Geboren im Jerichower Land

Verhütung

Verhütung

Um kurz nach der Entbindung eine erneute Schwangerschaft auszuschließen, sollte möglichst bald wieder verhüten werden. In der Stillzeit sollte die Verhütungsmethode besonders sorgfältig gewählt werden.


Da die meisten Paare eine erneute Schwangerschaft kurz nach der Geburt ausschließen möchten, sollten sich die Paare möglichst bald Gedanken um eine geeignete Verhütungsmethode machen. Gerade während der Stillzeit werden besondere Anforderungen an ein zuverlässiges Verhütungsmittel gestellt: Es muss sicher verhüten, darf die Milchproduktion und -qualität nicht beeinflussen und keine schädlichen Folgen für das Baby haben.

Die Aussage, dass Stillen vor einer Schwangerschaft schützt, ist mittlerweile überholt. Beim Stillen wird das Milch gebende Hormon Prolaktin ausgeschüttet. Wenn die Frau voll stillt, kann dies den Eisprung verhindern – muss aber nicht. Daher ist Stillen keine Verhütungsmethode!

Das Diaphragma dient als sogenannte Barriere, um den Spermien den Zugang zur Gebärmutter zu versperren. Es wird als Verhütungsmittel in die Vagina eingesetzt und schütz zuverlässig, wenn die Größe und der richtige Sitz stimmen. Zusätzlich wird als Schutz ein Gel auf Basis von Milchsäure verwendet, welches den pH-Wert der Vagina absenkt. Dadurch wird die Beweglichkeit der Spermien gehemmt.

Das Diaphragma sollte beim Gynäkologen sorgfältig angepasst werden, da nur durch die richtige Größe und Handhabung auch ein sicherer Schutz gewährleistet ist. Bei einer perfekten Anwendung beträgt die Versagerrate 6 bis 14 Prozent, einer typischen Anwendung zwischen 12 und 18 Prozent.

Vorteile: kein Eingriff in den Hormonhaushalt, keine gesundheitlichen Nebenwirkungen, nur anzuwenden, wenn es zum Geschlechtsverkehr kommt.

Nachteil: Nur bei richtiger Anwendung auch ein zuverlässiger Verhütungsschutz gegeben ist. Häufig kommt es zu Blasenentzündungen.

Das Hormon Gestagen verhindert den Eisprung und bewirkt eine Verdickung des Schleims im Gebärmutterhals, welche undurchlässig für Spermien ist.
Die Gebärmutterschleimhaut wird nur unzureichend aufgebaut, so dass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten kann. Bei einigen Frauen bleibt die monatliche Blutung nach einigen Wochen aus, was bei einigen Anwenderinnen durchaus als Vorteil geschätzt wird.
Da die Spritze nur von einem Arzt/Ärztin oder MFA gegeben werden kann, muss regelmäßig eine Praxis aufgesucht werden. Nur wenn die Spritze regelmäßig verabreicht wird, besteht auch eine sehr hohe Sicherheit. Die Versagerrate liegt zwischen 0,2 und 0,6 Prozent bei perfekter Anwendung, sprich keine Überschreitung zwischen den Verabreichungen. Bei einer normal typischen Anwendung liegt die Rate zwischen 6 und 7 Prozent. Andere Medikamente schränken den Verhütungsschutz der Dreimonatsspritze nicht ein.
Nachteile: Möglich sind Zwischenblutungen, Kopfschmerzen, depressive Verstimmungen, Gewichtszunahme.


Das Hormonstäbchen dient als Langzeitverhütung und wird direkt unter die Haut des Oberarms gelegt, wo es durch kontinuierliche Abgabe von Hormonen vor Schwangerschaften schützt. Das Hormon gelangt in den Blutkreislauf und hemmt so den Eisprung. Normalerweise verbleibt das Hormonstäbchen drei Jahre lang im Körper. Ist ein Kinderwunsch da, kann das Stäbchen auch vorzeitig entfernt werden. Eine Frau kann dann sofort schwanger werden.
Anwendungsfehler sind ausgeschlossen, so dass von einer sehr hohen Sicherheit gesprochen wird. Die Versagerrate liegt bei perfekter und auch typischer Anwendung zwischen 0 und 0,5 Prozent. Bestimmte Medikamente können die Wirksamkeit einschränken.
Nachteile: Möglich sind u.a. Kopfschmerzen, Spannen der Brüste, unregelmäßige Blutungen, sexuelle Lustlosigkeit.

Kondome schützen vor einer ungewollten Schwangerschaft und vor vielen sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten (HIV-Infektion, Gonorrhöe). Das Kondom ist der perfekte „Partner“ in einer festen Partnerschaft als auch bei sexuellen Kontakten mit neuen oder häufig wechselnden Partnerinnen / Partnern. Es bedarf etwas an Übung, um das Kondom richtig anzuwenden. Eine große Auswahl an Produkten steht bereit, um auch die verschiedensten Vorlieben der Partner einfließen zu lassen.
Das Kondom ist ein sicheres Verhütungsmittel. Bei einer perfekten Anwendung sprechen wir von 2 Prozent Versagerrate. Bei einer typischen Anwendung ist eine Versagerrate von 6 bis 18 Prozent, wo bei „typisch“ bedeutet, dass das Kondom als Verhütungsmittel nicht konsequent bei jedem Geschlechtsverkehr Anwendung findet oder Sicherheitshinweise unbeachtet bleiben.

Anhand der symptothermalen Methode lassen sich im Zyklus fruchtbar Tage ermitteln. Wenn eine konsequente Anwendung erfolgt, kann diese Methode als sehr zuverlässig angesehen werden. Mit dieser Methode lässt sich der Zeitraum eingrenzen, wann im Zyklus die fruchtbaren Tage sind. Eine exakte Bestimmung ist nicht möglich. Jeden Morgen vor dem Aufstehen muss die Aufwachtemperatur (Basalttemperatur) gemessen werden. Als Ergänzung muss an den Tagen um den Eisprung herum auch die Beschaffenheit des Zervixschleims untersucht werden. Auch die Beobachtung des Gebärmutterhalses oder des Muttermundes kann zusätzliche Gewissheit geben. Die Lernphase der Methode ist mit ca. drei Monaten sehr aufwendig. Bei Frauen mit seltenem Eisprung und unregelmäßigen Zyklen kann die symptothermale Methode nicht angewandt werden.

Die Kombi-Pille gilt als sehr sicheres Verhütungsmittel und findet in unserer Gesellschaft am häufigsten Anwendung. Dennoch gibt es einige Einschränkungen was die Einnahme betrifft. Fast alle Pillensorten enthalten eine Kombination der beiden weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen. Die Pille selbst hat eine Dreifach-Wirkung: die Eizellenreifung wird gehemmt und damit der Eisprung – es kommt zu keiner Befruchtung, Veränderung des Schleims im Gebärmutterhals (Spermien dringen nicht ein) und Gebärmutterschleimhaut wird ungenügend aufgebaut (befruchtetes Ei kann sich nicht einnisten). Die Kombipräparate sind in der Dosierung, Zusammensetzung und Art der Einnahme unterschiedlich aufgebaut.
Vorteile: monatliche Blutungen sind etwas schwächer und kürzer, Verbesserung der unreinen Haut.
Nachteile / Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, leichte Erhöhung des Thromboserisikos, Herzinfarkt, Krebserkrankungen. Hier sollten im Vorfeld mit der Ärztin / dem Arzt mögliche Vorerkrankungen, Risikofaktoren besprochen werden

Wird die Pille stets korrekt eingenommen ist sie so sicher wie die Spirale, das Implantat oder eine Sterilisation. Die Versagerrate liegt bei einer perfekten Anwendung bei 0,3 bis 1 Prozent, bei typischer Anwendung bei 2,5 bis 9 Prozent.

Die „Pille danach“ kann eine ungewollte Schwangerschaft nach einer Verhütungspanne verhindern. Dieses Medikament ist sehr wirksam und kann in jeder Apotheke rezeptfrei erworben werden. Sie ist das „Notfallrezept“, wenn bspw. die Verhütung vergessen wurde. Hat der Eisprung noch nicht stattgefunden, hemmt oder verzögert sie diesen solange, bis keine Befruchtung mehr möglich ist. Es sind verschiedene Präparate mit unterschiedlichen Wirkstoffen erhältlich. Die schnellstmögliche Einnahme nach dem Geschlechtsverkehr, sprich innerhalb von 12 Stunden, ist die sicherste Methode, da danach die Wirksamkeit allmählich verloren geht. Bzgl. Gegenanzeigen und Warnhinweise bei der Einnahme der „Pille danach“ beraten Gynäkologen oder Apotheker.

Hierbei handelt es sich um ein hormonfreies Verhütungsmittel, welches in die Gebärmutter eingesetzt wird. Der Menstruationszyklus wird dabei nicht verändern. Die Spirale ist ein sehr sicheres Verhütungsmitteln, wenn sie richtig eingepasst ist. Die Kupferspirale ist ein Kunststoffstäbchen mit einem feinen Kupferdraht. Über diesen Draht werden geringen Mengen an Kupfer in die Gebärmutter freigesetzt (keine Hormone). Dadurch verändert sich die Gebärmutterschleimhaut und die Spermien werden in der Befruchtungsfähigkeit eingeschränkt. Sollte dennoch eine Befruchtung einer Eizelle stattfinden, kann sich diese nicht einnisten. Das Einlegen erfolgt durch den Gynäkologen und wird mittels Ultraschall auf den richtigen Sitz überprüft.
Vorteile: Frauen müssen sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren nicht um eine Verhütung kümmern und es treten keine hormonellen Nebenwirkungen auf.
Nachteil: manchmal schmerzende Monatsblutungen. Bei Frauen, die bereits eine sehr starke Blutung haben, ist die Spirale ungeeignet. Selten wird die Spirale abgestoßen und es kann beim Einsetzen zu Verletzungen der Gebärmutterwand kommen.

Beim Vaginalring handelt es sich um ein hormonelles Verhütungsmittel, welches als biegsamer Kunststoffring in die Scheide eingeführt wird und dort über den Blutkreislauf Hormone abgibt. Die Hormone Östrogen und Gestagen verhindern den monatlichen Eisprung und verändern die Beschaffenheit des Schleims im Gebärmutterhals. Spermien können nicht in die Gebärmutter gelangen und eine befruchtete Eizelle kann sich nicht einnisten. Der Ring verbleibt drei Wochen in der Vagina und kann dort die Hormone ausschütten. Nach einer einwöchigen Pause wird ein neuer Ring eingeführt um den Zyklus aufrechtzuhalten. Während der ringfreien Zeit treten die Monatsblutungen auf, wobei der Empfängnisschutz die ganze Zeit durch gewährleistet ist. Dank der einfachen Handhabung ist lediglich eine Beratung durch den Gynäkologen sinnvoll und es muss nicht täglich an die Einnahme von anderen Präparaten gedacht werden. Nebenwirkungen sind u.a. Übelkeit, Spannungsgefühl in den Brüsten, Zwischenblutungen in den ersten Monaten, Kopfschmerzen. Auch steigen wie bei der Kombi-Pille das Risiko für Schlaganfall, Thrombose und Herzinfarkt leicht.

Die Hormonspirale ist eine sichere, aber rückgängig zu machende Langzeitverhütung z.B. für Frauen, die ihre Familienplanung bereits abgeschlossen haben, aber keine Sterilisation durchführen lassen möchten.

Vorteile: Man muss nicht täglich an Verhütung denken. Da die Hormonabgabe hauptsächlich in der Gebärmutterschleimhaut wirkt und der Hormonspiegel im Blut sehr niedrig ist, beeinflusst das Gestagen den Körper kaum und wird deshalb in den meisten Fällen gut vertragen. Die Menstruation wird deutlich schwächer und bleibt zum Teil ganz aus. Die Fruchtbarkeit wird durch die Anwendung dieser Methode nicht beeinträchtigt. Die Möglichkeit, schwanger zu werden, besteht nach dem Entfernen der Hormonspirale sofort wieder beim nächsten Eisprung.

Nachteil: Während der ersten drei Monate nach der Einlage können gewisse Begleiterscheinungen wie Unterleibsschmerzen, Brustspannen, Übelkeit, Akne oder andere Hautprobleme auftreten. Ausserdem können anfangs Zwischenblutungen oder verlängerte Blutungen vorkommen. Diese Nebenwirkungen verschwinden jedoch bei den meisten Frauen nach einiger Zeit wieder.

Beim Verhütungspflaster handelt es sich um ein hormonelles Verhütungsmittel, welches über die Haut eine Kombination der Hormone Östrogen und Gestagen abgibt und so den Eisprung und die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert. Durch das Verdicken der Schleimhaut des Gebärmutterhalses können keine Spermien eindringen. An einer gesunden, trockenen und sauberen Stelle kann das Pflaster geklebt werden (Oberarm, Po, Bauch). Nach einer Woche wird das Pflaster gewechselt und an einer neuen Hautstelle ein neues Hormonpflaster aufgeklebt. Nach drei Wochen folgt dann eine pflasterfreie Zeit, in der weiterhin ein Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft besteht. Sollte einmal der Pflasterwechsel um mehr als zwei Tage verpasst sein, muss mit einer zusätzlichen Verhütung geschützt werden (Kondom). Das Verhütungspflaster ist bei korrekter Anwendung eine sehr sichere Verhütungsmethode. Die Versagerrate liegt zwischen 0,3 bis 1 Prozent bei einer perfekten Anwendung. Nebenwirkungen sind u.a. Stimmungsschwankungen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel.