tests und den daraus gegebenenfalls eingeleiteten Behandlungen sank die Zahl der Frühgeburten fast auf die Hälfte!

Wir empfehlen Selbsttest

Aufgrund dieser Ergebnisse empfehlen wir die Untersuchung allen Schwangeren. Einige gesetzliche Krankenversicherungen bieten die pH-Messung in der Scheide bereits als Standardleistung an oder geben Test-Sets an ihre schwangeren Mitglieder aus. Sprechen Sie Ihren zuständigen Sachbearbeiter darauf an. Wenn Ihre Krankenversicherung keine Selbsttests anbietet, können Sie den Test auch in der Apotheke selbst kaufen.