Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED)

Krankheitsbild

Unter CED werden Krankheitsbilder zusammengefasst, die durch chronisch wiederkehrende, in Krankheitsschüben verlaufende oder kontinuierlich auftretende  entzündliche Veränderungen des Darmes charakterisiert sind. Diese Erkrankungen werden den Autoimmunerkrankungen zugeordnet, wobei bei diesen Systemerkrankungen auch andere Organe außerhalb des Gastrointestinal Traktes betroffen sein können, wie z. B. die Leber, Gelenke, Gefäße oder die Haut. Es ist zwar immer noch unzureichend geklärt, wie die CED mit deren beiden Haupterscheinungsformen, dem Morbus Crohn und der Colitis ulcerosa entstehen bzw. welche Faktoren ihren Ausbruch auslösen. Aber bei der Pathogenese der CED scheint eine Barrierestörung im Bereich der Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt zugrunde zu liegen, wobei vermehrt am ehesten gewöhnliche Darmbakterien in die Darmwand einwandern können.

Die CED sind nicht heilbar, aber in den letzten zwei Dekaden wurden zahlreiche Therapien entwickelt mit sehr guter Wirksamkeit bei den CED. Durch diese moderneren CED-Therapien kann eine komplette klinische Beschwerdefreiheit erreicht werden und eine Abheilung der entzündeten Schleimhaut. Weitere vielversprechende Therapien befinden sich in der Entwicklung und werden unsere Therapieoptionen bei den CED, insbesondere bei mittelschweren und schweren Verläufen in naher Zukunft erweitern.

Therapie

Unsere größte Herausforderung im klinischen Alltag ist es immer, die richtige Therapieentscheidung zu treffen und einen individualisierten Therapieplan für die jeweilige CED-Patientin oder den jeweiligen CED-Patienten zu erarbeiten. Insbesondere bei schweren Verläufen der CED müssen daher komplexe klinische Einzelfälle interdisziplinär - auch in Abstimmung mit der Chirurgie und der Radiologie - diskutiert werden. Eine weitere Herausforderung stellt die Therapie der CED während der Schwangerschaft dar. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen der Gastroenterologie und der Gynäkologie.

Unsere Leistungen

  • Endoskopische Diagnostik, Gastroskopie, Koloskopie, MRT Sellink zur Darstellung des Dünndarmes, Kapsel-Endoskopie, Single-Ballon Enteroskopie, Doppel-Ballon-Enteroskopie
  • Stuhlanalysen, inklusive Calprotectin-Bestimmung im Stuhl
  • Serologische Marker, molekulargenetische Untersuchungen insbesondere des NOD2-Gens
  • Gesamtes Therapiespektrum der CED inklusive der Biologika-Therapien, Anti-TNF-Therapien, Anti-?4?7-Integrin-Therapien, Anti-IL12/23-Therapien
  • Therapie Monitoring mit Bestimmung der Medikamenten Talspiegel (trough level-Messungen) und Bestimmung von „anti-drug-antibodies“ bei Biologika-Therapien
  • Enge Zusammenarbeit mit der Chirurgie bei der Notwendigkeit von chirurgischen Interventionen
  • Enge Zusammenarbeit mit der Radiologie insbesondere bei Schnittbildgebungen zum Ausschluss von Abszessen, Fisteln und Stenosen
  • Enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen Internisten und Gastroenterologen

Des Weiteren findet monatlich ein CED-Board an unserem Klinikum statt, in dessen Rahmen komplexe CED-Fälle interdisziplinär mit der Chirurgie und der Radiologie aber auch mit  niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen diskutiert werden können, um CED-Patientinnen oder CED-Patienten ein optimales Therapie-Schema anbieten zu können. 

Anmeldung zum CED-Board: Interdisziplinäre Besprechung komplexer CED-Fälle

Ingeborg Simm und Cornelia Folie

Sekretariat Innere Medizin II
Telefon: (08131) 76- 239
E-Mail: E-Mail senden