Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

SOP Sattelblockade

Die Sattelblockade ist eine Sonderform des zentralen Regionalanästhesieverfahrens Spinalanästhesie, bei der sich die Anästhesieausdehnung auf das Perineum beschränkt. Ausgeschaltet werden nur die sakralen Segmente (S1-5), und bei korrekter technischer Durchführung bleibt die Motorik der unteren Extremitäten erhalten.

1 Definition

Beim Sattelblock beschränkt sich die Anästhesieausdehnung auf das Perineum. Ausgeschaltet werden nur die sakralen Segmente S1-5. Die Motorik der unteren Extremitäten bleibt in aller Regel erhalten. 

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2 Indikation

  • Operationen am Anus, z.B. Perianalabszesse o.ä.
  • ACHTUNG: die Vulva liegt außerhalb dieses Bereiches (L1) und wird nicht mehr von einer Sattelblockade abgedeckt

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4 Durchführung

  • Lagerung des Patienten: Patient sitzt auf dem OP-Tisch (gerade Unterlage); die Füße werden durch einen Hocker gestützt; Hüftgelenke, Knie- und Sprunggelenke stehen im rechten Winkel.
  • Tasten des Beckenkammes, entspricht LWK4 bzw. LWK3-LWK4
  • Punktionshöhe ist L4/5
  • gründliche Sprühdesinfektion mit Cutasept® über 10 Minuten. Dabei darauf achten, dass während der Desinfektionsmitteleinwirkzeit das Hautareal ausreichend feucht ist.
  • Lokalanästhesie wie bei PDK
  • horizontale Punktion zunächst mit der Führungskanüle, dabei vollständiges Einführen bis auf Hautoberfläche. Anschließend wird die Spinalkanüle mit Mandrin eingeführt. Auffällig ist der Widerstand des Ligamentum flavum.
  • Nach Erreichen des Subarachnoidalraums wird der Mandrin entfernt. Hier wird darauf geachtet, dass Liquor zurückkommt. Der Liquor muss klar sein.
  • Falls der Subarachnoidalraum noch nicht identifiziert werden konnte, muss für den weiteren Spinalkanülenvorschub der Mandrin wieder eingeführt werden.
  • Barbotage ⇒ Schlierenbildung durch Liquor im Lokalanästhetikum
  • Applikation von 0,5 - 1 ml Bupivacain 0,5 % hyperbar (Vorrat im Modulschrank Feinlager neben Saal 7) langsam injiziert. Das langsame Injizieren ist notwendig, um Verwirbelungen des Lokalanästhetikum zu vermeiden. Bei richtiger Technik bleibt die Beinmotorik erhalten.
  • Im Anschluss bleibt der Patient 15 min sitzen, um eine Blockade der sakralen Segmente zu erreichen. 

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Stand, Kontakt, Haftung

Stand: 01.07.2015

Kontakt

Dr. med. Achim Spenner

Oberarzt
Dr. med. Achim Spenner

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(0361) 781-2051