ACHTUNG! Geänderte Besucherregelung

Informationen zum generellen Besuchsverbot aufgrund der Corona-Pandemie finden Sie unter nachfolgendem Link: 

Alle Infos

(0203) 546-0

Ein Hodenhochstand bedeutet, dass die Hoden nicht im Hodensack sind.
Es handelt sich hierbei um eine Störung der Hodenentwicklung im Kindesalter mit einer Häufigkeit von circa 4 % bei reifgeborenen Kindern.
Der Hoden befindet sich nicht an seiner richtigen Position im Hodensack. Er kann in der Leiste (Leistenhoden), neben dem Hodensack (ektoper Hoden) oder in der Bauchhöhle (Bauchhoden) liegen. Sonderformen sind der Gleithoden (Hoden kann in den Hodensack gezogen werden, rutscht aber wieder in die Leiste) und der Pendelhoden (in der Regel ein Beobachtungsfall, der Hoden wird bei Kälte und Aufregung durch einen verstärkten Muskelreflex nach oben gezogen).

In der Fetalentwicklung während der Schwangerschaft entsteht der Hoden in Höhe der Nieren. Im weiteren Verlauf wandert er bis zur Geburt in den Hodensack. Falls hierbei eine Störung besteht, kann der Hoden auf dem Weg in den Hodensack „stehen bleiben“ - 75% der sich in Fehllage befindlichen Hoden beim Neugeborenen steigen bis zum 9. Lebensmonat in den Hodensack ab. Nach dem 6. Lebensmonat ist ein weiteres Absteigen des Hodens kaum möglich. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass es auch nach dem Hodenabstieg zu einem erneuten (sekundären) Hodenhochstand kommen kann. Für die Entwicklung der Fruchtbarkeit ist es wichtig, dass sich die Hoden im Hodensack in einer kühleren Umgebungstemperatur befinden.

Ein Besuch beim Kinderarzt oder Kinderchirurgen ist wichtig, wenn die Hoden nicht tastbar sind. Die operative Behandlung des Hodenhochstands sollte nach dem 6. Lebensmonat erfolgen.

Die Operation wird je nach Befund offen chirurgisch (kleiner Schnitt in der Leiste und am Hodensack) beim Leistenhoden und beim Gleithoden oder minimal-invasiv (Bauchspiegelung) beim Bauchhoden durchgeführt. Hierbei wird der Hoden von Verwachsungen befreit und im Hodensack fixiert (Standardoperation nach Shoemaker). Beim Bauchhoden kommt unter bestimmten Bedingungen die Durchtrennung der oberen Hodengefäße und die Verlagerung des Hodens in einer 2. Operation nach 6 Monaten in Betracht (Operation nach Fowler-Stephens).
Die bei uns verwendeten Hautfäden sind selbstauflösend. Nach der Operation sollte die Wunde eine Woche trocken gehalten werden. Zudem sollte sich das Kind für 4 Wochen ausruhen.

Ein Besuch beim Kinderarzt oder Kinderchirurgen ist sehr wichtig, wenn sie den Hoden nicht fühlen.