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Atemnot beim Kind: Ursachen und Sofortmaßnahmen

Ein medizinischer Notfall beim Kind ist für Eltern der größte Alptraum. Damit Sie in so einer Situation trotzdem Ruhe bewahren und Ihrem Kind gezielt helfen können, finden Sie hier ein paar Tipps.

Zwei Mädchen

Atemnot und Erstickungsgefahr erkennen

Gelangt ein Fremdkörper in die Atemwege, reagiert ein Kind unverzüglich mit Husten und versucht, das Objekt auszustoßen. Es treten plötzliche Atemnot, Würgen oder ein Pfeifen bei der Atmung auf. Wenn das Kind würgt, aber immer noch husten kann, dann sollte es weiter husten – das ist immer noch die beste Methode, die Atemwege zu befreien.

„Bleibt das Husten aus oder wird weniger und der Fremdkörper verschließt die Atemwege komplett, kann es rasch zu einem Schock und Ohnmacht führen, da kein oder zu wenig Sauerstoff in das Gehirn gelangt“, erklärt Dr. Marco Thiele, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in der Helios Klinik Jerichower Land. Dann besteht akute Lebensgefahr!

Ursachen von Atemnot beim Kind

Nicht nur Murmeln oder Perlen können zu Atemnot beim Kind und Erstickungsanfällen führen. Auch nicht richtig gekautes Essen, das statt in die Speiseröhre in die Luftröhre rutscht, oder organische Ursachen lösen Erstickungsanfälle aus. Dann ist schnelle Hilfe gefragt. Die häufigsten Gründe für Atemnot sind:

Pseudokrupp

Besonders häufig tritt der sogenannte Pseudokrupp auf, eine Kehlkopfentzündung, die den Halsbereich anschwellen lässt.

Wenn das Kind dann um Luft ringt, sollten Eltern ruhig bleiben und gegebenenfalls mit ihm nach draußen an die kalte, frische Luft gehen. Alternativ dient hierfür auch der geöffnete Kühlschrank. Im Krankenhaus geben wir ihm zur Therapie abschwellende Medikamente.

Asthmaanfall

Auch Asthmaanfälle treten häufig auf. Oftmals sind die Eltern in solch einem Fall aber geschult und kommen mit einem akuten Anfall gut zurecht.

Eine erste Maßnahme: Das Kind sollte sich aufrecht hinsetzen und mit den Armen abstützen, um die Atemmuskulatur zu entlasten. Ein Asthmaspray sollte immer in der Nähe und einsatzbereit sein.

Unfall oder Sturz

Tritt nach einem Unfall oder Sturz längere Atemnot auf, sollte der Notarzt informiert werden, um innere Verletzungen auszuschließen.

Gegenstand eingeatmet

Hat das Kind einen Gegenstand eingeatmet oder falsch verschluckt, sollten Eltern diesen nur in Ausnahmefällen selbst herausholen, etwa, wenn er noch zu sehen ist und sie sicher sind, ihn ohne Verletzungen entfernen zu können.

Diese Tipps können helfen, den eingeatmeten oder verschluckten Gegenstand wieder nach draußen zu befördern:

  • Das Kind mit dem Bauch über die eigenen Oberschenkel legen, sodass der Kopf und die Arme herunterhängen, anschließend mit der flachen Hand mehrfach kräftig zwischen die Schulterblätter schlagen, damit der Gegenstand wieder herausgespuckt wird.
  • Sollte der Fremdkörper sich dadurch nicht gelöst haben, dann werden beim Säugling Brustkorbkompressionen und beim Kind Bauchkompressionen (Heimlich-Griff) durchgeführt. Dazu wird das Kind von hinten umfasst und die eigene geballte Faust knapp unterhalb des Brustkorbs in die Magengrube gelegt. Dann wird mit den Händen ruckartig nach innen und oben gedrückt. Durch den aufgebauten Druck sollte sich der Gegenstand lösen.
  • Sollte auch diese Maßnahme nicht helfen, muss der Notruf (112) getätigt werden.
  • Beruhigen Sie das Kind, denn Panik könnte das Atmen zusätzlich erschweren.
  • Atmet das Kind nicht, wird sofort mit der Wiederbelebung begonnen.

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