Wartungsarbeiten Telefonanlage - eingeschränkter Kontakt zu Patient:innen

Aufgrund von Wartungsarbeiten kommt es am Dienstag, den 19.10.2021, sowie Mittwoch, den 20.10.2021, zu Einschränkungen der Telefonie im Helios Klinikum Erfurt. Betroffen sind die Gebäude der Geriatrie (Haus 13), Kinder- und Jugendpsychiatrie (Haus 14), sowie Erwachsenenpsychiatrie (Haus 15). In dieser Zeit funktionieren Festnetztelefone und Faxgeräte nicht. Um Kontakt mit Ihren Angehörigen aufzunehmen, nutzen Sie bitte Ihre privaten Mobilfunkgeräte.

Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

SOP Gynäkologische Anästhesie

Die Gynäkologie (griechisch γυνή gyné, ‚Frau‘ und -logie), oder auch Frauenheilkunde, ist die Lehre von der Entstehung, Erkennung, Behandlung und Verhütung der Erkrankungen des weiblichen Sexual- und Fortpflanzungstraktes. Wir beschreiben hier die perioperative anästhesiologische Betreuung unserer gynäkologischen Patientinnen und Patienten.

1 Prämedikation und Schmerztherapie

Patient und
Schmerzintensität
Therapie
Stufe 1:
leichte p.o. Schmerzen, z.B.
- Abrasio,
- Abruptio,
- Nachtastung,
- Konisation,
- MPE
- Prämedikation mit Ibuprofen 600 mg
- postoperativ auf Station bei Bedarf Ibuprofen 600 mg
Stufe 2:
mittelstarke bis starke p.o. Schmerzen
(d.h. Operationen außer Stufe 1 und 3), z.B.
- vaginale Uterusexstirpation,
- laparoskopisch assistierte vaginale Hysterektomie (LAVH),
- BET,
- Ablatio mammae,
- Laparoskopie
- Prämedikation mit Oxycodon 10mg p.o.
- Postoperativ 12stündlich 1 Tablette Oxycodon lt KG
- 6-8 stündlich Ibuprofen 400 mg p.o. +
- bei Bedarf 1 Tbl. Morphin 10 mg p.o.

Konzept für Ablatio, Brusterhaltende Therapie (BET), DIEP-FLAP
- Prämedikation mit 10mg Oxycodon p.o.
- bei Einlage eines Expanders, kompletter axillärer LNE und großen Tumoren Anlage eines PECS-I + II-Block
- Postoperativ ab 1.p.o. Tag
- 12stündlich 1 Tablette Oxycodon lt KG mg +
- 6-8 stündlich Ibuprofen 400 mg
- bei Bedarf 1 Tbl. Morphin 10 mg
Stufe 3:
starke p.o. Schmerzen, z.B.
- Wertheim-OP,
- Ovarialkarzinom,
- große Längsschnitt-Laparotomien,
- abdominale UE
- Prämedikation mit Ibuprofen 600mg p.o.
- präoperative Anlage eines tief thorakalen PDK (Th8/9) lt. Standard
- Liegedauer 2- 3 d
- nach Entfernung PDK:
- 12stdl. 1 Tbl. Oxycodon lt. KG
- 6-8stdl. Ibuprofen 600mg p.o.
- bei bedarf 1 Tbl. Morphin akut 10mg p.o.

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2 Spezielle gynäkologische Operationen

2.1 Kleine Eingriffe (Abruptio, Abrasio, Instrumentelle Nachtastung, Konisation)

  • Standardmonitoring
  • Steinschnittlagerung
    • Maskennarkose für Abrasio, Abruptio, Nachtastung
    • Larynxmaske für Konisation, Hysteroskopie
  • Sufentanil 10-15 µg
  • Propofolbolus lt. KG langsam i.v.
  • bei Abrasiones, Abruptiones, Nachtastungen: Aufrechterhalten der Anästhesie mit kleinen Repetitionsdosen Propofol (kurze OP – Zeit !)
  • bei Konisationen oder Hysteroskopie Aufrechterhalten der Anästhesie mit Volatilum oder Propofol
  • Nach Rücksprache mit dem Operateur muss auf dem Anästhesieprotokoll vermerkt werden, dass die Patientin bei weiterem unauffälligem Verlauf nach gynäkologischer Visite 3 h postoperativ entlassen werden kann

2.2 Laparoskopie, vaginale Uterusexstirpation, vaginale Uterusexstirpation mit Plastik, plastische Beckenboden-Operationen (PERIGEE)

  • Standardmonitoring,
  • Intubationsnarkose,
  • balancierte Anästhesie
  • bei Laparoskopie Trendelenburg-Lagerung, dazu gepolsterte Schulterstütze am nicht ausgelagerten Arm (in der Regel rechts, CAVE: Schultererkrankungen)

2.3 Abdominale Uterusexstirpation, abdominale Uterusexstirpation mit LNE, Wertheimsche Radikal-OP, Ovarial-CA, Vulvektomie

  • Standardmonitoring
  • Intubationsnarkose
  • tief thorakaler PDK (Th 8 – Th 11)
  • balancierte Anästhesie
  • gepolsterte Schulterstütze rechts wegen Trendelenburg-Lagerung (CAVE: Schultererkrankungen)
  • mindestens zwei großlumige periphere venöse Zugänge (1x 18 G, 1x 17 G oder größer)

2.4 LASH (Laparoskopische suprazervikale Hysterektomie)

  • Standardmonitoring,
  • Positionieren der venösen Zugänge wenn möglich nicht am Handrücken, da in Steinschnittposition Dislokationsgefahr
  • Intubationsnarkose
  • balancierte Anästhesie
  • Temperaturmonitoring und Wärmemanagement gemäß SOP Allgemeinanästhesie
  • Lagerung in Steinschnittposition, beide Arme angelagert ⇒ Infusionssysteme verlängern
  • gepolsterte Schulterstütze rechts, bei großen Patienten beidseits

2.5 MPE

  • Standardmonitoring
  • Larynxmaske
  • TIVA

2.6 Brusterhaltende Therapie (BET), BET mit Sentinel/axilläre LNE, Ablatio, Mammareduktionsplastik

  • Standardmonitoring
  • Larynxmaske
  • TIVA
  • BET/Ablation mit achsillärer LNE oder Expandereinlage sowie bei großen Mammatumoren PECS 1 und PECS 2 Blockade
  • venöser Zugang und nichtinvasive Blutdruckmessung an der nicht zu operierenden Seite
  • bei beidseitigem Mamma-Karzinom Anlage des venösen Zugangs nach Rücksprache mit dem Operateur; oft bereits zuvor operierte andere Seite möglich

2.7 Bauchdeckenplastik

  • Standardmonitoring
  • Intubationsnarkose
  • TIVA (p.o. Erbrechen ist ungünstig)
  • bei Bauchdeckenplastik ggf.  thorakaler PDK, Blasenkatheter, postoperativ "Knick-Bett" mit angewinkelten Beinen

2.8 TVT-Exact, alle Bandoperationen, Injektionen von Bulkamid und Botox

  • Standardmonitoring
  • Maske
  • iv-Sedierung mit Remifentanil
  • bei sehr aufgeregten Patientinnen mit Übelkeit ggf. Dexamethason und Ondansetron

2.9 Elevate anterior/posterior (vordere/hintere Scheidefixation)

  • Standardmonitoring
  • Larynxmaske
  • Balancierte Anästhesie

2.10 Kolposuspension nach Burch

  • Standardmonitoring
  • ITN wegen Laparoskopie
  • Balancierte Anästhesie

2.11 Sonderfall der angiographischen Myomembolisation

  • die Patientinnen erhalten zur Schmerztherapie einen tiefthorakalen PDK Th8-10 (KEINE Narkose!) im FMK-AWR lt. SOP
  • Bestücken des PDK mit 6 ml der Ropivacain und 10µg (2ml) Sufentanil
  • Kontinuierliche Applikation von Ropivacain 0,375% 6 – 10 ml/h
  • nach Überprüfen der Kreislauffunktion wird die Patientin durch die Station in die Angiographie gebracht
  • nach Angiographie gelangen die Patientinnen zurück in den AWR FMK, damit die Qualität der Analgesie überprüft werden kann. Bei adäquater PDK-Wirkung kann sie auf Station verlegt werden.
  • Entfernen des PDK am 3. Tag nach Eingriff

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Stand, Kontakt, Haftung

Stand: 14.01.2019

Kontakt

Theresa Brand

Oberärztin
Theresa Brand

E-Mail

Telefon

(0361) 781-2051