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Risiken im Alltag verringern

Risiken im Alltag verringern

Ob Kochplatte, Bügeleisen oder Kerzen - gerade im häuslichen Bereich lauern viele sogenannte thermische Gefahren für Kinder. Unfälle mit heißen Flüssigkeiten stehen dabei ganz oben auf der traurigen Liste, denn kaum jemand weiß, dass die sensible Kinderhaut bereits ab einer Temperatur von 52 Grad Celsius erheblichen Schaden nehmen kann.

„Langwierige Schmerzen und zahlreiche Operationen oder Behandlungen können die Folge für die betroffenen Patienten sein“, so Dr. Andreas Dencker, Oberarzt der Plastischen und Handchirurgie an der HELIOS St. Johannes Klinik und Verbrennungsexperte. „Diese Unfälle bedeuten daher meist auch einen großen persönlichen Einschnitt für die Familien.“


Verbrennungen bei Kindern in Zahlen
Jährlich werden mehr als 30.000 Kinder in Deutschland wegen Verbrennungen und Verbrühungen ärztlich behandelt, die meisten davon sind jünger als fünf Jahre. Knapp 6000 der Betroffenen verletzten sich dabei so schwer, dass sie sogar stationär im Krankenhaus aufgenommen werden müssen. Im Duisburger HELIOS Klinikum versorgen die Ärzte jährlich rund 50 Kinder mit schwereren Verbrennungsverletzungen: „Den meisten Patienten können wir aber mit individuellen Therapien so helfen, dass sie nur geringe oder sogar gar keine langfristigen Folgen davontragen. Allerdings muss die Versorgung nach dem Unfall so schnell wie möglich erfolgen.“

Erste Hilfe bei Verbrennungen
Der Schweregrad der Verletzung richtet sich zum einen nach der verbrannten Körperoberfläche und zum anderen danach, wie tief die Hitze in die Haut eingedrungen ist. Bei kleineren, fingergroßen Verbrennungen sollte die Stelle mit lauwarmem Wasser rund eine Viertelstunde gekühlt werden. „Eltern müssen grundsätzlich darauf achten, dass das Wasser tatsächlich lauwarm ist“, betont Dr. Dencker, „denn ein weitverbreiteter Irrtum verleitet viele dazu, sehr kaltes Wasser oder gar Eis zu nehmen. Das kann bei Kindern schnell zu einer Unterkühlung und noch stärkeren Schmerzen durch die angeregte Durchblutung führen.“ Diese kleineren Verbrennungen heilen in der Regel selbstständig aus.

Großflächige und tiefere Verletzungen höherer Schweregrade, die mehrere Prozent der Körperoberfläche betreffen, sollten immer von Ärzten beziehungsweise dem Rettungsdienst gesehen werden, besonders im Gesicht und dem Genitalbereich. Der Maßstab: Die Kinderhandfläche entspricht ungefähr einem Prozent. Ein schnelles Kühlen mit lauwarmem Wasser kann auch hier Schmerzen lindern, solange die Verletzung nicht zu groß ist. Bei sehr starken Verbrennungen, die mehr als 15 Prozent der Körperoberfläche einnehmen, sollten Eltern auf die Kühlung verzichten und umgehend den Rettungsdient rufen. Meist werden die Kinder dann direkt in Spezialkliniken gebracht. Die Wundflächen müssen steril abgedeckt werden, etwa mit der Rettungsfolie aus dem Verbandskasten. Vom Einsatz lindernder Mittel wie Verbrennungssalben, Zahnpasta oder Mehl rät der Arzt dringend ab.

Viele Unfälle sind vermeidbar
Die Belastung durch Angst und Schmerz bei Verbrennungen ist enorm, denn die meisten Patienten erleben den Unfall bei vollem Bewusstsein. Dazu kommt unter Umständen eine langwierige Behandlung, die je nach Schwergrad sogar eine Hauttransplantation miteinschließen kann. Unter den Folgen wie Juckreiz und extreme Sensibilität sowie den Entstellungen durch die Narben leiden die Betroffenen ein Leben lang. Die tröstende Nachricht aber ist: Experten schätzen, dass sich schon mit kleinen Sicherheitsmaßnahmen im Haushalt über die Hälfte all dieser Brandunfälle vermeiden lassen.

Tipps zur Vermeidung von Brandunfällen bei Kindern:

  • In eine Wärmflasche nur heißes, kein kochendes Wasser füllen. Zudem sollte die Wärmflasche immer in ein Tuch gewickelt werden, um direkten Hautkontakt zu vermeiden.
  • Nichts Heißes essen oder trinken, solange ihr Kind auf ihrem Schoß sitzt.
  • Gefäße mit heißen Flüssigkeiten, Kerzen und Deko so platzieren, dass Kinder diese nicht erreichen können.
  • Keine herunterhängenden Tischdecken verwenden.
  • Statt echten Kerzen am Weihnachtsbaum einfach eine LED-Lichterkette verwenden.
  • Beaufsichtigen Sie Ihr Kind in der Nähe von offenem Feuer (z. B. Kamin, Grill).
  • Erklären Sie Ihrem Kind frühzeitig die Gefahren im Umgang mit Feuer. Verbote nützen meist nichts, sondern erhöhen eher die kindliche Neugier.
  • Und zum Schluss: Gehen auch Sie selbst besonnen mit Feuer um und seien Sie Ihrem Kind damit ein Vorbild.