Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

SOP Intravenöse Regionalanästhesie nach Bier

Die intravenöse Regionalanästhesie (IVRA) oder die Blockade nach August Bier ist ein Verfahren der Regionalanästhesie, das operative Eingriffe an Arm oder Bein ermöglicht. Dabei wird die zu operierende Extremität von Blut entleert und abgebunden. Die Venen werden im Anschluss mit Lokalanästhetikum gefüllt, das von dort aus in sensible Nervenendigungen und Nervenbahnen diffundiert und in diesen die Schmerzweiterleitung blockiert.

1 Indikation

  • Handoperationen mit einer OP-Dauer < 60 min (vorzugsweise Karpaltunnelspaltung)

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2 Durchführung

  • Venenverweilkanüle in die Handrückenvene am zu operierenden Arm legen
  • Anlegen der doppelten Blutsperre
  • Auswickeln des Armes, dabei den Arm hochhalten!
  • Stauung des proximalen Cuffs auf 50 – 100 mmHg über dem systolischen Blutdruck
  • Injektion des LA, anschließend 12 – 15 min Wartezeit
  • danach Stauung des distalen Cuffs 50 – 100 mmHg über dem systolischen Blutdruck und Öffnen des proximalen Cuffs
  • i.v. Zugang am gesunden Arm.

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3 Hinweis

  • Blutsperre frühestens nach 45 min LANGSAM öffnen! Achtung: Gefahr von Herzrhythmusstörungen
  • postoperative Schmerztherapie bereits im OP-Saal beginnen.

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4 Literatur

  • A. Bier: Ueber einen neuen Weg Localanästhesie an den Gliedmassen zu erzeugen. In: Arch. klin. Chir. 86, 1908, S. 1007–1016.
  • Rolf Rossaint, Christian Werner, Bernhard Zwissler (Hrsg.): Die Anästhesiologie. Allgemeine und spezielle Anästhesiologie, Schmerztherapie und Intensivmedizin,. 2. Auflage. Springer, Berlin 2008, ISBN 978-3-540-76301-7, S. 683–685.

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Stand, Kontakt, Haftung

Stand: 23.01.2020

Kontakt

Dr. med. Simone Liebl-Biereige

Chefärztin | Klinik für Anästhesie, Notfallmedizin und perioperative Schmerztherapie
Dr. med. Simone Liebl-Biereige

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