Hier erhalten Sie Informationen über unsere Behandlungschwerpunkte und wir stellen Ihnen unsere Behandlungsstrategien vor.

Koliken, die durch Harnleitersteine ausgelöst werden, zählen zu den schmerzhaftesten Erfahrungen für Patienten. Eine effektive, zeitnahe und möglichst schmerzfreie Behandlung ist daher für jeden Betroffenen erstrebenswert. Aus diesem Grund entwickelten die urologischen Fachärzte der Helios Klinik Blankenhain bereits im Jahr 2000 ein angepasstes Therapiekonzept. Bei diesem Therapiekonzept werden alle Patienten mit Nierenkoliken und entsprechenden klinischen Zeichen mittels nativer Computertomographie untersucht. In der Helios Klinik Blankenhain ist dies durch ein Spiral-CT möglich. Mit dieser Methode können bereits nach zehn Minuten mehr als 90% aller Harnsteine ohne Risiken durch eine normalerweise notwendige Kontrastmittelgabe entdeckt werden. Unmittelbar nach Lokalisation des Steines und bei fehlenden Infektionszeichen wird der Patient endoskopisch operiert und der Stein entfernt. Der Vorteil für die Patienten liegt im Vergleich zum bisherigen Vorgehen der in situ-ESWL (berührungsfreie Nierensteinzertrümmerung von außen) oder der medikamentösen Steinabtreibung vor allem darin, dass die Patienten bereits nach wenigen Stunden stein- und schmerzfrei sind. 

Da  bösartige Blasentumore z. T. ein hohes Rezidivrisiko besitzen, ist eine regelmäßige Kontrolle durch den Urologen notwendig. In schweren Fällen kann auch die vollständige Entfernung der Harnblase erforderlich sein. In solchen Situationen ist die Durchführung verschiedener Formen des kontinenten (Neoblase, katheterisierbare Urinreservoire) und inkontinenten (Ileumkonduit, Hanrleiterhautfisteln) Harnblasenersatzes möglich. Im weltweiten Vergleich geht in den letzten Jahren leider der Trend in Richtung der inkontinenten Harnableitungen. Unsere Abteilung hat sich im Gegensatz dazu das Ziel gesetzt, dem Patienten postoperativ ein weitestgehend „normales“ Leben zu ermöglichen und favorisiert, so medizinisch vertretbar und vom Patienten gewünscht, kontinente Harnableitungen. Daher konnten wir als eine der wenigen urologischen Abteilungen bei HELIOS einen Anteil von etwa 50% kontinenter Harnableitungen im Jahr 2016 erreichen. In unserer Abteilung bieten wir als häufigste kontinente Ableitungsformen die Ersatzblase aus Dünndarm (Ileumneoblase) und den Mainz- Pouch I  als Darmersatzblase mit katheterisierbarem Bauchnabelstoma an.

Der häufigste bösartige Tumor der Niere im Erwachsenenalter ist das Nierenzellkarzinom. Heute wird es zunehmend bereits im Frühstadium im Rahmen einer Routineuntersuchung entdeckt und therapiert. Bei der Behandlung steht die operative Entfernung des Tumors an erster Stelle, wobei der Organerhalt in unserer Abteilung, falls onkologisch vertretbar und technisch möglich, Priorität hat. 2016 konnten wir 62,1% aller Nierentumore organerhaltend operieren. Hierzu kommen in Blankenhain auch besondere Operationstechniken wie die der sogenannten Resektion in kalter Ischämie zum Einsatz. 

Um unseren Patienten auch nach Ausschöpfen aller therapeutischen Optionen eine umfassende Weiterbetreuung sowohl stationär als auch ambulant ermöglichen zu können, bieten wir seit 2015 eine eigene palliativmedizinische Betteneinheit an, die pflegerisch als auch ärztlich durch das urologische Team betreut wird. Für die Betreuung stehen hierfür aktuell sieben speziell ausgebildete Schwestern und Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin zur Verfügung.

Blutegeltherapie der Nebenhodenentzündung