Multimodale Schmerztherapie - Was ist das?

Unter einer interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie versteht man die gleichzeitige Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen durch ein Behandlerteam aus spezialisierten Schmerzmedizinern, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, Mototherapeuten und Ergotherapeuten.

Besonders wichtig ist der enge inhaltliche Austausch zwischen den einzelnen Disziplinen, um die jeweiligen Erkenntnisse untereinander abzustimmen und so das optimale therapeutische Programm und ein gemeinsames Therapieziel festzulegen. Dabei steht immer die individuelle Patientensituation im Mittelpunkt.

Bei chronischen Schmerzpatienten sind medizinische Routineverfahren in der Regel bereits versucht worden. Deshalb muss für jeden Fall ein eigenes Vorgehen festgelegt werden. Deshalb ist die regelmäßige Auseinandersetzung mit den Patienten in vorgeplanten Teambesprechungen unter Einbeziehung aller Therapeuten oder während ausführlicher Visiten oder Einzelgesprächen unverzichtbar.

Die Behandlung erfolgt anhand eines vorab festgelegten Therapieplans, wobei die Behandlungsinhalte individuell in Absprache der Therapeuten untereinander angepasst werden. Vorrangige Zielsetzung ist die Stärkung der Eigenkompetenz der Patienten hin zu einer möglichst befriedigenden aktiven Lebensgestaltung. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Beschwerdebild und die enge Abstimmung der Therapiedisziplinen führt zu überdurchschnittlichen Behandlungsergebnissen

Definition der Deutschen Schmerzgesellschaft

Definition der Deutschen Schmerzgesellschaft: Als "Interdisziplinäre Multimodale Schmerztherapie" wird die gleichzei­tige, inhaltlich, zeitlich und in der Vor­gehensweise aufeinander abgestimmte umfassende Behandlung von Patienten mit chronifizierten Schmerzsyndromen bezeichnet, in die verschiedene soma­tische, körperlich übende, psychologisch übende und psychotherapeutische Ver­fahren nach vorgegebenem Behandlungs­plan mit identischem, unter den Thera­peuten abgesprochenem Therapieziel ein­gebunden sind. Die Behandlung wird von einem Therapeutenteam aus Ärzten einer oder mehrerer Fachrichtungen, Psycholo­gen bzw. Psychotherapeuten und weiteren Disziplinen wie Physiotherapeuten, Ergo­therapeuten, Mototherapeuten und ande­ren in Kleingruppen von maximal 8 Pa­tienten erbracht. Unter ärztlicher Leitung stehen die beteiligten Therapieformen und Disziplinen gleichberechtigt neben­einander. Obligat ist eine gemeinsame Be­urteilung des Behandlungsverlaufs inner­halb regelmäßiger vorgeplanter Teambe­sprechungen unter Einbindung aller The­rapeuten.

Zentrales Behandlungsziel ist die Wie­derherstellung der objektiven und sub­jektiven Funktionsfähigkeit ("functional restoration") mit Steigerung der Kontroll­fähigkeit und des Kompetenzgefühls der Betroffenen, die Vorgehensweise ist res­sourcenorientiert.

(Quelle: Arnold B, Brinkschmidt T et al. (2009) Der Schmerz 23, 112)