„Endlich kann ich das Essen genießen!“ - Patient mit seltener Krankheit in der Bördeklinik behandelt
Pressemitteilung

„Endlich kann ich das Essen genießen!“ - Patient mit seltener Krankheit in der Bördeklinik behandelt

Oschersleben

Sven Engelmann hat nach schmerzhaften Jahren die seltene Krankheit Achalasie überstanden. Erst die Feststellung und anschließende Behandlung der Krankheit in der Bördeklinik gab dem Großalslebener eine neue Lebensqualität. Dr. med. Bert Hanke, Direktor des Zentrums für Innere Medizin und leitender Oberarzt Daniel Ensberg, Leiter des Departements für Gastroenterologie in der Helios Bördeklinik informieren über die tückische Krankheit.

Symptome der Achalasie

Genussvoll Essen gehört für viele Menschen zu ihrem Leben dazu. Für Sven Engelmann aus Großalsleben hatte das Essen allerdings den genussvollen Aspekt verloren. „Teilweise war es sehr schmerz und unangenehm, wenn ich aß. Die Nahrung gelangte nicht bis in den Magen. Stattdessen staute sie sich in der Speiseröhre. Nur mit ausreichend Wasser konnte ich dies verhindern. Manchmal habe ich bis zu zwei Stunden für ein Mittagsessen benötigt“, erklärt Sven Engelmann. Der heute 20-Jährige litt an der seltenen Krankheit „Achalasie“. Der unterste Teil seiner Speiseröhre öffnete sich nicht mehr richtig und ihm blieb ihm das Essen regelrecht im Halse stecken. Die Beschwerden steigerten sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren bis Sven Engelmann sich entschloss zum Arzt zu gehen. Anfangs leider zunächst ohne Erfolg. Die eigentliche Ursache der Beschwerden blieb vorerst im Dunkeln.

„Viele Betroffene haben einen langen Leidensweg hinter sich, da die Krankheit mitunter schwer und sehr spät erkannt wird. Denn zu einer Magenspiegelung müssen Patienten „nüchtern“ erscheinen. In diesem Zustand sei die Speiseröhre oft optisch unauffällig - zumindest, solange sie noch nicht ausgesackt ist.“, erklärt Dr. Bert Hanke, Direktor des Zentrums für Innere Medizin der Bördeklinik.

Bei seinem Patienten Sven Engelmann war dies anders. Während einer Röntgenuntersuchung, der sogenannten Manometrie stellte Dr. Bert Hanke die seltene Krankheit „Achalasie“ fest. Hierbei wird eine schlauchartige Sonde mit einem Durchmesser von zwei bis drei Millimetern in die Speiseröhre eingeführt. Laut Daniel Ensberg, dem Leiter des Departements für Gastroenterologie misst sie den Druck, der beim Schlucken entsteht. Das erlaubt Rückschlüsse auf die Muskelbewegung. Im Fall von Sven Engelmann nahm der Druck im unteren Teil der Speiseröhre einfach nicht ab, ein eindeutiger Hinweis auf Achalasie. „Unsere Speiseröhre ist unter anderem von einer Ringmuskulatur umgeben, die sich in einer wellenartigen Bewegung zusammenzieht. So wird das Essen in den Magen befördert. Bei einer Achalasie funktioniert dies nicht. Wie bei Herrn Engelmann entspannt sich der unterste Teil der Ringmuskulatur somit nicht mehr“, verdeutlicht Daniel Ensberg. Und weiter:

„Viele Betroffene nehmen bis zu 10l Flüssigkeit bei einer Nahrung zu sich, um das Essen in den Magen zu befördern. Mitunter erbrechen sie sich häufig. Der Leidendruck sehr groß“.

Daniel Ensberg, dem Leiter des Departements für Gastroenterologie

Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann dies für Betroffene gefährlich werden. Die Speiseröhre kann aussacken, so dass eine ganze Mahlzeit hineinpasst. Sie wird komplett funktionslos. Das Risiko steigt, dass Speisereste in die Lunge gelangen. Im Extremfall kann die Speiseröhre sogar reißen. Auch die Gefahr für Speiseröhrenkrebs steigt.

Behandlungsmethoden der Achalasie

Um eine Achalasie zu behandeln, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine kurzzeitige Entlastung für den Patienten besteht darin in den betreffenden Teil der Muskulatur Botox zu spritzen. „Der untere Teil des Schließmuskels am Übergang zum Magen entspannt sich somit“, erläutert der leitende Oberarzt Daniel Ensberg. Die Wirkung halte etwa acht bis zehn Wochen an, erläutert der Mediziner. Bei der zweiten Behandlungsmethode wird ein medizinischer Ballon in die Speiseröhre eingebracht und mit hohem Druck ausgedehnt, bis die Muskelfasern reißen. Auch diese Ballon-Dilatation muss mehrfach wiederholt werden, um zu einem dauerhaften Erfolg zu führen, so Daniel Ensberg.

Bei ihrem Patienten Sven Engelmann entschlossen sich die Ärzte der Bördeklinik für einen dritten Weg. Das Besondere dabei war die Umsetzung der Behandlungsmethode. Dr. Hanke und der Departementsleiter Daniel Ensberg entschieden sich gegen einen größeren chirurgischen Eingriff und für eine perorale endoskopische Myotomie, kurz POEM. Die Ringmuskulatur wurde an der problematischen Stelle mithilfe eine Endoskops durchtrennt. Der Muskel kann sich nicht mehr mit der gleichen Kraft zusammenziehen wie bisher und die Speiseröhre auch nicht mehr komplett verschließen. „Für den Patienten hat der minimale Eingriff viele Vorteile: Der Schnitt in der Schleimhaut verwächst binnen weniger Stunden und der Patient kann in der Regel nach wenigen Tagen entlassen werden“, so Daniel Ensberg. „Was das Verhältnis von Risiko und Nutzen angeht, ist die POEM mit Abstand die beste Behandlungsmöglichkeit“, weiß Dr. med. Bert Hanke.

Sven Engelmann wurde nach zwei Tagen aus der Bördeklinik entlassen. Nach dem Eingriff vergingen etwa eineinhalb Wochen, bevor er wieder weitgehend normal essen konnte. „Manchmal habe ich noch das Gefühl, dass das Essen etwas schwerer durch die Speiseröhre geht. Aber dann reicht mir ein Schluck Wasser und keine ganze Flasche mehr. Durch den Eingriff habe ich auf jeden Fall an Lebensqualität gewonnen und freue mich auf die Feiertage“, berichtet Sven Engelmann.

Das der Eingriff in der Nähe seines Wohnortes vorgenommen werden konnte, war für den Patienten erleichternd. Daniel Ensberg berichtet, dass Achalasie-Patienten für eine POEM früher nach Hamburg oder Berlin überwiesen werden mussten. Seit 2019 haben wir mit Dr. med. Bert Hanke einen Experten im Haus, der das Verfahren in Berlin selbst kennengelernt hat. Dadurch könne man Betroffene jetzt direkt in Neindorf behandeln. „Darüber war ich froh“, so Sven Engelmann abschließend.

 

Sind Sie selbst betroffen? Melden Sie sich doch gern bei Katharina Winter, Sekretärin der Inneren Medizin.

Kontakte zur Achalasie-Selbsthilfe e.V. finden Sie hier

Pressekontakt:

Rebecca Jahn

Referentin PR/Marketing Helios Bördeklinik

Telefon

03949 935 230

Die Helios Bördeklinik in Neindorf verfügt in fünf Fach- und zwei Belegabteilungen über 184 Betten. Rund 270 Mitarbeiter versorgen jährlich rund 10.000 stationäre Patienten.

 

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 110.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien. Rund 21 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2019 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,2 Milliarden Euro.In Deutschland verfügt Helios über 89 Kliniken, 128 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sechs Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,6 Millionen Patienten behandelt, davon 4,4 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland 73.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin. Quirónsalud betreibt 51 Kliniken, 71 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15,4 Millionen Patienten behandelt, davon 14,6 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 37.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von über drei Milliarden Euro. Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.