Arthrose des Hüftgelenks

Arthrose des Hüftgelenks

Die Arthrose des Hüftgelenks (= Coxarthrose) ist eine Gelenkerkrankung, bei der Knorpel und Knochen abgenutzt sind.

Ursache – Beschwerdebild

Als Ursache kommen Fehlstellungen, Entzündungen oder Verletzungen in Frage; in vielen Fällen wird man aber keine eigentliche Ursache für den Gelenkverschleiß finden. Die Arthrose führt zu Schmerzen im Hüftgelenk. Diese Schmerzen können bis zum Kniegelenk ausstrahlen; auch Schmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich können durch eine Coxarthrose bedingt sein.

Bewegungseinschränkungen oder eine Fehlstellung des Hüftgelenks sowie Verspannungen der Muskulatur sind typisch für die Coxarthrose. Schmerzen im Ruhezustand, auch nachts auftretend, kommen hinzu; das Ankleiden und das Schuhebinden werden problematisch, ebenso das Treppensteigen.

Untersuchungsmethoden

Die Diagnose wird durch eine körperliche Untersuchung und zusätzlich durch Röntgenaufnahmen der betroffenen Hüfte gestellt.

Behandlung durch Gelenkersatz

Ist eine Besserung der Beschwerden durch Medikamente oder physikalische Maßnahmen nicht mehr zu erreichen, muss das geschädigte Gelenk durch ein Kunstgelenk ersetzt werden. In Regionalanästhesie oder Allgemeinnarkose wird das Hüftgelenk freigelegt, der Hüftkopf entfernt und die Gelenkpfanne sowie der Oberschenkelknochen für den Einsatz der beiden Prothesenteile vorbereitet.

Vor der Operation wird nach gründlicher Planung die Wahl der Endoprothese sowie der Verankerungsmethode getroffen. Dabei werden Alters- und Hüftsituation des Patienten berücksichtigt.

Aufbau des künstlichen Hüftgelenks

Ein künstliches Hüftgelenk besteht aus einer Pfanne und einem Schaft mit Kopf. Die Pfanne kann durch einen schnell härtenden Kunststoff (Knochenzement) oder zementfrei mit dem Knochen verbunden werden. Bei zementfreien Pfannen muss der Knochen erst langsam in die raue Titanoberfläche des Metalls einwachsen. Die Verankerung des künstlichen Schaftes im Oberschenkelknochen erfolgt entweder durch langsames Einwachsen des Knochens in die Metalloberfläche der Prothese oder mit Hilfe des Knochenzements.

Der künstliche Hüftkopf besteht aus Keramik oder Metall; die Prothesenpfanne besteht aus Metall mit Keramik- oder Kunststoffeinsatz oder vollständig aus Kunststoff. Diese Komponenten zeigen das gewünschte geringe Abriebverhalten.

Erfolgsaussichten

Nach sieben bis zwölf Tagen kann der Patient aus stationärer Behandlung entlassen werden. Im Allgemeinen wird eine Anschlussheilbehandlung (Rehabilitation) zur Festigung des Operationserfolges empfohlen. So lange keine volle Mobilität erreicht ist, wird eine medikamentöse Thromboseprophylaxe und zusätzlich das Tragen von Thrombosestrümpfen empfohlen. Nach unseren umfangreichen Erfahrungen mit künstlichen Hüftgelenken bestehen gute Erfolgsaussichten. Wir rechnen damit, dass nach zehn Jahren noch 90 bis 95 Prozent der Prothesen voll funktionsfähig sind. Im Normalfall kann der Patient nach Abschluss der Behandlung beschwerdefrei gehen und die Belastungen des täglichen Lebens wieder aufnehmen. Über die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit berät ihn sein Arzt.

Spätkomplikationen

Es können jedoch Situationen entstehen, die nach einiger Zeit zur Lockerung des künstlichen Hüftgelenks führen.

Dazu gehören u.a.:

  • Überlastungen
  • Infektionen
  • Unfälle
  • Fehlbelastungen
  • Übergewicht
  • Kalkmangel des Knochens oder auch der normale Knochenabbau im Alter

Dann treten erneut Schmerzen sowie eine Schädigung des übrigen Oberschenkelknochens und des Beckens auf. In diesem Fall wird eine erneute Operation notwendig, bei der im Falle einer Lockerung z.B. die gelockerten Anteile der Hüftprothese entfernt und durch ein neues Hüftgelenk ersetzt werden.

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