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Q-Fieber, Borreliose und Co. – Zoonosen werden häufig spät erkannt

Q-Fieber, Borreliose und Co. – Zoonosen werden häufig spät erkannt

Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Fieber – die richtigen Zutaten für eine zünftige Grippe. Doch nicht immer ist das medizinische Rätsel so schnell gelöst. Denn viele weit seltenere Erkrankungen beginnen auf ähnliche Weise. Besonders schwer machen es den Ärzten dabei die sogenannten Zoonosen, also Erkrankungen, die von Tieren auf Menschen übertragen werden.

Die Liste der möglichen Krankheiten ist lang – insgesamt sind es rund 200 beschriebene – und manchmal braucht es Jahre, bis sie entdeckt werden: Zoonosen sind für Ärzte oftmals eine harte Nuss. Denn viele zeigen Symptome, die auch typisch für andere Erkrankungen sind.

Die sogenannte „Rinder-Malaria“ zum Beispiel wird von Zecken übertragen und verursacht langanhaltende Beschwerden wie in den Wechseljahren. Auch das Q(uery)-Fieber, welches aus zu Staub zerfallenem Kot von Ziegen oder Schafen über die Atemwege auf den Menschen überspringt, kann sich unerkannt zu schwerer chronischer Müdigkeit oder sogar einer Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis) entwickeln.

Bei Kindern oder immungeschwächten Menschen droht im schlimmsten Fall aber sogar Lebensgefahr, wie vor kurzem bei einem dreijährigen Jungen in unserem Klinikum. Er litt zunächst unter starken Bauchschmerzen, schließlich kam Fieber dazu, seine Augen verfärbten sich hellgelb und der Urin dunkelbraun. In der Kindernotfallambulanz stand Oberarzt Dr. Benjamin Berlemann vor einem Rätsel: „Wir haben alle möglichen Tests gemacht, die aber ergebnislos verliefen. Auch das Blutbild zeigte keine auffälligen Veränderungen. Und dem Jungen ging es von Stunde zu Stunde schlechter.“ Doch dann spulte er schnell in sein Studium zurück und stellte schließlich die richtigen Fragen. Denn die Familie war vor kurzem in einem Streichelzoo gewesen, mit einem längeren Aufenthalt im Ziegengehege. Schnell ordnete der Pädiater die entsprechenden Labortests an und sollte Recht behalten: Der Dreijährige hatte sich mit dem Q-Fieber angesteckt, in diesem Fall allerdings mit einer recht untypischen Symptomatik. Dr. Berlemann passte die Therapie an und meldete die Erkrankung ans Gesundheitsamt. Schon wenige Tage später ging es dem kleinen Patienten merklich besser.

Wichtige Fragen

Um eine Zoonose zu diagnostizieren müssen u.a. diese Fragen beantwortet werden:

  • Gibt es Haustiere oder besitzen Freunde welche?
  • Wann war der letzte Besuch im Streichelzoo oder im Wald?
  • Gab es Auslandsaufenthalte?
  • Zeigt ein Familienmitglied ähnliche Symptome?