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Hernien-Chirurgie am Helios Klinikum Duisburg ausgezeichnet

Hernien-Chirurgie am Helios Klinikum Duisburg ausgezeichnet

Mit Transparenz und schonenden Verfahren: Die Klinik für Allgemein-, Viszeral und Minimal Invasive Chirurgie am Helios Klinikum Duisburg wurde von der Deutschen Hernien-Gesellschaft mit dem „Qualitätssiegel für Hernienchirurgie“ ausgezeichnet.

Die Kriterien für die Vergabe sind streng geregelt, denn jede einzelne Operation wird in eine Datenbank eingetragen und überprüft. So entsteht ein Gesamtbild der chirurgischen Kompetenz bei der Behandlung der im Allgemeinen als Leisten- oder Bauchwandbrüche bekannten Krankheitsbilder - sogar noch mehrere Jahre nach der Operation. Denn während Hernien bis vor einigen Jahren noch vermehrt auf die leichte Schulter genommen wurden, hat sich die umfassende Behandlung der "inneren Brüche" in der Zwischenzeit zu einem komplexen Thema entwickelt. Vor allem die Rückfallquote von nahezu zehn Prozent und schmerzhafte Vernarbungen können bei vielen Patienten die Lebensqualität stark einschränken. "Hier können wir dank schonender Schlüsselloch-Verfahren schon im Vorfeld vieles verhindern. Durch die minimalen Öffnungen entsteht kaum Narbengewebe und die Betroffenen sind schneller wieder mobil", erklärt Dr. med. Norbert Hennes, Chefarzt der neu ausgezeichneten chirurgischen Abteilung am Klinikum. "Ich freue mich sehr über das Qualitätssiegel und danke vor allem meinem Team für die enge Zusammenarbeit vor, während und nach dem Eingriff."

Eingeweidebrüche - Ursache und Therapie

Mehr als 350 000 Patienten werden jedes Jahr in Deutschland an einer Hernie operiert - damit zählt der Eingriff zu den häufigsten überhaupt. Die meisten davon sind Leistenbrüche, bei denen der Leistenkanal durch starken Druck aus der Bauchhöhle einreißt und Teile der benachbarten Organe wie etwa des Darms durch die Öffnung gedrückt werden. So entsteht eine Auswölbung, die oftmals auch äußerlich sichtbar ist. Dasselbe passiert, wenn die Bauchwand oder das Zwerchfell einreißen. Lebensbedrohlich wird es bei allen Hernien-Formen, wenn Organe ein- oder sogar vollständig abgeklemmt werden.

Bei der Versorgung von Leistenbrüchen existiert eine Vielzahl von Verfahren, die ihre jeweilige Berechtigung haben: Je nach Alter, Lebensstil und -planung, körperlicher Belastung und natürlich Ausprägung des Bruches kommen unterschiedliche Eingriffe in Frage, etwa eine einfache Naht oder der Einsatz eines Kunststoffnetzes.

Vor allem Narbenbrüche bedürfen aber stets der Versorgung mit Hilfe des Kunststoffnetzes, sonst ist das Widerauftreten vorprogrammiert. Auch hier stehen im Prinzip offene und minimal-invasive Verfahren zur Verfügung. Die Wahl hängt hier im Wesentlichen von Art und Größe des Bruches ab. Sehr große Hernien können eine plastische Rekonstruktion der Bauchwand erforderlich machen, dabei werden auf unterschiedliche Weise Anteile der Bauchwand beweglich gemacht und zur Deckung des Bruches mit verwendet. Bei diesen Operationen ist in jedem Fall auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus mit einer längeren körperlichen Schonung zu rechnen, um ein Widerauftreten zu vermeiden