Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

SOP Fiberoptische nasale Wachintubation

1 Vorbereiten des Patienten

  • Erklären des Vorgehens im Rahmen der Anästhesievisite, der Vergleich mit einer Magenspiegelung kann für den Patienten hilfreich sein
  • unmittelbar präoperativ im Einleitungsraum:
    • abschwellende Nasentropfen in beide Nasenlöcher
    • Lidocain-Spray an Rachenhinterwand und in beide Nasenlöcher
    • übliche Vorbereitung mit venösem Zugang und Monitoring
    • bequeme Lagerung 

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2 Vorbereiten des Instrumentariums

  • Bronchoskop + Lichtquelle, am besten mit Kamera und Videoturm
  • Bronchoskop prüfen und fokussieren, Weißabgleich, Zacke auf 12:00 Uhr, Absaugung prüfen
  • Woodbridge-Tubus Größe 6,5 Ch
  • ggf. Fußbank für Anästhesisten

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3 Vorbereiten der Medikamente

Sedierung

  • oberstes Ziel ist das Erhalten der Spontanatmung sowie eines kommunikationsfähigen Patienten mit Dämpfung des Husten- und Würgereflexes.
    • Möglichkeit 1: Remifentanil 1 mg/50 ml (20 µg/ml) mit einer Laufrate von 30% des idealen Körpergewichts (frühzeitig anlaufen lassen, da sich der Medikamentenwirkspiegel erst nach 10 min dem Zielspiegel zum Tolerieren der Maßnahmen annähert, Monitoring und klinische Überwachung von Beginn an nötig)
    • Möglichkeit 2: 5 µg (-weise) Sufentanil iv., Intervall 3 – 5 min bis erwünschte Sedierungstiefe erreicht ist
    • Lokalanästhesie 4 x 10 ml – Spritzen mit je 1 – 2 ml Lidocain 1% + 9 ml Luft
  • Notfallmedikamente:
    • Atropin
    • Noradrenalin

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4 Vorgehen bei fiberoptischer Wachintubation

  • Auswahl des Nasenloches zur Intubation und Applikation abschwellender Tropfen
  • Hilfsperson zur Überwachung der Vitalfunktionen
  • Präoxygenieren über dicht sitzende Maske
  • wenn Sedierungstiefe erreicht, Sauerstoff-Insufflation über gegenseitiges Nasenloch mit 8 l/min oder via Bonchoskop
  • ggf. Raumlicht abdunkeln 
  • Tubus über das Bronchoskop führen, Einführen des Bronchoskopes über unteren Nasengang bis in den Oropharynx
  • Aufsuchen des Kehlkopfes, dabei Schleimhautkontakte vermeiden
  • Patient zum tiefen, gleichmäßigen Atmen anhalten, Sprechen erleichtert das Erkennen der Stimmritze
  • evtl. Esmarch-Handgriff durch Hilfsperson
  • Lokalanästhesie von Pharynx, Epiglottis, Stimmbändern und Trachea mit jeweils 1-2 ml Lidocain 1% über den Arbeitskanal des Bronchoskopes, dabei das Saugen unterbrechen, Einwirkzeit 1 min abwarten!
  • Instillagel® ins Nasenloch und an den Tubus
  • wenn Trachea sicher mit dem Bronchoskop intubiert wurde, Tubus einführen, Passage der Stimmritze mit leicht drehender Bewegung
  • Lagekontrolle mittels Bronchoskop, erst danach Anästhesieinduktion
  • Beachte: Nach Lokalanästhesie zur fiberoptischen Intubation darf der Patient 2 h nicht essen oder trinken (Aspirationsgefahr).

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Stand: 21.02.2019

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