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Schwerpunkt Anorexie

Wenn das Essen zur Qual wird

Wenn das Essen zur Qual wird

Wie kommt es dazu, dass ein Mensch inmitten eines Überangebots von Nahrung plötzlich das Essen verweigert und seinen Körper mit Absicht immer mehr abmagern lässt?

Menschen reagieren ganz unterschiedlich auf seelische Probleme, Unsicherheiten und Belastungen, ganz besonders in Entwicklungsphasen und Umbruchszeiten. So fällt der Beginn einer Magersucht häufig (aber nicht immer!) in die Pubertät - einer Zeit der Unsicherheit und Identitätssuche sowie einer kritischen Haltung dem eigenen Körper gegenüber.
Fest steht: Es gibt nicht den einen Grund, warum jemand in eine Essstörung gerät, häufig ist es eine Mischung aus gesellschaftlichen, individuellen oder familiären/partnerschaftlichen Komponenten. Die Hoffnung auf Anerkennung und Erfolg kann z.B. zu einem körperbewussten Lebensstil und der Einhaltung von Diäten führen. Letztere werden manchmal auch nur aufgrund von Lebensmittelunverträglichkeiten begonnen. Manche Menschen essen auch bei Stress einfach weniger oder lassen Mahlzeiten ganz aus. Bei bestimmter Veranlagung und zusätzlichen Belastungen kann das Essverhalten so außer Kontrolle geraten und schleichend in eine Essstörung übergehen.

Definition der Erkrankung

Bei der Magersucht, auch Anorexie genannt, versuchen Betroffene schließlich gezielt mit eingeschränktem Essen oder anderen Maßnahmen (z.B. speziell gewählten Lebensmitteln, übermäßig viel Bewegung) ein Körperideal zu erreichen, das sich dann ab einem bestimmten Punkt verselbstständigt und lebensbedrohliches Untergewicht zur Folge haben kann. Die Körperwahrnehmung ist dabei extrem verzerrt. Häufig stehen zudem ein starkes Leistungsstreben, ein Hang zu Perfektionismus oder eine gewisse Zwanghaftigkeit im Vordergrund. Die Themen Essen und Figur - bei einigen auch Sport - bestimmen zunehmend Gedanken und Gefühle der Betroffenen. Das Umfeld dagegen fühlt sich häufig hilflos.
Der Leidensdruck der Patienten ist sehr hoch, zumal sie in sozialen Begegnungen, die mit Essen einhergehen, eingeschränkt sind. Das kann zu starker Isolation, Einsamkeit und Verunsicherung führen. Die Betroffenen sind häufig verunsichert, da sie sich selbst als „normalgewichtig ansehen“ aber alle um sie herum in großer Angst sind und auf Behandlung drängen. Mit zunehmendem Untergewicht merken die Betroffenen dann aber auch selbst, dass es „eng wird“, etwa wenn Kreislaufprobleme, Haarausfall, Frieren, stetige Unruhe oder starker Bewegungsdrang auftreten. Dazu kommen auch Müdigkeit und Konzentrationsstörungen, Depressionen, Ängste und Zwänge sowie messbare Veränderungen im Blutbild. Die Erkrankung bestimmt dann das Leben von morgens bis abends. 

 

Habe ich eine Essstörung?

Da sich heutzutage viele Menschen mit gesunder Ernährung und Fitness beschäftigen, ist es manchmal nicht leicht zu erkennen, ob schon eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt.
Sollten einige der nachfolgenden Punkte auf Sie (oder einen Angehörigen) zutreffen, sollten Sie sich beraten lassen:

  • Ständige Beschäftigung mit dem Gewicht / häufiges Wiegen
  • Abnehmen und Diäten sind Lieblingsthema, dabei wird das angestrebte Ziel immer niedriger festgelegt
  • Sie sparen immer mehr Lebensmittel aus und beginnen, Kalorien zu zählen
  • Verzicht auf regelmäßige Mahlzeiten
  • Erbrechen nach dem Essen (Bulimie)
  • Deutlich erkennbarer Gewichtsverlust
  • Ständige Kritik am eigenen Körper
  • Dauerhafte Konzentrationsschwierigkeiten
  • Auffälliger Haarausfall, trockene Haut
  • Kälteempfindlichkeit, dauerndes Frieren
  • Ausbleibende Menstruation, Potenzprobleme

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Wenn Sie sich hier wiedererkannt haben, wünschen wir Ihnen, dass Sie den Mut finden, sich therapeutische Hilfe und Unterstützung zu suchen, bevor sich die Erkrankung verschlimmert und chronifiziert. Die besten Chancen auf eine Heilung ergeben sich aus einer möglichst früh begonnenen Therapie. Wir beraten auch Angehörige von möglichen Betroffenen und untertützen bei der Begleitung von Patienten.

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In unserer Klinik unterstützen wir Sie, Auslöser und aufrechterhaltende Bedingungen für Ihre Essstörung zu erkennen. Dabei geht es um Themen wie Selbstwertgefühl, Überforderung, seelischer Stress oder Traumata. Sie lernen, zwischenmenschliche Enttäuschungen und Frustrationen besser zu verarbeiten und eine für Sie angemessene Nähe-Distanz-Regulation zu finden. Sie erfahren Unterstützung und Begleitung um sich (wieder) wert zu schätzen, zu akzeptieren und selbstfürsorglicher mit sich umzugehen. Dabei hilft unter anderem die Körperbildtherapie. Hier geht es etwa um das medial verbreitete Schönheitsideal und Rollenvorbilder.

Auch Männer sind betroffen

Bei uns finden Patienten ab 18 Jahren Hilfe bei der Überwindung ihrer Anorexie. Auch wenn mehr Frauen davon betroffen sind, wird zunehmend auch bei Männern eine Magersucht diagnostiziert. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Kommen Sie gerne vorbei!

Sie haben Interesse an einer Behandlung auf unserer Essstörungsstation? Dann können Sie sich gerne für ein Vorgespräch in unserem Sekretariat anmelden.
Wenn Sie noch unentschlossen sind und sich erstmal vor Ort informieren möchten, bieten wir Ihnen in unserer regelmäßigen Infostunde die Möglichkeit, unsere Räumlichkeiten, das Team und das Behandlungsangebot kennenzulernen.

Den nächsten Termin können Sie ebenfalls in unserem Sekretariat erfragen.

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So erreichen Sie uns

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Unsere psychosomatische Abteilung befindet sich in der Helios Marien Klinik in Duisburg am Rheinpark.
Für weitere Informationen und Terminabsprachen:

0203 546 34101

jeannette.fischer@helios-gesundheit.de

Helios Marien Klinik
Grunewaldstraße 96 47053 Duisburg

Unser Flyer "Essstörungen bei Erwachsenen" Hier finden Sie eine übersichtliche Zusammenfassung der Krankheitsbilder und unseres Behandlungsangebots

Unser Behandlungskonzept

Wir helfen Ihnen

Jeder Mensch ist einzigartig in seinem persönlichen Schicksal, daher gehen wir individuell auf Ihre Bedürfnisse ein.