Patientenbesuche wieder möglich!

Unsere Angebote

Unsere Angebote

Trau Dich Trauern bietet Unterstützung für Kinder, Jugendliche, Familien und wichtige Bezugspersonen an, wenn der Tod eines nahe stehenden Menschen bevor steht oder bereits eingetreten ist. Darüber hinaus auch für Menschen, die im Lebensraum dieser Familien eine Rolle spielen wie z.B. Pädagogen, Erzieher und Familienhelfer. Wie lange der Tod zurück liegt, spielt für die Inanspruchnahme von Trau Dich Trauern keine Rolle.

Es kann sein, dass der Wunsch nach Unterstützung sofort nach dem Tod entsteht oder aber auch erst nach mehreren Jahren. Unseren Erfahrungen zufolge ist es sinnvoll, sich hierbei auf das Gefühl der Betroffenen zu verlassen und zu jedem Zeitpunkt dem Bedürfnis entsprechend zur Verfügung zu stehen.

Unser Konzept basiert auf jahrelanger Erfahrung in der Begleitung Sterbender, ihrer Angehörigen und der nachgehenden Trauerbegleitung, ergänzt durch aktuelle psychologische und (sozial)pädagogische Erkenntnisse im Bereich Sterben, Tod und Trauer.

  • Beratung
  • Fachberatung
  • Einzelbegleitung
  • Gruppen für Kinder und Jugendliche
  • Gruppen für erwachsene Hauptbezugspersonen
  • Offener Treff

Trau Dich Trauern bietet Beratungsgespräche für Kinder, Jugendliche und deren Familien in der Situation vor oder nach dem Tod eines nahe stehenden Menschen an. Wenn ein naher Angehöriger lebensbedrohlich erkrankt ist und der Tod bevor steht, ist die Situation sowohl für den Betroffenen selbst als auch für dessen Familie oft schwer. Vielfältige Fragen und Unsicherheiten kennzeichnen die Situation z. B.:

„Wie kann ich meinen Kindern sagen, dass ihr Vater sterben wird?“ „Wie können wir die letzte Zeit mit meinem gesunden und meinem erkrankten Kind gestalten?“

Die Zeit der Trauer ist geprägt von den Auswirkungen, die nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen spür- und sichtbar werden. Oft fragen sich Eltern oder Bezugspersonen: „Ist es normal, wie das Kind reagiert?“, „Trauert es überhaupt (angemessen)?“ Erschwert wird diese Situation durch die eigene Betroffenheit der Hauptbezugsperson(en). Sie stellen an sich selber den Anspruch, den trauernden Kindern nun stabilisierend zur Seite zu stehen. Jedoch sind sie tief mit dem eigenen Verlust eines Partners, eines Kindes oder einer anderen wichtigen Person konfrontiert, so dass sie dieser „Doppelrolle“ kaum gerecht werden können. In diesem emotionalen Spannungsfeld entstehen Unsicherheiten und Fragen, wie z.B.: „Darf ich dem Kind meine Gefühle zeigen?“, „Vermeide ich das Gespräch über den Verstorbenen - oder soll ich den Verlust ganz bewusst ansprechen?“

Menschen haben von Geburt an die Fähigkeit, auf Verlust zu reagieren. Diese Reaktionen - insbesondere bei jüngeren Kindern - wahrzunehmen und sie in Bezug zu dem erlittenen Verlust zu bringen, ist oftmals schwer. Hier kann das Gespräch mit einem Außenstehenden sehr hilfreich und klärend sein.

Die hauptamtlichen Mitarbeiter von Trau Dich Trauern bieten ein oder mehrere Beratungsgespräche an. Ziel ist es zunächst, allen Betroffenen die Möglichkeit zu bieten, das Geschehene und die Auswirkungen des Verlustes bzw. drohenden Verlustes mit einem Außenstehenden zu betrachten. In einem weiteren Schritt versuchen wir dann gemeinsam die Erlebnisse zu reflektieren, behutsame Wege zur Bewältigung zu erarbeiten und gegenseitiges Verständnis füreinander zu schaffen. Oft ist es ausreichend, darüber zu informieren, dass Kinder und Jugendliche auf ihre eigene Art und Weise trauern, entsprechend ihrem Alter und Entwicklungsstand. Es kann sich herauskristallisieren, dass sowohl der Erwachsene, als auch die Kinder und Jugendlichen eine getrennte Beratung wünschen. In diesem Fall bieten wir ebenfalls Gespräche an. 

Trau Dich Trauern bietet Mitarbeitern aus psychologischen, pädagogischen und sozialpädagogischen Arbeitsbereichen Fachberatung an. Das Thema Sterben, Tod und Trauer macht nicht halt vor der Kindergarten- oder Schultür. Einen großen Teil ihrer Lebenszeit verbringen Kinder und Jugendliche in den o.g. Institutionen. Hier, wie in keinem anderen Bereich des Lebens, werden neben Wissensvermittlung auch zwischenmenschliche Umgangsformen erlernt. Eine tragende Säule für das zukünftige erwachsene Leben bietet da die verlässliche Beziehung zu Erziehern und Lehrern, die im sozialen Miteinander eine Vorbildfunktion wahrnehmen. Gleichzeitig bestehen häufig große Unsicherheiten im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die einen Verlust erleben oder erlebt haben. Sich hier mit den eigenen Grenzen und den gegebenen Begrenzungen durch die Institution auseinanderzusetzen kann ein hilfreiches Angebot sein.

Wir beraten Kollegen, die in ihrem Berufsalltag mit trauernden Kindern, Jugendlichen und deren Familien in Kontakt kommen wie z. B. Mitarbeiter aus Kindertagesstätten, Schulen, Erziehungsberatungsstellen, Adoptiv- und Pflegekinderwesen sowie den weiteren sozialpädagogischen Arbeitsfeldern, Ärzte, Therapeuten u. a.. Wir unterstützen gern mit unseren Erfahrungen und unserem Fachwissen im Bereich der Trauerbegleitung, (z.B. Lehrerfortbildung; Beispiele zur Unterrichtsgestaltung zum Thema Trauer in der Schule). Durch unsere Kooperation mit dem Hospizforum Bonn/Rhein-Sieg, der Koordinationsstelle ALPHA Rheinland, dem TrauerInstitut Deutschland (TID) u. a. können wir auch als Vermittler zu diesen Fachstellen fungieren.

Fachtagung

Neben der Arbeit mit betroffenen Familien beteiligt sich Trau Dich Trauern regelmäßig an Fachtagungen. Hier nutzen wir die Möglichkeit, uns mit anderen Experten und Interessierten auszutauschen, uns auf dem aktuellsten Stand der Forschung zu halten und unsere Erfahrungen aus der Praxis in den wissenschaftlichen Diskurs im Bereich Trauer einzubringen.

Ein besonderer Schwerpunkt in der Einzelbegleitung ist die Wahrnehmung der Bedürfnisse aller Beteiligten. Im individuellen Begleitungsprozess wird einerseits die Entlastung der Hauptbezugsperson angestrebt, andererseits dem Bedürfnis des Kindes Rechnung getragen, als ebenfalls betroffene Person wahrgenommen und wertgeschätzt zu werden. Erfahrungsgemäß wird dies oftmals schon als Entlastung wahrgenommen.

Ziel ist hierbei, das Kind oder den Jugendlichen am Sterbe- oder Trauerprozess zu beteiligen (Beteiligung bedeutet an dieser Stelle, dass es darum geht altersentsprechende Informationen und Erklärungen zur Verfügung zu stellen. Es ist eine bekannte Tatsache, dass Phantasien um den Sterbe- und Trauerprozess herum belastender sind als die Realität)- und gleichzeitig ein Maximum an Alltagsnormalität zu erhalten. Durch eine Begleitung in der häuslichen Atmosphäre besteht die Chance, die eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten schneller zu erkennen und die Probleme und Lösungen hier direkter und selbstbestimmter umzusetzen. Das hauptamtliche Angebot kann durch ehrenamtliche Mitarbeiter ergänzt werden (Fahrdienste, Hausaufgabenbetreuung, Freizeitangebote).

Im Verlauf des Sterbeprozesses eines nahen Angehörigen und in der nachgehenden Trauer sind Familien oder einzelne Familienmitglieder manchmal nicht in der Lage, mit den komplexen Fragestellungen und Anforderungen allein zu Recht zu kommen. Diese Überforderung, sowohl bei erwachsenen Angehörigen als auch bei Kindern und Jugendlichen, löst nicht selten eine Vielzahl von heftigen Gefühlen, wie z.B. Verzweiflung und Wut aus. Nichts ist mehr wie es einmal war und man ahnt so langsam, dass es auch nie mehr so werden wird. Dennoch hat man keine Möglichkeit sich den Anforderungen des täglichen Lebens zu entziehen. 

Wenn Kinder einen nahen Menschen verlieren oder verloren haben, ist es für sie oft nicht einfach, Gedanken und Gefühle dazu mit anderen zu teilen. In der Schule sind sie mit ihrer Verlusterfahrung häufig allein. Gleichaltrige, nicht betroffene Kinder können die Situation nicht nachvollziehen. Zudem reagieren Kinder oft auf gut gemeinte Anteilnahme von Anderen zurückhaltend. Auch zu Hause kann es schwer fallen, Worte für all das zu finden, was Kinder in der Zeit nach dem Tod eines geliebten Menschen spüren. Nicht selten versuchen die Kinder die Bezugspersonen zu schützen oder zu trösten. Dabei stellen sie ihre eigenen Bedürfnisse zurück. Ob und wie Kindern die Anpassung an ein Leben ohne die wichtige verlorene Person „bewältigen“, hängt auch davon ab, welche Vorbilder sie haben. Kann ein Kind erste positive Erfahrungen im Umgang mit Verlusten machen, wird bei aller Schwere dennoch Vertrauen in die eigene Person erwachsen. 

Wer kann teilnehmen? 

Wir bieten Gruppen für Kinder im Alter von 5 bis 13 Jahren an. Innerhalb der Gruppe wird altersentsprechend in Kleingruppen gearbeitet. Wie lange der Tod zurück liegt, spielt für eine Teilnahme an einer Trau Dich Trauern-Gruppe keine Rolle. Unseren Erfahrungen zufolge ist es sinnvoll sich auf das Gefühl der Betroffenen zu verlassen. Bisher haben Kinder teilgenommen, bei denen der Tod einige Wochen zurück liegt, bei einigen aber auch mehrere Jahre. Wenn Kinder unter fünf Jahren betroffen sind, fragen Sie nach anderen Formen der Unterstützung.

Wie erfolgt die Anmeldung?

Bitte vereinbaren Sie einen Termin für ein Vorgespräch mit uns. Hier lernen wir uns gegenseitig kennen und stellen Ihnen unser Angebot detailliert vor. Sie und Ihr Kind können Fragen stellen und sich die Gruppenräume ansehen.

Alle Gruppentreffen finden in der Regel an sieben aufeinander folgenden Freitagen jeweils nachmittags in der Akademie für Palliativmedizin (c/o Helios Klinikum Bonn/Rhein-Sieg, Von-Hompesch-Straße 1, 53123 Bonn) statt.

Jugendliche, die den Tod eines nahe stehenden Menschen erlebt haben, sind oft in einer schwierigen Situation. Der Weg zum Erwachsen werden ist ohnehin nicht leicht und wird durch Erlebnisse in Verbindung mit dem Tod einer Mutter, eines Vaters, einer Schwester, eines Bruders, der Großeltern oder eines Freundes nicht selten noch erschwert. Jugendliche trauern, gleichzeitig suchen sie nach ihrer Identität und Autonomie. Sie wirken oft unnahbar und widersprüchlich. Konflikte mit den eigenen Eltern oder anderen erwachsenen Bezugspersonen sind häufig; Jugendliche fühlen sich oft unverstanden.

Für alle erwachsenen Personen, die in dieser Zeit mit Jugendlichen umgehen, ist es wichtig, sich immer wieder darauf zu besinnen, dass wir als Erwachsene nur einen Vorsprung in der Lebenserfahrung haben. Ratschläge werden auch in dieser schwierigen Lebenssituation nur ungern gehört. Vor diesem Hintergrund ist es aber besonders wichtig, sich als Bezugsperson immer wieder offen dem jungen Menschen zuzuwenden und die Bereitschaft zu signalisieren bei Bedarf als Ansprechpartner zu Verfügung zu stehen.

Auch wenn der Tod schon länger her ist, können die Erlebnisse in dieser oft schwierigen Lebensphase wieder intensiviert werden. Nicht selten sind gerade Jugendliche bemüht, nach außen alles unverändert erscheinen zu lassen.

Unser Angebot 

Trau Dich Trauern bietet Jugendlichen von 14 - 21 Jahren die Möglichkeit, in einer Gruppe mit Gleichaltrigen zusammen zu kommen. Hier haben sie die Gelegenheit, andere kennen zu lernen, die Ähnliches erlebt haben und sich mit ihnen auszutauschen. Oft fühlen sie sich gerade unter Gleichaltrigen verstanden. In diesem solidarischen Klima können Jugendliche sich mit den Erlebnissen, die sie im Zusammenhang mit dem Tod des Verstorbenen haben, beschäftigen.

Ein besonderer Schwerpunkt in unserer Arbeit ist die Erinnerungsarbeit. Hier können die Jugendlichen ihren Erinnerungen an den Verstorbenen eine ganz eigene Form geben. Die Erfahrungen in der Gruppe können Jugendliche darin unterstützen, dass sie den Erlebnissen mit dem Tod eines nahe stehenden Menschen einen Platz in ihrem Leben einräumen. Darüber hinaus erhalten die Jugendlichen Anregungen auf der Suche nach der eigenen Identität und auf dem Weg in ein eigenständiges Leben.

Wie erfolgt die Anmeldung? 

Die Anmeldung kann durch die Jugendlichen selbst oder eine erwachsene Bezugsperson erfolgen. Wir bitten um Vereinbarung eines Termins für ein Vorgespräch mit uns. Dabei geht es um das gegenseitige Kennenlernen und die Vorstellung unserer Arbeit. Es können Fragen gestellt und die Gruppenräume besichtigt werden.

Alle Gruppentreffen finden in der Regel an sieben aufeinander folgenden Freitagen in der Akademie für Palliativmedizin (c/o Helios Klinikum Bonn/Rhein-Sieg, Von-Homepsch-Straße 1, 53123 Bonn) statt.

Trau Dich Trauern bietet zeitgleich zu den Kinder- bzw. Jugendgruppen ein Angebot für erwachsene Bezugspersonen an. 

Die Treffen für die Erwachsenen beinhalten im Wesentlichen den Austausch über die Kinder. Hier können die Eltern Fragen stellen. Im Weiteren berichtet die hauptamtliche Leitung immer darüber, was vom letzten Treffen der Kinder für die Eltern wichtig war und was beim aktuellen Treffen Thema ist. In der übrigen Zeit haben die Erwachsenen die Möglichkeit über ihre Befindlichkeit in ihrer jetzigen Situation zu sprechen.

Die Treffen finden in der Bibliothek in Haus 10 im Helios Klinikum Bonn/Rhein-Sieg statt.

Wie erfolgt die Anmeldung? 

Die Termine der Erwachsenengruppen richten sich nach den Terminen für die Kinder- bzw. Jugendgruppen, die Sie bitte der Startseite entnehmen.

Ein weiteres Begleitungsangebot stellt der Offene Treff dar. Hier haben Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit andere Menschen, die Ähnliches erlebt haben, kennen zu lernen oder wieder zu sehen.

Dieses Angebot wird zugleich dem Anspruch gerecht, dass Trauer ein langer Prozess ist und es auch noch nach langer Zeit legitim ist, sich als Trauernder zu verstehen und entsprechende Angebote für sich zu nutzen. Gleichzeitig kommen wir damit dem Bedürfnis der Trauernden aus den bisherigen Gruppen entgegen, den Kontakt auf diese Weise noch aufrecht zu erhalten.