Wissen

Radikale Prostatektomie: Offene Operation oder robotisches Verfahren ?

In unserer Klinik bieten wir Ihnen beide Operationsverfahren. Unsere Operateure verfügen über langjährige Expertise bei jeweils über 1000 Patienten in beiden Verfahren. Keins ist generell besser oder schlechter als das andere was die Effektivität und Sicherheit der Tumorbehandlung oder die postoperativen Ergebnisse der Harnkontinenz und Potenz angeht. Wir möchten Ihnen hier einen Überblick über die Vor- und Nachteile geben.

Die Vorteile beim robotischen Verfahren liegen in dem minimal invasiven Zugang: In der Regel ist es notwendig sechs quere, ca. 1,5 cm große Schnitte am Unterbauch durchzuführen, über welche die sog. Trokare eingeführt werden. Ein Nachteil ist jedoch, dass der Zugang durch den sogenannten Darmbauch (transperitoneal) geführt werden muss, welcher beim offenen Verfahren gänzlich unberührt bleibt (extraperitoneal). Voroperationen am Darm können diesen Zugang erschweren bis sogar unmöglich machen, so dass das offene Verfahren durchgeführt werden muss. Hier beträgt die Schnittlänge längs ca. 18 cm am Unterbauch und postoperative Verwachsungen oder Verletzungen am Darm können hierbei nicht entstehen.

Der postoperative Schmerz und die Stressantwort des Körpers ist bei beiden Verfahren gleich.

Ein Vorteil des robotischen Vorgehens ist, dass man besser an schwer zugängliche Stellen des Körpers gelangt und dort eine bessere Sicht hat. Besonders bei Prostataoperationen bei sehr übergewichtigen Patienten ist das vorteilhaft.
Nachteilig beim robotischen Verfahren ist jedoch, dass der Operateur bei der Operation nichts tasten kann und die gesamte Operation ausschließlich über die Augen kontrollieren muss.
Durch die exzellente taktile und optische Kontrolle beim offenen Operieren kann der Operateur besser sehr komplexe Verfahren durchführen, wie bspw. bei besonders aggressiven Tumoren. 

Bei der offenen Prostatachirurgie liegt der Patient flach auf dem Rücken und der Eingriff dauert in der Regel zwei Stunden. Beim robotischen Verfahren steht der Patient mit einer Neigung von 30 Grad auf dem Kopf und der Eingriff kann erheblich länger dauern. Patienten mit Vorerkrankungen an Herz Lunge oder am Auge sind für dieses Verfahren nur eingeschränkt geeignet.

Offene Operation oder robotisches Verfahren?

Es gibt nicht die eine beste Methode. Es kommt auf eine persönliche Behandlung an, die auf den Patienten individuell abgestimmt ist.

Da wir in unserer Klinik über alle operativen Möglichkeiten verfügen, können wir Ihnen den für Sie besten medizinischen Weg aufzeigen. Wir beraten Sie, berücksichtigen Ihre persönliche Situation und Wünsche und entscheiden gemeinsam mit Ihnen, welches für Sie das bessere Verfahren ist – das robotische oder das offene.