Krankheitsbilder & Behandlungsmöglichkeiten

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie Informationen über häufige Erkrankungen und Verletzungen. Wir zeigen Ihnen die Behandlungschwerpunkte unseres Hauses und stellen Ihnen unsere Behandlungsstrategien vor.

Einleitung

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist eine rund 15 cm lange Drüse hinter dem Bauchfell in Höhe des zweiten Lendenwirbelkörpers. Sie wird in Kopf, Hals, Körper und Schwanz eingeteilt. Wichtig ist ferner ein Ausführungsgang, über den die Drüse Verdauungssekrete in den Darm abgibt. Dieser Gang verläuft auf seiner letzten Strecke zum Darm gemeinsam mit dem Gallengang. Auf diese Weise können Gallensteine, die den gemeinsamen Teil des Ganges verstopfen, auch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse auslösen.

 

Funktion / Beschwerdebild

Die Bauchspeicheldrüse hat zwei Hauptfunktionen: erstens, die Bildung von eiweiß- und fettspaltenden Enzymen und deren Abgabe in den Darm (exokrine Funktion) und, zweitens, die Bildung der Stoffwechselhormone Insulin und Glukagon und deren Abgabe ins Blut (endokrine Funktion). Je nachdem, welche der Funktionen gestört ist, ergeben sich unterschiedliche Krankheitsbilder. Einige dieser Erkrankungen sind medizinisch sehr bedeutsam, da sie schwerwiegend verlaufen können und nach wie vor weltweit mit einer hohen Sterberate verbunden sind.

Störungen der endokrinen Funktion beeinträchtigen den Zuckerstoffwechsel und können unter anderem Formen der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) hervorrufen.

Unter den Störungen der exokrinen Funktion ist insbesondere die Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) hervorzuheben, weil sie verhältnismäßig häufig ist, ernsthafte Folgen haben und durch eine geeignete Lebensweise mitunter verhindert werden kann. Man unterscheidet eine akute und eine chronische Entzündung.

 

Akute Bauchspeicheldrüsenentzündungen

Die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Statt im Darm Nahrungsbestandteile zu verdauen, werden die Enzyme bereits in der Bauchspeicheldrüse selbst aktiv und greifen das Organ an: Es kommt zur Eigenverdauung des Drüsengewebes. Als Auslöser kommen neben Vergiftungen (Alkohol!) unter anderem üppige Mahlzeiten, Entzündungen anderer Organe und eine Verstopfung des Enzymausführungsgangs durch Gallensteine in Frage. Die Schwere der Erkrankung zwingt stets dazu, den Patienten auf einer Intensivüberwachungsstationkontinuierlich zu überwachen. Ziel ist es, die Giftstoffe aus seinem Körper zu entfernen, die Drüse ruhigzustellen und sie zu sanieren. Schreitet die Entzündung dennoch fort, entscheiden die behandelnden Ärzte über den günstigsten Zeitpunkt für eine Operation, bei der das abgestorbene Gewebe abgetragen werden soll.

Sind Gallensteine die Ursache, so müssen diese operativ entfernt werden und die Gallengänge „saniert“ werden – danach klingt die Entzündung meist ab. Die Entfernung des Gallensteins gelingt mitunter bereits endoskopisch, d.h. durch eine spezielle Spiegelung des Dünndarms (ERCP), bei der versucht wird, den blockierenden Gallenstein aus dem Ende des Ausführungsgangs herauszuziehen.

 

Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung

Im Unterschied zur akuten Form schreitet die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung nur langsam voran. Sie geht mit wiederkehrenden Schmerzen einher und kann flüssigkeitsgefüllte Höhlen im Pankreas bilden, die chirurgisch behandelt werden müssen. Die Ursachen sind ähnlich wie bei der akuten Form. Dabei besteht die Gefahr, dass die langdauernde Entzündung schließlich in Krebs übergeht. Bösartige Pankreastumoren zählen zu den heimtückischsten Tumoren, da sie auch ohne Zeichen der Entzündung anfänglich schmerzlos wachsen können, ohne die Funktion des Organs oder seines Umfelds zu beeinträchtigen. Daher ist gerade bei Patienten mit chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündungen erhöhte diagnostische Aufmerksamkeit geboten.

Wenden Sie sich bitte bei allen Fragen vertrauensvoll an unser Behandlungs- und Pflegeteam.

Einleitung

Der menschliche Dickdarm hat eine Länge von circa 1,5 bis 1,8 Metern. Er ist wie ein umgekehrtes U um die Dünndarmschlingen gelagert. Der Dünndarm mündet im rechten Unterbauch in den Anfangsteil des Dickdarms, der Blinddarm genannt wird und an dem der bekannte "Wurmfortsatz" hängt. Die letzten 15 bis 20 cm des Dickdarmes werden als Mastdarm (Rektum) bezeichnet. Im Dick- und Mastdarm werden im Wesentlichen die unverdaulichen Anteile der Nahrung durch Wasserentzug eingedickt. Im Mastdarm wird zusätzlich der Kot für die Entleerung gesammelt. In der Dickdarmschleimhaut können sich gutartige (Adenome, Polypen) sowie bösartige (Karzinome) Tumoren bilden.

Die bösartigen Tumoren des Dick- und Mastdarmes sind nach den bösartigen Lungentumoren die weithäufigste Krebserkrankung in der westlichen Welt. Im Bereich des Verdauungstraktes stellt dieser Tumor die häufigste Form des Krebses dar. Die Häufigkeit des Dickdarmkrebses hat in Deutschland in den vergangenen 25 Jahren anhaltend leicht zugenommen. Männer erkranken etwas häufiger an Dickdarmkrebs als Frauen. Beim Mastdarmkrebs sind Männer nahezu doppelt so häufig betroffen. Die Erkrankung tritt am häufigsten bei 60- bis 80-jährigen auf. Dem familiär gehäuften Auftreten vor dem 45. Lebensjahr wird heute in der Forschung besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

 

Beschwerdebild

Im Frühstadium können sich gutartige wie bösartige Tumoren des Dickdarms ohne erkennbare Krankheitszeichen entwickeln. Häufig tritt jedoch als Frühsymptom eine Blutbeimengung im Stuhl auf. Deshalb erfolgt als Frühtest die Untersuchung des Stuhles auf Blut mit Hilfe eines chemischen Teststreifens. Diese Untersuchung nimmt der Hausarzt vor. Die gesetzlichen Krankenkassen gewähren ab dem 45. Lebensjahr für Männer und Frauen eine jährliche Früherkennungsuntersuchung des Darmes. Dazu gehört außer der genannten chemischen Untersuchung noch das Austasten des Enddarmes mit dem Finger. Bei positivem Stuhl-auf-Blut- Befund, was keinesfalls mit der Diagnose Krebserkrankung gleichzusetzen ist, muss auf jeden Fall weiter gefahndet werden. Ihr Hausarzt wird daher in der Regel eine Spiegeluntersuchung des Dickdarmes oder eine Röntgenuntersuchung veranlassen. Patienten mit erhöhtem Risiko (ähnliche Erkrankungen in der Familie, bekannte Polypen) sollten mit ihrem Arzt gegebenenfalls besondere Früherkennungsmaßnahmen besprechen.

Behandlungsmöglichkeiten

Bei augenscheinlich gutartigen Dickdarmtumoren kann der Tumor anlässlich der Darmspiegelung entfernt und zur feingeweblichen Untersuchung eingesandt werden. Liegt Darmkrebs vor, sind alsbald operative Maßnahmen erforderlich. Der Chirurg schneidet den erkrankten Darmabschnitt weit im Gesunden heraus unter besonderer Berücksichtigung der Lymph- und Blutabflussgebiete. In der Regel kann er die verbleibenden Dickdarmstümpfe durch Naht wieder miteinander vereinigen und so den natürlichen Darmausgang erhalten. Auch bei sehr tief sitzenden Tumoren sind wir heute in der Lage die natürliche Stuhlpassage zu erhalten. Hierzu verwenden wir spezielle Klammernahtgeräte. So ließ sich die Rate der kompletten Mastdarmausräumung mit Anlage eines künstlichen Darmausganges auf unter 10 Prozent senken.

Wichtig bei der Behandlung bösartiger Tumoren des Dickdarms ist heute die interdisziplinäre Behandlung dieser Erkrankung. Unter dieser multimodalen Therapiestrategie, welche gemeinsam von Chirurgen, Onkologen und Strahlentherapeuten vor Beginn der Behandlung in einem Tumorboard festgelegt wird, werden heute sehr gute Ergebnisse und hohe Langzeitüberlebensraten erzielt.

Entscheidend für ein normales Leben nach der Darmkrebserkrankung ist ihre möglichst frühe Erkennung und konsequente chirurgische Behandlung.

Wenn in Ihrer Familie Darmkrebserkrankungen bereits aufgetreten sind oder wenn Sie bei sich selbst Blut im Stuhl bemerken, reden Sie möglichst unverzüglich mit Ihrem Hausarzt, der dann alles Weitere in die Wege leiten wird.

Wenden Sie sich bitte bei allen Fragen vertrauensvoll an unser Behandlungs- und Pflegeteam.

Einleitung

Die Gallenblase ist ein kleines, beutelförmiges Organ an der Unterfläche der Leber. In der Blase wird die von der Leber produzierte Gallenflüssigkeit (= Galle) gesammelt, gespeichert und eingedickt. Nimmt der Mensch Nahrung auf, zieht sich die Gallenblase zusammen und presst die Galle über einen Ausführungsgang in den Zwölffingerdarm. Dort dient die Galle der Fettverdauung.

 

Ursache/ Beschwerdebild

In der Galle können sich Klumpen (= Steine) bilden. Dies kann mehrere Ursachen haben. Meist enthält die Galle zu viel Cholesterin oder so genannte Gallenfarbstoffe. Dies ist der wichtigste Grund. Unterstützt wird die Steinbildung, wenn sich der Betreffende übermäßig oder fehlernährt. Weibliche Geschlechtshormone, die Anti-Baby-Pille, Schwangerschaft oder entsprechende familiäre Veranlagung können die Steinbildung begünstigen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer und alte Menschen häufiger als junge.

 

Behandlung

Gallensteine lassen sich schon früh durch Ultraschalluntersuchung erkennen und in ihrer Entwicklung beobachten. Falls nötig, können die Gallenblase und die zu- und abführenden Gallenwege durch spezielle Röntgenaufnahmen mit Einspritzung von Kontrastmittel (sogenannte ERCP oder PTC), ausnahmsweise auch durch Computertomographie und MRT dargestellt werden. Gallensteine müssen keine Beschwerden verursachen. Werden Gallensteine diagnostiziert, kann man versuchen, sie mit Medikamenten aufzulösen. Allerdings ist dieses Verfahren in weniger als 5% der Fälle erfolgreich. Auch bilden sich häufig trotz lebenslanger Medikamenteneinnahme wieder neue Steine, da die Ursache der Steinbildung in der Gallenblase nicht beseitigt werden kann.

 

Operation

Spätestens, wenn die Gallensteine Beschwerden verursachen, ist die Operation die Therapie der Wahl - insbesondere auch, weil Komplikationen umso häufiger werden, je länger das Steinleiden dauert. Die Gallenblase lässt sich auf verschiedene Weise operativ entfernen. Sitzen die Steine nur in der Gallenblase, wird heutzutage in 80 bis 90 % der Fälle endoskopisch operiert. Dabei führt der Chirurg röhrenförmige Licht, Sicht- und Arbeitsinstrumente über drei kleine Schnitte in die Bauchdecke ein, ohne den Bauch zu eröffnen - anders als bei der manchmal notwendigen offenen chirurgischen Operation, bei der der Chirurg die Gallenwege röntgen, kontrollieren und die Bauchorgane abtasten kann. Sitzen die Gallensteine in Blase und Gang wird versucht, in einer ersten Sitzung endoskopisch die Gallenwegssteine (über den Zwölffingerdarm) zu entfernen; am gleichen Tag bis Wochen später wird dann in einer zweiten Sitzung, ebenfalls endoskopisch, die Gallenblase, wie oben beschrieben, entfernt. Gelingen die endoskopischen Eingriffe nicht, muss auch hier offen operiert werden.

 

Nach der Operation

Komplikationen, die eine Nachoperation erfordern sind selten. Patienten, deren Gallenblase endoskopisch entfernt wurde, müssen in der Regel zwischen 2 und 4 Tage, Patienten nach offener Gallenblasenoperation 6 bis 8 Tage im Krankenhaus bleiben. Konnten die Gallenwegssteine und die Gallenblase nur über eine offene Operation entfernt werden, beträgt die Verweildauer 10 bis 14 Tage. Voll körperlich belasten können sich endoskopisch Operierte nach 3 Wochen, offen chirurgisch Operierte nach 8 bis 10 Wochen. Da die Galle nun nicht mehr in der Gallenblase konzentriert werden kann, sollten die Patienten lebenslang eine fettarme, blähungsfreie und leicht verdauliche Kost einhalten.

Wenden Sie sich bitte bei allen Fragen vertrauensvoll an unser Behandlungs- und Pflegeteam.

Einleitung

Von einem Eingeweidebruch sprechen Ärzte ganz allgemein, wenn sich Bauchorgane durch eine Lücke in der Bauchwand nach außen unter die Haut stülpen. Der Leistenbruch ist eine Form des Eingeweidebruchs. Hier zwängt sich der Darm entweder durch den Leistenkanal in den Hodensack oder in die große Schamlippe (indirekter Leistenbruch) oder unmittelbar durch die leistennahe Bauchdecke (direkter Leistenbruch) unter die Haut. Ursachen sind u. a. ein weiter Leistenkanal, hoher Druck im Bauchraum (schweres Heben!) und/oder eine Bindegewebsschwäche der Bauchwand.

 

Beschwerdebild

Der unter die Haut vorgestülpte Darmabschnitt kann leicht ziehende bis sehr starke Schmerzen hervorrufen. Werden die Eingeweideteile in diesem Defektbereich abgeklemmt und ihre Blutversorgung abgeschnürt, kann es zu einem schweren, lebensbedrohlichen Krankheitsbild kommen. Da sich die Bruchpforte im Laufe der Zeit allmählich vergrößert und das Risiko einer Einklemmung nicht von vornherein sicher ausgeschlossen werden kann, sollte jeder Bauchwandbruch operativ versorgt werden. Das Tragen von Bruchbändern kann diese Entwicklung nicht verhindern.

 

Offene Leistenbruchoperation

Bei der herkömmlichen offenen Methode verschließt der Operateur die Bruchlücke (Bauchdeckendefekte), indem er im Bruchbereich einen Hautschnitt anlegt, die einzelnen Bestandteile der Bauchwand sorgfältig freilegt und dann miteinander so vereinigt, dass eine stabile Leistenkanalwand entsteht. Dieses Verfahren wird im Regelfall für Erstoperationen bei jungen Patienten bevorzugt.

 

Offene Leistenbruchoperation mit Netzeinsatz

Zeigen sich jedoch im Bereich der Bauchdecken sehr große Lücken, die sich nicht mit ausreichender Sicherheit dauerhaft wiedervereinigen lassen, setzt der Chirurg ein gut verträgliches Kunststoffnetz ein, das die Bauchwand in diesem Bereich verstärken soll. Diese Technik ist bei sehr großen Brüchen oder Wiederholungsbrüchen oft notwendig.

 

Endoskopische Leistenbruchoperation

Die endoskopische Leistenbruchoperation gehört zu den minimalinvasiven chirurgischen Verfahren. Ihr Vorzug besteht darin, dass sich große Hautschnitte vermeiden lassen. Mit dieser Technik gelingt es, die Bruchlücke über ein Endoskop, d. i. ein röhrenförmiges Licht-, Sicht- und Arbeitsinstrument, unter der Haut zu verschließen. Da die Arbeitsgeräte sehr klein sind, bedarf es nur kleiner Hautschnitte, um das Endoskop einzuführen und bis zum Operationsgebiet vorzuschieben. Nachdem der Chirurg sich auf diesem Weg sorgfältig Überblick über Leistenband, Blutgefäße und Bruch verschafft hat, präpariert er zunächst sehr genau die anatomischen Strukturen und überspannt dann die nun sichtbare Bruchlücke mit einem Netz. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist die relativ frühe vollständige Belastbarkeit des verschlossenen Bruches, so dass der Patient sich anschließend nicht intensiv schonen muss.

 

Ergebnisse

Für die offenen Standardeingriffe in der Leistenbruchchirurgie werden Rezidivraten (Wiederauftreten des Bruches) mit maximal 3 Prozent angegeben. Die Realität in Deutschland sieht anders aus. So werden nach einer Erhebung der Krankenkassen im Schnitt 10 Prozent aller Operationen als Rezidiveingriffe ausgeführt. Dies hat zur Verwendung von Kunststoffnetzen zum Verschluss der Bauchwand geführt. Hierfür wurden minimalinvasive Techniken entwickelt, die einen Schnitt in der Bauchwand oder Leistenregion ersparen. Vorteile hierbei sind weniger Wundheilungsstörungen, weniger Schmerzen und eine sofortige volle Belastbarkeit des Bruches. Die Rezidivrate liegt hier bei unter 1 Prozent. Die bei uns durchgeführte Technik der Präparation nur in den vorgegebenen Schichten der Bauchwand macht einen Zugang über die Bauchhöhle nicht notwendig. Daher eignen sich auch Patienten mit ausgedehnten Voroperationen in der Bauchhöhle für dieses Verfahren. Die eingebrachten Netze haben ein Eigengewicht von maximal 3 g und sind extrem gut körperverträglich (keine Abstoßungsreaktionen).

Wenden Sie sich bitte bei allen Fragen vertrauensvoll an unser Behandlungs- und Pflegeteam.

Minimalinvasive Operation (MIC)

Bei der laparoskopischen Operation füllen wir den Bauchraum mit Kohlendioxyd. Die chirurgischen Instrumente bringen wir, wie auch das Sichtgerät, über dünne Metallröhrchen in den Bauch ein. Das Bild aus der Bauchhöhle wird mit Vergrößerung auf einen Monitor übertragen, wo wir unsere Handlungen verfolgen können.

 

Vorteile der minimalinvasiven Chirurgie

  • Die Eröffnung der Bauchhöhle durch größere Schnitte ist nicht erforderlich. Ihre körperliche Integrität wird weniger beeinträchtigt. Die Ausprägung des Schmerzes nach der Operation ist wesentlich geringer, Sie genesen rascher und werden meist deutlich früher als nach herkömmlichen Operationen nach Hause gehen können.
  • Der Bauchraum wird weniger gereizt und verletzt, denn Haken und Bauchtücher benötigen wir nicht.
  • In schwer zugänglichen Bereichen des Bauches ist unsere Sicht besser, weil wir die Kamera an entscheidende Stellen heranführen und verschiedene Sichtwinkel einstellen.
  • Spezielle, exaktere Präparationstechniken sind entwickelt worden, durch die Sie weniger Blut verlieren als bei offenen Operationen. Bluttransfusionen sind in der MIC selten. Wichtige Hilfsmittel bei laparkopischen Operationen in unserer Klink sind Ultraschallmesser und- Scheren sowie Hochfrequenzstrom.

 

Neues Verfahren als Herausforderung

Natürlich kann es auch bei der MIC zu Komplikationen kommen, so sind in seltenen Fällen größer Blutungen und Organverletzungen möglich. Aber bei sorgsamer Abwägung überwiegen eindeutig die Vorteile der neuen und schonenden Technik gegenüber konventionellen Operationen, so dass wir die MIC überall einsetzen, wo es sinnvoll ist.

Im Folgenden erläutern wir Ihnen die wichtigsten in unserer Klinik eingesetzten Verfahren der MIC.

 

Operation bei Sodbrennen

Der untere Schließmuskel der Speiseröhre verhindert das Hochsteigen der Magensäure zur empfindlichen Speiseröhrenschleimhaut. Rutscht ein Teil des Magens mit dem Schließmuskel in den Bauchraum (Zwerchfellbruch), ist dieser Ventilmechanismus nicht mehr wirksam, und das Sodbrennen als Zeichen der Schädigung kündigt einen lebenslangen Krankheitsprozess an. Medikamente lindern die Auswirkung der Säure auf die Schleimhaut, eine ursächliche Behandlung ist aber nur durch die Operation mit Lagekorrektur des Schließmuskels und Verstärkung des Verschlusses möglich. Dazu engen wir die Lücke im Zwerchfell ein und verstärken den Schließmuskel durch eine Umhüllung mit einer Magenfalte (Fundoplicatio).

 

Chronische Bauchschmerzen und Verwachsungen

Nach Entzündungen im Bauchraum, besonders nach größeren operativen Eingriffen, kann es zu Verwachsungen zwischen Darmschlingen kommen. Diese Verwachsungen können zu Einengungen, aber auch zu Knickbildungen führen, was wiederum chronische, teilweise krampfartige Beschwerden, evtl. sogar einen Darmverschluss auslösen kann.

Mit der endoskopischen Operation lösen wir Verwachsungen operativ. Die kleinen Schnitte haben den Vorteil, dass kaum neue Verwachsungen entstehen.

 

Operation der Gallenblase

Steine bilden sich durch Eindickung des Gallensaftes in der Gallenblase. Größere Steine führen zu chronischen Schmerzen, kleine Steine können den Gallengang abrutschen, Koliken erzeugen oder lebensgefährliche Bauchspeicheldrüsenentzündungen hervorrufen.

In fast allen Fällen sind wir in der Lage die Gallenblase mit einer endoskopischen Operation zu entfernen. Mit speziellen Kathetern können wir dabei die Gallengänge darstellen.

 

Operation beim Leistenbruch und Narbenbruch

Brüche entstehen an Schwachstellen der Bauchdecke. Operationen, bei denen das festere Gewebe aus der Nachbarschaft mit Nähten zusammengezogen wird um die Lücke zu schließen, erzeugen Gewebespannung und neigen zu Rückfällen.

Bei der endoskopischen Operation befestigen wir Kunststoffnetze von innen an der Bauchdecke. Diese Art zu operieren bewirkt weniger Schmerzen, und eine körperliche Belastung ist früher möglich. Besonders vorteilhaft ist die MIC-Operation bei Wiederholungsbrüchen, weil der Narbenbereich der Voroperation nicht wieder eröffnet werden muss und bei doppelseitigen Leistenbrüchen, weil wir beide Seiten vom gleichen Zugang aus versorgen.

 

Operationen am Dickdarm

Bei der Divertikelkrankheit

Divertikel (Ausstülpungen) des Dickdarms können sich entzünden und dabei eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung (Peritonitis) hervorrufen. Bei längerem Verlauf der Erkrankung kann es als Folge zu Engstellen (Stenosen) und Knickbildungen kommen, die starke Schmerzen beim Stuhlgang auslösen. Nach einer schweren oder mehreren leichten Entzündungen empfehlen wir eine Operation.

Dabei müssen wir alle befallenen Darmteile entfernen. Um danach eine spannungsfreie Darmnaht zu ermöglichen, müssen große Teile des Darms freigelegt werden. In der offenen Chirurgie sind dafür große Schnitte notwendig. Bei der MIC-Operation reicht dazu ein kleiner Schnitt.

 

Bei gutartigen Polypen

Polypen, die sich bei der Spiegelung nicht mit der Schlinge abtragen lassen, werden mit Tusche oder Röntgenkontrastmittel markiert. Wir entfernen sie dann mit der MIC-Technik und einem zusätzlichen kleinen Bauchschnitt. Die konsequente Entfernung alles Polypen ist wichtig, um zu verhindern, dass Darmkrebs entsteht.

 

Beim Krebs

Bei Dickdarmkrebs müssen wir den Darm umgebende Blutgefäße und Lymphknoten mit entfernen, damit keine Tumorzellen im Körper verbleiben. Auch das gelingt laparoskopisch. In der „offenen“ Chirurgie ist dafür ein besonders großer Schnitt erforderlich, auf den wir beim laparoskopischen Operieren verzichten können.

 

Operationen bei Wurmfortsatzentzündungen (Blinddarmentzündungen)

Die endoskopische Operation ist fast immer möglich – mit erheblich weniger Schmerzen und Heilungsstörungen als beim Bauchschnitt. Bei unklaren Bauchbeschwerden können wir durch eine diagnostische Spiegelung zuerst die Ursache klären und – falls nötig – gleich den Wurmfortsatz entfernen.

 

Operationen durch den Anus (TEM)

Gutartige Polypen des Darms mit breiter Basis und kleinere, noch nicht weit fortgeschrittene Tumoren (T1-Stadium) lassen sich am besten minimalinvasiv durch den Anus erreichen (transanale endoskopische Mikrochirurgie = TEM) und operieren. Gerade kleine Krebsgeschwülste, die in die Muskulatur vorgewachsen sind und in der Nähe des Schließmuskels liegen, können wir so entfernen ohne dass ein künstlicher Darmausgang nötig wird.

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Einleitung

Die Schilddrüse ist ein hormonproduzierendes Organ. Die hier gebildeten Hormone (Thyroxin, Trijodthyronin) sind für die Regulation des Stoffwechsels und den Energiehaushalt des Körpers von entscheidender Bedeutung. Ein wichtiger Bestandteil dieser Hormone ist das Element Jod. Als Struma wird die krankhafte Vergrößerung der Schilddrüse bezeichnet. Als Folge der Vergrößerung kann der Halsumfang zunehmen, und es können sich Knoten in der Schilddrüse bilden. Engt die Struma Luft und Speiseröhre ein, kann sie Atmung und Schluckakt behindern.

 

Ursache - Beschwerdebild

Eine Struma kann mit einer Unter-, Normal- oder Überfunktion des Organs einhergehen. Die Überfunktion äußert sich durch Symptome wie plötzliches Herzrasen, Händezittern, Schweißneigung, Haarausfall, Gewichtsabnahme, Durchfall und Nervosität. Bei Patienten mit derartigen Symptomen wird der Arzt in der Regel zunächst die Schilddrüse untersuchen. Hierzu wird er den Hals abtasten, Blut für eine ausgedehnte Labordiagnostik abnehmen und eine Ultraschalluntersuchung sowie eine nuklearmedizinische Untersuchung veranlassen, bei der ein speziell ausgebildeter Arzt die Funktion der Schilddrüse anhand verschiedener Tests misst. Zum Untersuchungsprogramm vor der Operation gehört auch die Prüfung der Funktion der Stimmbandnerven durch einen HNO-Arzt.

 

Behandlung

Die Behandlung der gutartigen Struma erfolgt zunächst meist medikamentös. So kann die Gabe von Schilddrüsenhormonen das Wachstum stoppen. Es ist unbedingt erforderlich, eine Überfunktion durch entsprechende Arzneimittel in eine Normalfunktion zu überführen. Eine operative Behandlung ist dann notwendig, wenn der begründete oder gesicherte Verdacht auf einen bösartigen Schilddrüsentumor besteht oder wenn die Struma andere Halsorgane (Gefäße, Luftröhre, Speiseröhre) mechanisch behindert. Eine vergrößerte Schilddrüse sollte auch dann operiert werden, wenn die Struma trotz Medikamentengabe weiter wächst, so dass sie kosmetisch stört; wenn Symptome wie Kloßgefühl bestehen; wenn ein unklarer Befund, meist beim Knotenkropf an der Schilddrüse festgestellt wird und dabei ein bösartig wachsender Tumor nicht ausgeschlossen werden kann; und, schließlich, wenn bestimmte Formen der Schilddrüsenüberfunktion vorliegen. Bei letzteren ist in besonderen Fällen alternativ zur Operation die Gabe von radioaktivem Jod möglich.

 

Operation

Bei der Operation setzt der Chirurg einen kleinen Hautschnitt in eine Halsbeugefalte. Er legt die Schilddrüse auf beiden Seiten frei und entnimmt entweder nur die erkrankten Teile aus der Schilddrüse, oder er entfernt die Schilddrüse bis auf wenige Reste vollständig (subtotal). Hierbei achtet er sorgfältig darauf, die Stimmbandnerven und die Nebenschilddrüsen, die den Kalziumstoffwechsel regeln, zu schonen. Zur sicheren Darstellung und Identifizierung der Stimmbandnerven wenden wir in den HELIOS Kliniken routinemäßig das so genannte Neuromonitorring an, das während der Operation die andauernde Überwachung der Nerven mittels Elektrostimulation ermöglicht. Mit dieser Maßnahme sichern wir zusätzlich die medizinische Qualität unserer Schilddrüsenoperationen. Der Operateur verschließt die Wunde unter kosmetischen Gesichtspunkten. Die Operation ist heute komplikations- und risikoarm. Die kosmetischen Ergebnisse sind sehr gut. Bluttransfusionen werden in der Regel nicht notwendig.

 

Nach der Operation

Der weitere stationäre Aufenthalt hängt von der körperlichen Verfassung des Operierten ab. Patienten mit guter Konstitution können das Krankenhaus bereits nach wenigen Tagen wieder verlassen. Die Erholungsphase nach einer solchen Operation beträgt - wie bei anderen Operationen - etwa zwei bis drei Wochen. Ist die Wunde verheilt, braucht sich der Patient bei sportlichen Aktivitäten nicht mehr einzuschränken. Das Risiko einer erneuten Schilddrüsenvergrößerung (Rezidiv) ist gering, wobei die Operierten in der Regel Jodtabletten oder Schilddrüsenhormonen zur Rezidivverhütung einnehmen. Zudem sollte eine sorgfältige ärztliche Nachuntersuchung und Nachkontrolle des Befunds erfolgen.

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