Wirbelsäulenchirurgie

Bandscheibenvorfälle und die häufigsten Symptome

Ein Bandscheibenvorfall ist die Folge eines Bandscheibenschadens. Bandscheiben sind die Stoßdämpfer der Wirbelsäule und befinden sich zwischen den einzelnen Wirbelkörpern. Hier kann es zu verschiedenen Arten von Bandscheibenvorfällen kommen. Mögliche Ursachen klären wir gerne gemeinsam mit Ihnen und unseren Experten vor Ort ab.

Habe ich einen Hexenschuss oder ist es doch ein Bandscheibenvorfall? Hier erfahren Sie mehr zu dem Thema.

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Ein Bandscheibenvorfall ist ein Durchbruch des Gallertkerns einer Bandscheibe durch ihren Faserring. Im gesunden Zustand wird der Gallertkern vom Faserring umfasst. Kommt es nun zu einem Vorfall presst sich der Gallertkern durch einen Riss im Faserring nach außen. Dieser drückt auf die Nerven und löst starke Schmerzen aus.

Woran erkenne ich einen Bandscheibenvorfall?

  • Plötzlich auftretende Schmerzen oder stärker werdende Rückenschmerzen bei Belastungen
  • Verhärtete Muskulatur im betroffenen Bereich
  • Ausstrahlender Schmerz in Gesäß und Bein
  • Kribbeln im Bein
  • Lähmungen der Beinmuskulatur
  • Nackenschmerzen
  • Kribbeln und/oder Taubheitsgefühl in den Armen

Bei weiteren Fragen rund um das Thema Bandscheibe sprechen Sie uns gern an!

Die aus Bindegewebe bestehenden Bandscheiben verbinden die Wirbelkörper miteinander und sorgen gemeinsam mit den Wirbelgelenken für die Beweglichkeit der Wirbelsäule.

Degenerative Veränderungen der Bandscheiben beginnen nicht selten schon vor dem zwanzigsten Lebensjahr und können einerseits zu Rückenschmerzen, andererseits durch Bandscheiben-Vorwölbungen (Protrusionen) oder -Vorfälle (Prolapse oder Hernien) zusätzlich zu Nervenwurzel-Kompressionen führen mit ausstrahlenden Schmerzen in einem oder auch beiden Beinen. Bei stärkeren Kompressionen von Nervenwurzeln kann es neben Schmerzen auch zu Sensibilitätsstörungen und zu Lähmungen kommen.

Bei einem reinen Schmerzsyndrom ohne Sensibilitätsstörungen oder Lähmungen wird zunächst konservativ physiotherapeutisch und mit Schmerzmitteln behandelt. Eine Operationsindikation besteht bei Lähmungen, stärkeren Sensibilitätsstörungen und konservativ nicht zu beherrschenden Schmerzbildern. Bandscheibenvorfälle werden bei uns endoskopisch, mikrochirurgisch und, wenn möglich, minimal-invasiv über einen sogenannten perkutanen Zugang operiert.

Eine stationäre Anschlussheilbehandlung ist nach Bandscheiben-Operationen der Lendenwirbelsäule individuell zu entscheiden.

Bandscheibenvorfälle der Halswirbelsäule können neben lokalen Nackenschmerzen durch Kompression von Nervenwurzeln zu ausstrahlenden Schmerzen in einem Arm oder selten in beiden Armen führen.

Wie bei der Lendenwirbelsäule ist auch hier eine Operation indiziert bei Lähmungen, deutlichen Missempfindungen und konservativ nicht zu beherrschenden Schmerzen. Meistens werden die Bandscheibenvorfälle von ventral (vorne) operiert. Hierbei wird die entsprechende Bandscheibe mit Vorfall vollständig entfernt, die Nervenwurzeln werden mikrochirurgisch dekomprimiert und die Bandscheibe dann durch einen sogenannten Cage oder eine Bandscheiben-Prothese ersetzt.

Eine Prothese sollte nur eingesetzt werden, wenn die Wirbelgelenke und Wirbelkörper keine zu starken knöchernen Anbauten oder Verschleiß aufweisen und das Segment noch gut beweglich ist. Daher ist eine solche, die Bewegung erhaltende Prothese meist nur bei jüngeren Patienten indiziert.

Bei manchen, rein im Nervenaustrittskanal liegenden Bandscheibenvorfällen oder Nervenaustrittskanal-Stenosen (Verengungen) kann auch mikrochirurgisch von dorsal (hinten) operiert werden (sogenannte Operation nach Frykholm).

Klinische relevante Bandscheibenvorfälle der Brustwirbelsäule sind viel seltener als in der Lendenwirbelsäule oder Halswirbelsäule.

Sie können zu lokalen, ausstrahlenden Schmerzen führen. Große Vorfälle können auch inkomplette Querschnittsymptome verursachen.

  Die meisten Vorfälle können konservativ behandelt werden, nur selten ist eine Operation notwendig. Die Vorfälle können über einen hinteren oder seitlichen Zugang unter Schonung des Rückenmarks entfernt werden.