Unsere Leistungen

Röntgen und Durchleuchten

Seit Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen im Jahre 1895 hat sich am Prinzip der Erzeugung von Röntgenaufnahmen nichts Grundsätzliches geändert: Die von einer Röntgenröhre erzeugte Strahlung durchdringt das untersuchte Objekt. Dieses erzeugt eine Art Schatten, welcher hinter dem Objekt aufgezeichnet wird. Wenn man, ähnlich wie bei der Fotografie, ein einzelnes Bild aufnimmt, spricht man von einer Röntgenaufnahme. Man kann aber auch Bewegungsabläufe darstellen und dann, analog zum Fernsehen, bewegte Bilder analysieren. Dieser Vorgang heißt Durchleuchtung.

Technische Entwicklung

Die technische Entwicklung der letzten gut 100 Jahre bestand im Wesentlichen darin, die Auflösung und den Kontrast der Bilder zu verbessern und gleichzeitig die Strahlenbelastung zu verringern. Über viele Jahrzehnte waren Röntgenfilme das bevorzugte Medium der Bilddokumentation. Der Schatten, den das untersuchte Objekt warf, schwärzte einen Film, der ähnlich wie in der Fotografie, entwickelt wurde. Analog zur Fotografie hat sich aber auch beim Röntgen in den letzten Jahren ein Wandel vollzogen. Die Aufnahmetechnik ist inzwischen ganz überwiegend digitalisiert. Der Röntgenstrahl, der den Patienten durchdrungen hat, schwärzt nicht mehr einen Film, sondern wird von einem digitalen Detektor aufgefangen und gemessen. Ein Computer setzt dann ein zweidimensionales Bild zusammen. Entsprechend werden keine Röntgenfilme auf Schaukästen aufgehängt, sondern die Bildanalyse erfolgt auf einem Bildschirm. Die Digitalisierung hat den Vorteil, dass die Aufnahmen rechnerisch nachbearbeitet werden können und Fehlbelichtungen sehr viel seltener geworden sind. Außerdem können digitale Aufnahmen wesentlich bequemer über Netzwerke verschickt und verteilt werden.

Vor- und Nachteile von Röntgenaufnahmen

An den grundsätzlichen Nachteilen von Röntgenaufnahmen hat aber auch die digitale Technik nichts geändert. Die Röntgenstrahlen durchlaufen ein dreidimensionales Objekt und bilden dahinter eine zweidimensionale Projektion. Dieses erschwert die räumliche Zuordnung von bestimmen Objekten. Auch wenn man Aufnahmen anfertigt, die das Objekt in unterschiedlichen Richtungen durchlaufen, so ist doch in vielen Fällen eine eindeutige Zuordnung von bestimmten Veränderungen zu anatomischen Strukturen schwierig, bis unmöglich. Eine zweite Unzulänglichkeit von Röntgenaufnahmen ist deren eingeschränkte Kontrastauflösung. Es lassen sich nur wenige Strukturen aufgrund ihrer Röntgendichte unterscheiden: Metall, Knochen, Weichgewebe und Luft. Vor allem der schlechte Weichgewebekontrast ist ein gravierender Nachteil von Röntgenaufnahmen. Dennoch bieten Röntgenaufnahmen auch Vorteile: Sie sind in der Regel leicht und schnell anzufertigen, billig, haben eine unübertroffen hohe räumliche Auflösung von Bruchteilen eines Millimeters und gestatten einen relativ raschen Überblick über größere Körperregionen. Als Durchleuchtung durchgeführt, erlauben sie zusätzlich das Studium von Bewegungsabläufen.

Unverzichtbar sind Röntgenaufnahmen bei Wirbelsäulenerkrankungen. Hier erlauben sie auf einen Blick die Beurteilung der Stellung der Wirbel zueinander. Auch metallische Implantate z.B. nach Wirbelversteifung lassen sich gut erkennen. Schließlich gestatten Röntgenaufnahmen in Funktionsstellungen Aussagen über die Beweglichkeit bestimmter Wirbelsäulenabschnitte.

Einsatz von Kontrastmittel

Bereits in der Pionierzeit der Röntgenologie hat man versucht, den schlechten Gewebekontrast von Röntgenaufnahmen durch Einbringung von Kontrastmittel zu verbessern. Als Beispiel sei hier die Darstellung des Magen-Darm-Trakts erwähnt. Bewährt haben sich insbesondere jodhaltige Kontrastmittel, die als wässrige Lösungen organischer Jodsalze Verwendung finden. Diese Kontrastmittel kann man durch natürlich und künstlich erzeugte Öffnungen in verschiedene Hohlräume und Gangsysteme einbringen und diese damit  sichtbar machen. Breiartige Zubereitungen von bariumsulfathaltigem Kontrastmittel finden ebenfalls Verwendung. Sie werden vom Patienten geschluckt und dienen der Untersuchung der Mundhöhle und des Schlundes.

Folgende Kontrastmitteluntersuchungen werden in der Radiologie regelmäßig durchgeführt:

1. Myelografie
Hirn und Rückenmark schwimmen in einer Flüssigkeit, dem so genannten Liquor cerebrospinalis („Nervenwasser“). Auch in den Hirnkammern befindet sich Liquor. Dieser ist eine wasserklare Flüssigkeit, die durch Kontrastmittel sichtbar gemacht werden kann. In der Regel erreicht man den Liquorraum über eine Lumbalpunktion. Dazu wird mit einer dünnen Nadel der Wirbelkanal in Höhe der mittleren oder unteren Lendenwirbelsäule punktiert. Es wird etwas Liquor entnommen und anschließend Kontrastmittel gegeben. Dieser Eingriff hat den Vorteil, dass der gleichzeitig gewonnene Liquor anschließend im Labor untersucht wird. Viele Erkrankungen können nämlich nicht mittels der Bildgebung dargestellt werden, fallen aber dann spätestens bei der Laboruntersuchung auf.

Um die diagnostische Ausbeute nach der einmal erfolgen Kontrastmitteleingabe zu erhöhen und um sich nicht allein auf die Röntgen-Übersichtsaufnahmen verlassen zu müssen, fertigt man routinemäßig nach jeder Myelografie Computertomogramme an. Dabei beschränkt man sich auf die von der Myelografie auffälligen Wirbelsäulenabschnitte, bzw. auf die Region, wo man aufgrund der klinischen Voruntersuchung krankhafte Befunde erwarten würde.
 
2. Darstellung von Hohlräumen und Gangsystemen
Gangsysteme des Körpers lassen sich durch Eingabe von Kontrastmittel sichtbar machen.


3. Kinematografie des Schluckaktes:
Bei dieser Untersuchung nimmt der Patient einen Schluck Kontrastmittel zu sich. Dazu kann man wasserlösliches jodhaltiges Kontrastmittel verwenden. Wenn sich der Patient nicht verschluckt und kein Risiko eines krankhaften Kontrastmittelaustritts aus dem Rachen besteht, empfiehlt sich für diese Untersuchung eher eine breiartige Kontrastmittelzubereitung aus Bariumsulfat. Für die Untersuchung fertigt man einen kurzen Röntgenfilm an, während der Patient schluckt. Anschließend kann man die komplizierten Abläufe des Schluckakts in Zeitlupe analysieren. Viele Schluckstörungen lassen sich nur mit diesem praktisch nebenwirkungsfreien Untersuchungsverfahren diagnostizieren.