Besuchsverbot!

Um die Sicherheit unserer Patienten und Mitarbeiter auch weiterhin zu gewährleisten, besteht ab dem 26.10.2020 aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen ein generelles Besuchsverbot.

Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin

Arbeitshilfe Lokalanästhetika

Integraler Bestandteil der Regionalanästhesie sind neben der Technik auch der Gebrauch von besonderen Medikamenten, den Lokalanästhetika. Die Kenntnis ihrer speziellen Eigenschaften sowie ihr richtiger Einsatz sind der Garant für einen sicheren Einsatz am Patienten. Um dies zu gewährleisten, benutzen wir oft die folgende Darstellung.

1 Eigenschaften einzelner gebräuchlicher Regionalanästhetika

Eigenschaften einzelner gebräuchlicher Regionalanästhetika

Lokal-
anästhetikum 

Molekular-
gewicht
(Base)$
pKa (25°C) Relative
Lipidlöslich-
keit* 
Protein-
bindung
[%]
Anästhetische
Potenz
Zusatz
Adrenalin§
Höchstdosen** 
Deutschland
mg/kg KM
(max mg)
Höchstdosen
USA
Höchstdosen
andere Länder
2-Chlorprocainmit
ohne
-
-
800 mg
1000 mg
-
1000 mg
Procain2369,10,0261mit
ohne
750 – 1000 mg
500 mg
500 mg
-
600 mg (epidural)
Articainmit
ohne
4 mg/kg KM-
-
7 mg/kg KM
Lidocain2347,92,9644mit
ohne
7 (500)
3 - 4 (300)
300 mg
500 mg
200 mg
500 mg
Prilocain2207,90,9553 - 4mit
ohne
8 - 9 (600)
5 - 6 (400)
-
-
400 mg
600 mg
Mepivacain2467,80,8783 – 4mit
ohne
7 (500)
4 (300)
400 mg
550 mg
400 mg (epidural)
Bupivacain2888,11419416mit
ohne
kontinuierlich:
2 - 3 (150 - 225)
2 (150)
0,4 mg/kgKM*h
175 mg
225 mg

100 (epidural) - 175 mg
400 mg/24h

Levobupivacainmit
ohne
150 mg
-
150 mg
-
150 mg
400 mg/24h
Ropivacain2748,113,19216mit
ohne
kontinuierlich:
-
3 - 4 (250)
bis 37,5 mg/h
225 mg
225 mg 

200 mg (epidural)
300 mg (Infiltration)

$ Molekulargewicht: mit steigendem Molekulargewicht (Molekülvolumen) verringert sich das Diffusionsvermögen zum Wirkort (längere Anschlagszeit und die Ablösung von diesem Wirkungsverlängerung).
* Relative Lipidlöslichkeit: Verteilungskoeffizient Öl/H2O.
§ Vasokonstriktorzusatz und Resorption: verminderte Blutungsneigung im Operationsgebiet, LA-Resorptionsverzögerung (Wirkungsverlängerung; Bedenke: Dexamethason), Dosisreduktion (geringere Abdiffusion) oder risikoärmere Anwendung höherer (notwendiger) Dosen, niedrigere LA-Plasmakonzentration.
** Höchstdosen für Erwachsene (über 50 kg KM) modifiziert nach Rosenberg (2004).

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2 Empfohlene Grenzdosen differenziert nach Anästhesietechnik

Empfohlene Grenzdosen differenziert nach Anästhesietechnik (ohne/mit Adrenalin bzw. identische Dosis für beide Präparationen; nach Niesel 1997)
MepivacainLidocainPrilocainBupivacainRopivacain
A – subcutan (s.c.)400/500 mg400/500 mg600 mg150 mg
B – hohe Resorption200 mg200 mg300 mg75 mg3 – 4 mg/kgKM
C – Einzelinjektion400/500 mg400/500 mg600 mg150 mg250 mg
D – protrahierte Injektion500 mg500 mg700 mg200 mg37,5 mg/h kontinuierlich
E – vasoaktive Injektion1 – 25 ml1 – 25 ml1 – 25 ml1 – 25 ml

 Verfahren C und E sind durch akute Verläufe gekennzeichnet und erfordern besonderes Monitoring!

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3 Einteilung und Funktion der Nervenfasern

Einteilung und Funktion der Nervenfasern
Gruppe Durchmesser
[µm]
Leitungs-
geschwindigkeit
[m/s]
Funktion
A   α1570 – 120Primäre Muskelspindelafferenz
(Propriozeption),
motorische Efferenz
A   β850Hautafferenz
(Berührung und Druck)
A   γ830Sekundäre Muskelspindelafferenz
(Propriozeption)
A   δ> 315Hautafferenz
(Schmerz und Temperatur)
B1 – 310Präganglionär sympathisch
C marklos11Hautafferenz (Schmerz),
postganglionär sympathisch

 

„Toxische“ Dosen des Lokalanästhetikums

A

  • Chemische Grundstruktur
  • Intrinsische Vasoaktivität
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • Nierenerkrankungen

B

  • Injektionsort
  • Lebensalter
  • Körpergröße und -masse
  • Systemische Verteilung
  • Medikamenteninteraktion

C

  • physikochemische Eigenschaften
  • Lokale Perfusionsverhältnisse
  • Vasokonstriktorenzusatz
  • Systemische Absorption 

D

  • Plasmaproteinbindung
  • Schwangerschaft
  • „Empfindlichkeit“ der Zielorgane (individuelle Krampfschwelle)
  • Metabolismus/Exkretion
  • Azidose/Temperatur

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5 CHA2DS2-VASc-SCORE

  • Dient dem Abschätzen des Schlaganfallrisikos bei Patienten mit Vorhofflimmern
  • Höchstzahl 9 Punkte
ScoreParameterPunkt
CHerzinsuffizienz (congestive heart failure)1
HHypertonie1
A2Alter2
DDiabetes mellitus1
S2Vorangegangener Schlaganfall, TIA, Embolie2
VPeriphere arterielle Verschlusskrankheit1
AAlter 66 – 74 Jahre1
Sc („sex category“)Weibliches Geschlecht1

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6 HAS BLED-Score

  • Zum genaueren Abschätzen des individuellen Blutungsrisikos hat sich der HAS-BLED-Score (Tabelle 5) etabliert, wobei die jährliche Blutungsrate in Abhängigkeit von der Anzahl der vorliegenden Risikofaktoren ansteigt.
  • Bei Patienten mit Vorhofflimmern ohne Risikofaktoren liegt das Blutungsrisiko bei 1,13/100 Patientenjahre, während es bei 2 Risikofaktoren bereits auf 1,88/100 Patientenjahre und bei 4 Risikofaktoren auf 8,7/100 Patientenjahre ansteigt.
KLINISCHER ParameterPunkte
HHypertension1
AAbnormale Nieren-/Leberfunktion (je 1 Pkt.)1 oder 2
SSchlaganfall1
BBlutung1
LLabile INRs1
EAlter (elderly)1
DDrogen und Alkohol (je 1 Pkt.)1 oder 2

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7 Download Service

Stand, Kontakt, Haftung

Stand: 18.05.2020