Wissenswertes

Das Kopf-Hals-Tumorzentrum des Helios Amper-Klinikum Dachau stellt sich vor

Das Kopf-Hals-Tumorzentrum ist ein interdisziplinäres Zentrum der Hals-Nasen-Ohren-Klinik am Klinikum Dachau, welches als einziges nicht universitäres Zentrum in Bayern von OnkoZert im Juli 2017 erstmals zertifiziert wurde. Unter der Leitung von Prof. Dr. Michaela Andratschke begann 2013 der Aufbau eines unabhängigen Tumorzentrums für Kopf-Hals-Malignome. Seit 2013 stieg die Anzahl der primär diagnostizierten Kopf-Hals-Tumore stetig an, sodass die erforderliche jährliche Mindestanzahl an Primärfällen erreicht werden konnte. Im Juli 2017 wurde das Zentrum dann erfolgreich erstzertifiziert. Als Bestandteil des Cancer Center Dachau hat sich unser Zentrum die Diagnostik und Therapie bösartiger Neubildungen im gesamten Kopf-Hals-Bereich zum Ziel gesetzt. Weltweit stellt der maligne Kopf-Hals-Tumor die vierthäufigste Tumorentität dar. In Deutschland entspricht dies in etwa einer Anzahl von 20.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Zu den häufigsten Lokalisationen gehören der Kehlkopf, der Schlund, der Mundrachenraum sowie die Nasennebenhöhlen. Auch Malignome der Speicheldrüsen und der Haut im Kopf-Hals-Bereich werden hierzu gezählt.

In unserem Kopf-Hals-Tumorzentrum erfolgen die ersten Untersuchungen im Rahmen unserer Tumorsprechstunde meist nach Zuweisung eines niedergelassenen Kollegen. Nach vollständiger Diagnostik werden die erhobenen Befunde eines jeden Patienten in der wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Tumorkonferenz mit erfahrenen Vertretern der erforderlichen Fachrichtungen (HNO, MKG, Radioonkologie, Onkologie, Radiologie, Pathologie) diskutiert und ein individuelles Therapiekonzept für jeden Patienten erstellt. Besonders hervorzuheben ist die außergewöhnlich enge und gute und damit wohl einzigartige Zusammenarbeit mit den kooperierenden Kollegen der Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie im Münchner Umfeld. Dies ermöglicht uns Patienten mit Tumoren im Grenzbereich beider Fachbereiche optimal chirurgisch zu behandeln. Ebenso kann dadurch bereits im Rahmen der Tumoroperation eine eventuell erforderliche Zahnsanierung vor adjuvanter Bestrahlung erfolgen, wodurch der Heilungsprozess beschleunigt wird und eine Gewährleistung des Therapiebeginns einer adjuvanten Bestrahlung innerhalb von 6 Wochen besteht.

Anschließend wird in einem Gespräch das ermittelte Therapiekonzept dem Patienten und seinen Angehörigen genau erläutert und mit den Wünschen des Patienten abgestimmt. Die Therapie erfolgt ausschließlich durch ärztliche Kollegen mit ausreichend chirurgischer und onkologischer Expertise nach neuesten Erkenntnissen und onkologischen Leitlinien. Im Vordergrund steht dabei die bösartige Erkrankung möglichst wirkungsvoll zu behandeln. Zudem wird sowohl auf den Erhalt der Funktionalität (Schlucken, Sprechen, Nahrungsaufnahme) als auch auf kosmetische Aspekte großen Wert gelegt. Dabei kommen in den erforderlichen Fällen lokale, regional gestielte oder mikrovaskuläre Lappentransplantate zum Einsatz.

Dieser lange Behandlungsweg wird von Logopäden, Physiotherapeuten, Psychoonkologen, Ernährungsberatern sowie dem Sozialdienst begleitet. Anschließende Rehabilitationsmaßnahmen können bereits während des stationären Aufenthalts organisiert und eingeleitet werden. Nicht zuletzt wird Hilfestellung bei der sozialen Wiedereingliederung nach Abschluss der onkologischen Therapie gegeben.

Eine regelmäßige und engmaschige Nachsorge gemäß den Leitlinien des Tumorzentrums in unserer Tumornachsorgesprechstunde (Dienstag vormittags, Terminvereinbarungen gerne unter 08131-764923) sowie im Wechsel mit den behandelnden niedergelassenen HNO-Ärzten ermöglicht ein frühzeitiges Erkennen eines Wiederauftretens des Tumors oder von Zweittumoren.

Zusätzlich nimmt das Zentrum an aktuellen nationalen multizentrischen Studien zur Diagnostik und Therapie von Kopf-Hals-Tumoren teil. Patienten werden hierzu informiert und eine Teilnahme jeweils angeboten.