Schmerzende dicke Beine - Habe ich Lipödem?
Pressemitteilung

Schmerzende dicke Beine - Habe ich Lipödem?

Oschersleben

Viele Frauen leiden trotz schlanker Silhouette unter dicken Beinen. Doch woher kommen diese dauerhaften Einlagerungen und was können Betroffene gegen das sogenannte Lipödem tun? Anlässlich des Weltlipödemtages am 18. Mai klärt Melanie Kober, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie der Helios Bördeklinik, über Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten auf.

„Das Lipödem ist weder eine seltene noch eine neue Erkrankung. Es ist davon auszugehen, dass etwa 10 % der europäischen Frauen davon betroffen sind. Für die Betroffenen ist es bis zur Diagnose jedoch meist ein steiniger Weg, da oftmals Lipödeme jahrelang unerkannt bleiben, obwohl die Betroffenen unter Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen leiden“, weiß Melanie Kober, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie in der Helios Bördeklinik. Der 18. Mai als Welt-Lipödem-Tag soll auf die noch zu wenig bekannte Krankheit aufmerksam machen

Was steckt hinter der Krankheit Lipödem?

Umgangssprachlich wird die chronische Erkrankung auch als Reiterhosen-Phänomen bezeichnet. Es trifft vor allem Frauen: Nach hormonellen Veränderungen oder auch nach der Schwangerschaft sind Beine oder auch Arme geschwollen, Wasser lagert sich in den Fettzellen ein und wird nicht mehr durch körpereigene Mechanismen abtransportiert.

„Das Lipödem ist eine krankhafte Fettverteilungsstörung, die durch Sport oder ausgewogene Ernährung nur schwer beeinflusst werden kann“, weiß Melanie Kober zu berichten.

Wie äußert sich die Krankheit?

Beim Lipödem fällt vor allem die ungleichmäßige Verteilung der Proportionen auf, die ein erstes Zeichen für die Erkrankung ist. Die Ursache des Lipödem ist nicht eindeutig bekannt, allerdings werden hormonelle Gründe vermutet. Charakteristisch ist, neben einer Unterhautfettgewebsvermehrung an Armen und/oder Beinen, eine Neigung zu Blutergüssen ohne Trauma sowie Druck-, Berührungs- und Spannungsschmerzen. Viele Betroffene leiden häufig sowohl an physischen als auch an psychischen Beschwerden, die durch konservative oder operative Therapiemaßnahmen gelindert werden können

Insgesamt können vier Stadien der Krankheit unterschieden werden.

Glatte Hautoberfläche, feinknotige Fettstruktur und verdicktes Unterhautfett

Grobknotige Fettstruktur und unebene Hautoberfläche

Hartes Gewebe und deformierende Fettlappen

Zusätzliche starke Flüssigkeitseinlagerungen im Fettgewebe (Lipolymphödem)

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

„Sollten sich Betroffene mit den o.g. Symptomen noch nicht an einen Arzt gewendet haben, sollte zunächst eine Abklärung der venösen Gefäße bei einem Phlebologen, Lymphologen oder Gefäßchirurgen erfolgen, da eine Fehlfunktion der Venen zu einem ähnlichen Beschwerdebild wie im Anfangsstadium des Lipödems führen kann“, rät die Medizinerin. „Die Betroffenen erfüllen zu meist auf den ersten Blick die Kriterien einer Adipositas, aber nicht jeder mit „dicken Beinen“ ist einfach nur übergewichtig.Aber auch nicht jedes dickere Bein ist ein Lipödem, daher sollten Betroffene bei Auffälligkeiten oder Schmerzen frühzeitig einen Experten aufzusuchen“, so Melanie Kober.

Die Therapie des Lipödems verfolgt zum einen das Ziel, die Beschwerden wie Schmerzen und Hämatomneigung sowie Ödeme im höhergradigen Stadium zu verbessern, zum anderen Komplikationen (z. B. Lymphödem, Gangbildstörungen, Achsenfehlstellungen) zu verhindern. Je nach Krankheitsstadium kommen verschiedene Therapieansätze zum Einsatz. „Eine Gewichtsabnahme bei vorhandenem Übergewicht kann durchaus helfen. Auch Lymphmassagen und Bewegung sowie Kompressionsstrümpfe sind Maßnahmen, die zur Linderung der Schmerzen und Reduktion der Flüssigkeitseinlagerungen beitragen.“ Allerdings müssen in der Therapie auch „Begleiterscheinungen“ des Lipödems bedacht und ggf. behandelt werden. Hierzu zählen u. a. die psychische Belastung durch die Erkrankung, möglicherweise eine begleitende Adipositas, Essstörungen, körperliche Schmerzen, orthopädische und andere Erkrankungen. „Jede Therapie muss individuell mit dem Patienten abstimmt werden“, erklärt Kober.

Im fortgeschrittenen Stadium und wenn konservative Therapien versagen, kann eine Fettabsaugung der letzte Schritt sein. „Dazu sollte immer ein ausgewiesener Experte aufgesucht werden. In unserer Klinik führen wir diesen Eingriff routinemäßig und mit großer Erfahrung durch“, betont die Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Der Eingriff wird seit 2020 von Patient:innen mit einem Lipödem Statium III durch die Krankenkasse übernommen. „Hier unterstützen wir die Betroffenen vollumfänglich bei der Beratung.“, erklärt Melanie Kober.

Telefonsprechstunde und Live-Chat zum Lipödem:

Unter der Rufnummer 03949 935 -230 können Betroffene, aber auch Menschen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen, sich am 19. Mai von 14 Uhr bis 15 Uhr telefonisch beraten lassen oder ab 15 Uhr bis 15.30 Uhr im Live-Chat des Instagram-Accouts der Klinik Fragen an die Expertin stellen. Die Sprechstunde ist kostenfrei und ohne Anmeldung nutzbar.

Interessenten können gern über die Telefonsprechstunde oder anschließend direkt über die Chat-Funktion der Live-Aufzeichnung bei Instagram Fragen stellen. Die Livechats sind im Nachgang bei Instagram zu finden und fassen die wichtigsten Fragen noch einmal zusammen. Voraussetzungen, um an dem Live-Chat teilzunehmen, ist ein Instagram-Zugang. Auf den Social Media Seiten der Helios Bördeklinik kann der Live-Chat verfolgt werden. Fragen können die Chatteilnehmer dann direkt über die Chat- bzw. Kommentarfunktion stellen

Telefonische Beratung von Physiotherapeuten zur Entstauungstherapie:

Die Physiotherapeuten der Bördeklinik bieten nach Terminabsprache, jeweils dienstags und donnerstags von 12 bis 13. Uhr unter der Rufnummer 03949 935 -369, eine Beratungzur Entstauungstherapie an. Betroffene können unter der genannten Telefonnummer einen Termin für ein individuelles Beratungsgespräch mit den Lyphmtherapeuten der Bördeklinik vereinbaren.
 

Sie sind Betroffen oder wollen sich über das Lipödem weiter informieren?
Weitere Informationen und Hinweise finden sie bei der LipödemGesellschaft e.V. unter www.lipoedem-gesellschaft.de.

Suchen Sie Kontakt zu Betroffenen?
Gern können Sie sich an die Lipödem-Selbsthilfegruppe in Magdeburg wenden:
Selbsthilfegruppe Ödeme LiLy Schwere(s)LosJeden 2. Dienstag im Monat, 18 bis 20 Uhr, Selbsthilfetreffpunkt KOBES, Breiter Weg 251
Voranmeldung unter 0391 / 40 224 184 oder kontakt@kobes-magdeburg.de

Patientenakademie 2.0.:

Die Helios Bördeklinik wechselt in Corona-Zeiten das Format: Als Ersatz für die Veranstaltungsreihe „Patientenakademie“ bieten die Mediziner:innen der Neindorfer Klinik allen Interessierten die Möglichkeit, sich per Hotline und anschließend per Live-Chat auf den klinikeigenen Instagram- Kanal über medizinische Fragestellungen zu informieren. Weitere Termine der Patientenakademie finden Sie auf der Webseite hier.

Pressekontakt:

Rebecca Jahn

Referentin PR/Marketing Helios Bördeklinik

Telefon

03949 935 230

Die Helios Bördeklinik in Neindorf verfügt in fünf Fach- und zwei Belegabteilungen über 184 Betten. Rund 270 Mitarbeiter versorgen jährlich rund 10.000 stationäre Patienten.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 120.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika. Rund 20 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2020 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,8 Milliarden Euro. In Deutschland verfügt Helios über 89 Kliniken, rund 130 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sechs Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,2 Millionen Patienten behandelt, davon 4,1 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland 73.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 6,3 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin. Quirónsalud betreibt 52 Kliniken, davon sechs in Lateinamerika, 70 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15 Millionen Patienten behandelt, davon 14,1 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 40.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro. Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.