Das schwache Herz: Ursachen und Behandlung einer Herzinsuffizienz
Pressemitteilung
Herzwochen 2020

Das schwache Herz: Ursachen und Behandlung einer Herzinsuffizienz

Burg

Welche Diagnose- und Therapiemaßnahmen sind bei einer Herzschwäche nach neuestem Wissen ratsam? Sollten sich Betroffene schonen und worauf sollten sie hinsichtlich ihrer Lebensweise achten?

Fast vier Milliarden Mal schlägt das menschliche Herz im Lauf eines Lebens, ohne Pause. „Verschiedene Erkrankungen, wie die koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, Herzklappenerkrankungen, Herzmuskelentzündungen und Herzrhythmusstörungen können die Leistungsfähigkeit des Herzmuskels jedoch beeinträchtigen, sodass eine Herzschwäche droht. Die Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist eine ernste Erkrankung. Allein in Deutschland leiden nach Expertenschätzungen zwei bis drei Millionen Menschen daran. Laut der Deutschen Herzstiftung werden jährlich bundesweit über 444.000 Patienten mit einer Herzschwäche in ein Krankenhaus eingeliefert, rund 45.000 sterben daran.

Die chronische Herzschwäche ist keine eigenständige Krankheit, sondern die Folge anderer Herzerkrankungen. In etwa 70 Prozent der Fälle entwickelt sie sich aus der koronaren Herzkrankheit (KHK) und Bluthochdruck, allein oder gemeinsam mit Diabetes. Aber auch Herzklappenerkrankungen, Herzmuskelentzündungen, Vorhofflimmern oder angeborene Herzfehler können Ursachen der Herzschwäche sein.

Warnzeichen Atemnot und Leistungsschwäche: Sofort zum Arzt!
Viele Betroffene wollen Beschwerden der Herzschwäche wie Atemnot, Abnahme der Leistungsfähigkeit und Wassereinlagerungen in den Beinen, besonders im Unterschenkel, nicht wahrhaben oder schieben diese auf das Alter.

„Je früher jedoch die Herzschwäche erkannt wird, umso eher kann man mit den heutigen Therapiemöglichkeiten die Entwicklung der Krankheit aufhalten oder verlangsamen und somit Lebensqualität für Patient und Familie sichern“,

erläutert Kardiologe Dr. med. Tom Giesler, Chefarzt der Klinik für Kardiologie.

Besteht beim Hausarzt der geringste Verdacht auf eine Herzschwäche, muss der Patient von einem niedergelassenen Kardiologen zur genaueren Beurteilung der Herzsituation untersucht werden. Mittels EKG, Belastungs-EKG und einer Ultraschalluntersuchung des Herzens kann dort eine Diagnose gestellt werden. Unter Umständen sind weiterführende Untersuchungen erforderlich, die ab November unter anderem auch in der Klinik für Kardiologie in der Helios Klinik Jerichower Land durchgeführt werden können.

Was kann der Betroffene tun?
Die Behandlung der Grunderkrankung ist die beste Strategie gegen die Herzschwäche. Ein gesunder Lebensstil, ein kompletter Rauchverzicht, das Einschränken des Alkohol- und Salzkonsums, viel Bewegung, eine gesunde Ernährung und eine regelmäßige Medikamenteneinnahme können das Fortschreiten der Herzschwäche aufhalten. „Früher galt: Bei Herzschwäche muss man sich körperlich schonen. Das stimmt heute nicht mehr. Heute weiß man, dass regelmäßige Bewegung wie Spazierengehen, Walken oder Radfahren hilft, die Ausdauer und Leistungsfähigkeit zu verbessern und Krankenhausaufenthalte einzuschränken“, betont Chefarzt Dr. med. Tom Giesler.