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Ein Leben nach dem Brustkrebs
Pressemitteilung
Wie ein Brustaufbau Betroffenen neuen Mut gibt

Ein Leben nach dem Brustkrebs

Oschersleben

Mit rund 69.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Brustkrebs (Mammakarzinom) in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Laut dem vom Robert-Koch-Institut publizierten Bericht „Krebs in Deutschland“ erhält jede achte Frau im Laufe ihres Lebens die Diagnose Brustkrebs. Eine häufige Folge der Brusttumorerkrankung ist der Teil- oder Totalverlust einer oder beider Brüste. Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar erklärt Dr. med. Hans-Georg Damert, Mediziner der Helios Bördeklinik, Betroffenen die Möglichkeiten des Brustaufbaues.

Wie entsteht Brustkrebs?

In unserem Körper ist das Wachsen und Teilen der Körperzellen normalerweise ein geregelter Prozess. Alte Zellen sterben ab und werden durch neue ersetzt. Manchmal aber führen Genmutationen dazu, dass das Wachstum neuer Zellen nicht mehr vom Körper reguliert wird. Krebszellen, aus denen sich ein bösartiger Tumor bildet, sind durch dieses ungebremste Wachstum gekennzeichnet. „Beim Brustkrebs handelt es sich um eine solche bösartige Veränderung des weiblichen oder männlichen Brustgewebes. Die genauen Ursachen dafür sind nicht bekannt, jedoch gibt es Risikofaktoren, die ein Mammakarzinom begünstigen können“, erklärt Dr. med. Hans-Georg Damert, Chefarzt der Klinik für Plastische-, Ästhetische und Handchirurgie in der Helios Bördeklinik. Zu den Risikofaktoren gehören neben dem Alter und der genetischen Veranlagung für Krebs auch Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten. Zu letzteren beeinflussbaren Faktoren zählen so z.B. regelmäßiger Alkoholkonsum, wenig Bewegung, langjähriger Zigarettenkonsum, Übergewicht und hormonelle Faktoren (z. B. durch die Antibaby-Pille oder sehr frühe Menstruation bzw. die späte Menopause).

Wann wird eine Teil- oder Komplettentfernung der Brust durchgeführt?

„Im Allgemeinen kommen bei den meisten bösartigen Brusttumoren die brusterhaltenden Therapien zum Einsatz. Sicherlich ist ein Grund hierfür, die gut ausgebauten Vorsorgenetzwerke, die Brustkrebs oft schon in einem frühen Stadium erkennen. Bei circa 20 bis 30 Prozent der Brustkrebspatientinnen ist die vollständige Entfernung der Brustdrüse bei Frauen oder Männern, auch Mastektomie genannt, nicht vermeidbar", erklärt Dr. Damert.

Der Verlust einer Brust bedeutet für die betroffene Frau oft eine erhebliche psychische Belastung. So ist die Brust mehr als ein ästhetisches Merkmal. Sie steht auch für Weiblichkeit und spielt eine große Rolle für das Körpergefühl.

„Ein Wiederaufbau der Brust kann aus der Sicht der Betroffenen psychische als auch physische Gründe haben. Wenn eine Brust fehlt, ändert sich das Körperbild und dies kann für die Betroffene ein sichtbares Mahnmal der Erkrankung sein. Eine nachgebildete Brust bringt für viele Patientinnen einen Neubeginn mit mehr Lebensmut mit sich, auch wenn die rekonstruierte Brust weniger empfindsam ist als eine natürliche“, sagt Dr. Hans-Georg Damert.

Wie wird ein Brustwiederaufbau durchgeführt?

Der Wiederaufbau der Brust kann sofort oder in einer zweiten Operation, mit körperfremden oder körpereigenem Material beziehungsweise Gewebe erfolgen. „Meist erfolgt der Wiederaufbau jedoch erst nach einigen Monaten oder sogar Jahren, wenn eine notwendige Strahlen- und Chemotherapie abgeschlossen ist“, weiß der Chefarzt. Diese sekundäre Rekonstruktion kann entweder mit Fremdmaterial (Silikonimplantat und/oder Expander) oder mit körpereigenem Gewebe erfolgen. Welche Art des Aufbaus geeignet ist, hängt von vielen Faktoren ab: dem Gesundheitszustand und Lebensstil, der Brustgröße, der lokalen Gewebesituation, den Voroperationen und den persönlichen Wünschen.

Darstellung einer Brustrekonstruktion

„Wann immer möglich, führen wir den Brustwiederaufbau mit Eigengewebe durch, da hiermit ein natürlicheres und dauerhaftes Ergebnis erzielt wird“ erklärt der Experte. Und weiter: „Auch Folgeoperationen, wie z.B. der Implantatwechsel, entfallen. Zudem entwickelten sich die Operationsverfahren zur Wiederherstellung der Brust mit körpereigenem Gewebe, meist vom Bauch, Gesäß oder Rücken, in den vergangenen Jahren erheblich weiter. Mit Hilfe moderner mikrochirurgischer Techniken können wir heute eine symmetrische und natürliche Brust aus körpereigenem Gewebe neu bilden und gleichzeitig die früher häufigen Beeinträchtigungen an der Entnahmestelle weitgehend vermeiden. Durch die Entwicklung sogenannter Perforator-Techniken gehen dabei auch keine Rücken oder Bauchmuskeln mehr verloren“, führt der Chefarzt für Plastisch- und Ästhetische Chirurgie aus.

Jedes Verfahren hat Vor- und Nachteile, die mit jeder Patientin individuell besprochen werden. Brustkrebs ist bei weitem nicht nur eine Frauenkrankheit! Jährlich erkranken zwischen 600 und 700 Männer an Brustkrebs. Sie machen damit rund ein Prozent aller Brustkrebsfälle aus. Entsprechend ist eine Mastektomie beim Mann ebenso möglich. Der Arzt wählt in diesen Fällen in aller Regel die Form der einfachen oder modifiziert-radikalen Mastektomie.

Wie kann ich den Brustkrebs erkennen?

Das bewusste Abtasten der Brust ist eine Maßnahme der Krebsfrüherkennung. Diese Selbstuntersuchung zu Hause ist eine gute Methode, um Veränderungen wie Knoten oder Verhärtungen in der Brust frühzeitig zu bemerken. Sie ersetzt allerdings nicht die Teilnahme an ärztlichen Früherkennungs-Untersuchungen. Viele Frauen haben hormonell bedingte Beschwerden an der Brust, welche auch zu Veränderungen des Tastbefundes führen können. Schmerzhaftes Brustspannen, vor allem kurz vor der Menstruation, sowie ein Anschwellen oder eine knotigere Brust zu diesem Zeitpunkt sind häufig berichtete Beschwerden. „Wenn dann Veränderungen neu auftreten oder ein Knoten stetig wächst, besteht Abklärungsbedarf“, so Dr. Damert. Dennoch gehen die meisten Beschwerden auf ungefährliche Veränderungen der Brust zurück.

Eine genaue Abklärung und Diagnostik beim Arzt ist ratsam wenn:

  • sich Knoten oder Verhärtungen in der Brust ertasten lassen
  • beim Anheben der Arme die Brüste unterschiedlich fallen
  • eine Brustwarze nach innen gezogen ist
  • Veränderungen der Haut an einer Brustwarze auftreten
  • an einer Brustwarze blutige Flüssigkeit austritt

Welche Auswirkungen hat Corona auf Krebsbehandlungen?

Dass Corona offenbar Auswirkungen auf die Krebsbehandlungen hat, konnte Helios kürzlich in einer Studie belegen. Ein Ärzteteam verglich die stationären Aufnahmen für alle Tumordiagnosen und -behandlungen in den Helios Kliniken während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 mit denen des Vorjahres. Dabei zeigte sich ein Rückgang der Behandlungen um 10 bis 20 Prozent.

„Solche Erkenntnisse bereiten uns große Sorgen. Die Konsequenzen von ausgebliebenen oder erst verspätet begonnenen Therapien, lassen sich jetzt allerdings noch nicht vollumfänglich absehen. Wir können nur an alle Patientinnen und Patienten appellieren, Untersuchungstermine und Behandlungen wahrzunehmen. Die Kliniken haben sich frühzeitig auf die Corona-Situation eingestellt, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Die Gefahr, die durch eine zu spät diagnostizierte Krebserkrankung besteht, ist weitaus größer“, erklärt PD Dr. Sayer, Leiter Onkologisches Zentrum am Helios Klinikum Erfurt.

Darüber hinaus gilt in den Helios Kliniken ein striktes Sicherheits- und Hygienekonzept, um die Ansteckung von Patientinnen und Patienten in den Kliniken zu vermeiden.

Krebsberatungsstellen:

Deutsche Krebshilfe, unter 0800 80708877
Deutsches Krebsforschungszentrum

Helios Service-Hotline, unter 0800 633 4946

Pressekontakt:

Rebecca Jahn

Referentin PR/Marketing Helios Bördeklinik

Telefon

03949 935 230

Die Helios Bördeklinik in Neindorf verfügt in fünf Fach- und zwei Belegabteilungen über 184 Betten. Rund 270 Mitarbeiter versorgen jährlich rund 10.000 stationäre Patienten. Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 110.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien. Rund 21 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2019 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,2 Milliarden Euro. In Deutschland verfügt Helios über 89 Kliniken, 128 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sechs Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,6 Millionen Patienten behandelt, davon 4,4 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland 73.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.Quirónsalud betreibt 51 Kliniken, 71 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15,4 Millionen Patienten behandelt, davon 14,6 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 37.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von über drei Milliarden Euro.Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.