ACHTUNG! Geänderte Besucherregelung

Informationen zu aktuellen Besuchsregelungen aufgrund der Corona-Pandemie finden Sie unter nachfolgendem Link: 

Alle Infos

(0203) 546-0
Corona(-Impfung) und Schwangerschaft

Corona(-Impfung) und Schwangerschaft

Duisburg

Die wichtigsten Fragen zu Corona(-Impfung) und Schwangerschaft

Sollte ich mich mit Kinderwunsch oder als Schwangere gegen Corona impfen lassen? Welches Risiko birgt eine Infektion mit dem Virus für mein ungeborenes Kind? Rund um das Thema Corona(Impfung) und Schwangerschaft gibt es viele Sorgen und Ängste der Betroffenen. Prof. em. Dr. (B) Frank Vandenbussche, Sektionsleiter der Geburtshilfe am Helios Klinikum Duisburg, beantwortet deshalb die häufigsten Fragen.

Besteht während einer Schwangerschaft eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Corona-Infektion?

Zunächst einmal ist es vielleicht beruhigend zu wissen, dass die meisten Erkrankungen von Schwangeren mit dem Corona-Virus weitestgehend ohne oder nur mit leichten Symptomen einhergehen. Das liegt daran, dass Schwangere naturgemäß in die jüngeren Altersgruppen gehören. Vor allem im ersten und zweiten Trimester liegt die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf nur bei etwa zwei Prozent. Im dritten Trimester wiederum erhöht sich die Zahl leicht auf etwa vier Prozent. Woran das genau liegt, ist noch unklar. Im Vergleich zu nicht-schwangeren Frauen im selben Alter ist das Risiko für einen schweren Verlauf damit leicht erhöht, was wohl auch mit der Doppelbelastung des Immunsystems zu tun, welches ja immerhin zwei Kreisläufe zu schützen hat.

Welche Risikofaktoren gehen mit einer Corona-Infektion in der Schwangerschaft einher?

Zum einen ist natürlich die Mutter von einer Erkrankung betroffen, die sich noch nicht ursächlich mit den passenden Medikamenten behandeln lässt. Darüber hinaus ist eine Behandlung, sollte es zu einem schweren Verlauf kommen, in der Schwangerschaft immer schwieriger, weil man bei der Arzneimittelgabe, auch immer den Einfluss auf das ungeborene Kind mitbedenken muss. Ist die Lunge der Mutter zudem stark betroffen und fällt dadurch die Sauerstoffversorgung im Blut, hat das unmittelbare Auswirkungen auf das Kind, das dann nicht mehr ausreichend versorgt wird. Hier muss dann eventuell ein Kaiserschnitt erfolgen.
Eine Übertragung des Corona-Virus über die Plazenta auf das Kind wiederum ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft eher unwahrscheinlich, dazu müsste sich das Virus vor allem im Blut ansiedeln und zudem in der Plazenta und beim Kind an den passenden Rezeptoren andocken. Es gibt vereinzelte Meldungen über infizierte Neugeborene, wo aber nicht immer ganz klar ist, wann die Ansteckung erfolgte, sprich ob vor der Geburt oder unter beziehungsweise nach der Geburt.
Fehlbildungen bei Kindern durch eine Ansteckung der Mutter mit SARS-CoV2 in der Schwangerschaft sind nicht bekannt, anders als etwa beim Zika-Virus oder anderen Erregern.

Wie lauten die aktuellen Empfehlungen für eine SARS-CoV2-Impfung während der Schwangerschaft?

Die STIKO (Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts) hat im Januar aktuelle Empfehlungen zum Thema herausgebracht, in denen eine Schwangerschaft an sich noch keine Indikation für eine Impfung ist. Sie verweist aber darauf, dass sich die Partner der werdenden Mütter impfen lassen sollten, um die Schwangere zu schützen. Aktuell dürfen Schwangere zwei enge Kontaktpersonen benennen können, die geimpft werden sollen und damit in Gruppe 2 fallen.
Gehören Schwangere wiederum in eine Risikogruppe der Priorität 1, etwa wenn sie in einer Klinik oder einem Pflegeheim arbeiten, spricht nichts gegen eine Impfung und wird sogar empfohlen. Natürlich sichern sich Hersteller von Impfungen durch entsprechende Warnhinweise in den Beipackzetteln ab, denn Studien an Schwangeren sind aus ethischen Gründen nicht erlaubt. Es gibt aber bisher keinerlei Anzeichen dafür, dass eine mRNA-Impfung ein Risiko für Mutter und Kind darstellt.

Es gibt Gerüchte, dass der Impfstoff Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben soll. Grund zur Sorge?

Behauptet wird, dass die Antikörper, die gegen das Spike-Protein gerichtet sind, sich auch gegen Strukturen der Plazenta richten und dadurch eine Schwangerschaft verhindern. Richtig ist, dass das körpereigene Protein Syncytin-1 und das Spike-Protein des Sars-CoV-2-Erregers eine marginale Gemeinsamkeit besitzen. Würde der Mythos aber stimmen, wären Frauen auch nach einer Corona-Infektion unfruchtbar bzw. bestünde eine Gefahr für die bestehende Schwangerschaft. Studien zeigen aber, dass dies nicht der Fall ist. 
Dafür vielleicht noch wichtig zu wissen, wie der Impfmechanismus funktioniert: Der mRNA-Impfstoff enthält die genetischen Informationen für das oben genannte Spike-Protein des Corona-Virus. Diese Informationen werden in die menschliche Zelle eingeschleust, das Protein nachgebaut und dem Immunsystem präsentiert. Die mRNA wird dann innerhalb kürzester Zeit wieder ab- und nicht in die menschliche DNA eingebaut, denn sie liegt im Zellkern, bleibt bei diesem Prozess unangetastet und wird nicht umgeschrieben.
 

Kathrin Gießelmann

Pressesprecherin
Kathrin Gießelmann

Telefon

(0203) 546-2229