Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

SOP Ultraschallgestützte Regionalanästhesie

Das Anwenden des Ultraschalls ist aus der modernen Anästhesie nicht mehr wegzudenken. Empfindliche Technik ermöglicht hochauflösende Bilder, und in der Hand des Geübten erhöht sich die Sicherheit der Patienten. Die folgenden Hinweise sind zu beachten, um eine optimale Darstellung der anatomischen Strukturen zu ermöglichen und den Hygienevorgaben zu entsprechen.

1 Indikation

  • in der Regel Linearsonde verwenden
  • geeignetes Preset (Nerven, Vaskular, ...) für die jeweilige Blockade wählen
  • Bildoptimierung der Zielstruktur (Tiefe/Fokus/Helligkeit (Gain)/Frequenzanpassung)
  • Zusätzlich wird auf den korrekten Umgang mit Ultraschallgeräten hingewiesen.

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2 Grundsätzliches

  1. Entscheidend für die Sicherheit der jeweiligen Nervenblockade ist die sichere Visualisierung der Nadelspitze im Ultraschallbild.
  2. Der Schliff der Punktionsnadel ist auf den Ultraschallkopf hin ausgerichtet.
  3. Die Aspiration an der Lokalanästhetikaspritze ist während der Annäherung der Nadel an die Zielstruktur nicht erforderlich.
    Grund: Die über die Spritze-Nadelverbindung ggf. aspirierte und dann bei Gabe des Lokalanästhetikums applizierte Luft kann die weitere sonografische Darstellung der Zielstruktur erschweren/verhindern.
  4. Vor Injektion des Lokalanästhetikums ist eine Aspiration möglich; in jedem Fall wird zunächst nur eine Testmenge von 0,5-1 ml Lokalanästhetikum gegeben und dessen Verteilung dargestellt.
    Bei Blockaden/Kombination von Blockaden, bei denen die Lokalanästhetikagabe an die Maximaldosierung des Lokalanästhetikums reicht, ist die Hydrolokalisation mit NaCl 0,9 % zu empfehlen.
    Die regelrechte Ausbreitung des Lokalanästhetikums um den Nerven wird während dessen Gabe durch Schwenken und Kippen der Ultraschallsonde verfolgt.
  5. Ein direkter Nadel-Nerv-Kontakt und eine intraneurale Lokalanästhetikagabe sind zu vermeiden.
    Ziel vielmehr ist, dass sich das Lokalanästhetikum zirkulär, zumindest aber c-förmig, um den Nerven ausbreitet (Ausnahme interskalenäre Blockade, hier reicht die Gabe des Lokalanästhetikums von lateral an die Nerven).
    Bei versehentlicher intraneuraler Position ist die Korrektur der Nadellage erforderlich; wird bei der Testmenge ein Anschwellen des Nerven beobachtet (unbemerkte intraneurale Lage der Nadelspitze), wird die Nadelspitze soweit zurückgezogen, bis sich das Lokalanästhetikum extraneural ausbreitet.
     
    Hinweis zur Sicherheit:
    Grundsätzlich keine Injektion des Lokalanästhetikums gegen einen erhöhten Stempeldruck bei der Injektion.
     
  6. Die korrekte Ausbreitung des Lokalanästhetikums via Katheter sollte immer sonografisch kontrolliert werden, um eine gute Wirksamkeit sicherzustellen.

    Hinweis:
    Bei sonografisch gestützten Katheteranlagen ist hierbei keine Dilatation mit NaCl 0,9 % erforderlich. Vielmehr erfolgt zunächst die Nervenblockade, dann die Platzierung des Katheters und zuletzt mit 1 - 3 ml Lokalanästhetikum die Darstellung der korrekten Ausbreitung des Lokalanästhetikums.
     
  7. Die Kombination von Sonografie und Nervenstimulation ist unter folgenden Aspekten empfehlenswert:
    • sicheres Identifizieren der Nerven gegenüber anderen Strukturen (DD Sehnen)
    • allgemein schwierige Schallbedingungen und/oder tiefe Blockaden
    • unbeabsichtigte Nervenpunktionen auf dem Weg zur Zielstruktur können erkannt werden
    • das Beobachten und Kennen der jeweiligen Muskelantwort ist für die Regionalanästhesieausbildung wertvoll

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3 Hygiene bei Interventionen mit Ultraschall

  • Es gibt nur vereinzelt evidenzbasierte Empfehlungen bei Regionalanästhesien. Die aktuellen Empfehlungen beruhen vor allem auf Analogien zur ZVK-Anlage: „Was für einen ZVK gut ist, kann für andere Katheter nicht schlecht sein“.
  • Der Arbeitskreis Regionalanästhesie hat in seiner überarbeiteten Handlungsempfehlung
    „Hygieneempfehlungen für die Regionalanästhesie“ (1) darauf hingewiesen, dass auch ultraschallgesteuerte Punktionen aseptischen Kautelen genügen müssen.
  • Aseptisches Vorgehen
    • Bei einer Ultraschalluntersuchung ohne Punktion wird als Kontaktmedium Ultraschallgel verwendet.
    • Verbliebenes Ultraschallgel wird vor der Punktion entfernt
    • Händedesinfektion; mindestens 30 s
    • Hautdesinfektion; mindestens dreimalige Sprühdesinfektion über 2 min mit Cutasept G
    • Abdecken mit Lochtuch bei Katheterverfahren
    • Kleidung Single-shot: Kopfbedeckung, Mundschutz, sterile Handschuhe obligat
    • Kleidung Katheter: Kopfbedeckung, Mundschutz, sterile Handschuhe, Kittel obligat
    • Der Schallkopf muss mit einer geeigneten sterilen Hülle versehen werden; Abbildungen 1 und 2 zeigen den Schallkopf während der Vorbereitung mit einem Tegadermpflaster für eine Single shot-RA, Abbildung 3 stellt die Vorbereitung für eine RA-Katheteranlage vor.

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Vorbereiten des Schallkopfes in der Regionalanästhesie

Stand, Kontakt, Haftung

Stand: 01.07.2015

Kontakt

Dr. med. Achim Spenner

Oberarzt
Dr. med. Achim Spenner

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