Kleiner Schirm hilft Leben retten – Vorhofohrverschluss senkt Schlaganfallrisiko
Pressemitteilung

Kleiner Schirm hilft Leben retten – Vorhofohrverschluss senkt Schlaganfallrisiko

Oschersleben

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung weltweit. Lösen sich in ei-nem Vorhof des Herzens während des Flimmerns kleine Blutgerinnsel, können diese einen lebensbedrohlichen Schlaganfall auslösen. Patienten mit Vorhofflimmern haben daher ein vielfach erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Wie ein kleiner Schirm, der im modernen Herzkatheterlabor eingesetzt wird, helfen kann, das Schlaganfallrisiko zu senken, darüber informiert Dr. med. Ali Ghanem.

Etwa 300.000 Deutsche leiden unter Vorhofflimmern, mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an der Herzrhythmusstörung zu erkranken. „Beim Vorhofflimmern schlägt das Herz nicht mehr regelmäßig, die Vorhöfe ziehen sich nicht mehr zusammen und in einer kleinen sackartigen Ausstülpung, dem sogenannten Vorhofohr, bleibt das Blut stehen“, erklärt Dr. med. Ali Ghanem, Leiter des Departments für Kardiologie der Helios Bördeklinik. Dort kommt es zur Bildung von Blutgerinnseln, den Thromben. „Lösen sich diese Thromben können sie über das Gefäßsystem auch in das Gehirn gelangen, dort Gefäße blockieren und damit einen Schlaganfall auslösen“, so der Kardiologe weiter. Das Schlaganfallrisiko zu erkennen und dem gezielt vorzubeugen, sollte vor allem bei Patienten mit Vorhofflimmern oberste Priorität haben.

 

Wie wird der Eingriff durchgeführt?

Mithilfe eines nur knapp einstündigen Eingriffs kann das kardiologische Team der Klinik das linke Vorhofohr des Herzens so verschließen, dass die dort bei Vorhofflimmern entstehenden gefährlichen Blutgerinnsel nicht mehr abschwimmen können.

„Der kleine Schirm oder ‚Okkluder‘ wird anhand einer Punktion über einen Katheter durch die Leistenvene in das linke Vorhofohr vorgeführt und verschließt dieses wie ein Korken“, erklärt Dr. Ghanem.

Da das Vorhofohr keine Funktion hat, ist dieses für die Herztätigkeit von keinem Nachteil. Nach dem Eingriff wächst der ‚Okkluder‘ komplett ein und es bildet sich eine neue Innenhaut, die diesen vollständig abdichtet. Der Eingriff wird unter Kurznarkose vorgenommen und der Patient kann bereit einige Tage nach dem Eingriff das Krankenhaus verlassen. Anschließend ist der Patient wieder normal belastbar.

Nach dem Eingriff ist häufig keine Einnahme von Blutverdünner mehr notwendig

Besonders Patienten mit einer Blutungsneigung oder einem erhöhten Risiko schwerer Blutungen durch Blutverdünner, ist dieser Eingriff zu empfehlen. Studien haben gezeigt, dass der Verschluss des Vorhofohres genauso effektiv ist, wie die lebenslange medikamentöse Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten. Der wertvolle Vorteil des ‚Okkluders‘ ist allerdings, dass jegliche Blutungen, die unter Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten als Nebenwirkung oder sogar lebensbedrohliche Komplikation auftreten können, wegfallen.„Damit ist eine weitere medikamentöse Blutverdünnung oder zu meist mehr notwendig. Voraussetzung für die Durchführung des anspruchsvollen Eingriffs sind eine hohe Expertise der Ärzte und ein eingespieltes Team um die erforderlichen Sicherheitsstandards zu gewährleisten“ macht der Kardiologe deutlich.

Gemeinsam gegen die hohe Herz-Sterblichkeitsrate in Sachsen-Anhalt

Es kann stolpern, rasen und brechen - das Herz. Die Neindorfer Klinik widmet dem lebenswichtigen Organ im Juni einen ganzen Monat und schließt sich damit der Herzwoche des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt an. Noch immer ist im Bundesland die Herzinfarkt-Sterblichkeit am höchsten. In den nächsten Wochen klären Mediziner der Helios Bördeklinik daher über die Herzgesundheit auf. Aufgrund der aktuellen Lage sind Informationsveranstaltung noch nicht möglich. Ersatzweise wird über Social-Media, die Webseite der Bördeklinik sowie in den lokalen Medien und via Telefonsprechstunde die Bevölkerung über die Gesundheit am und rund um das Herz aufgeklärt. Mehr erfahren Sie auf unserer Webseite.

Rebecca Jahn

Referentin PR/Marketing Helios Bördeklinik

Telefon

03949 935 230

Die Helios Bördeklinik in Neindorf verfügt in fünf Fach- und zwei Belegabteilungen über 184 Betten. Rund 270 Mitarbeiter versorgen jährlich rund 10.000 stationäre Patienten.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien. Rund 19 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2018 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 9 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 126 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und 10 Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,3 Millionen Patienten behandelt, davon 4,1 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 66.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 6 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 47 Kliniken, 57 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 13,3 Millionen Patienten behandelt, davon 12,9 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 34.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 3 Milliarden Euro. Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.