Saskia im Interview

Saskia ist gelernte Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin und arbeitet seit acht Jahren im Emil von Behring. Sie ist Bereichsleiterin der Stationen 14/15 und kümmert sich überwiegend um die kleinen Patienten. Die Frage „Was willst du einmal werden?“ stellte sich bei ihr nicht wirklich – sie wusste schon in sehr jungen Jahren, dass die einmal im Krankenhaus arbeitet wird.  

Saskia, wann war dir klar, dass du einmal Gesundheits- und Krankenpflegerin werden möchtest?
Das wusste ich im Grunde schon in der Grundschule. Meine Oma war eine gelernte Kinderkrankenschwester. Und mein Onkel arbeitete beim Deutschen Roten Kreuz. Ich habe den beiden immer gern zugehört, wenn sie von ihrem Berufsalltag erzählt haben. Dabei fand ich einen Punkt immer total spannend: Schichtarbeit. (Sie lacht.)

Schichtdienst? Ehrlich …?
Ich weiß, für viele geht das gar nicht. Ich habe mir Schichtdienst aber immer interessant vorgestellt. Meine Eltern haben klassisch von morgens bis abends gearbeitet. Das fand ich irgendwie langweilig. Ich wollte lieber ab und zu am Wochenende arbeiten, um dafür einen Vormittag frei und Zeit für mich zu haben. Klar, so einfach, wie ich mir das als Kind ausgemalt habe, ist das dann auch nicht. Aber Schichtdienst macht meinen Beruf auf jeden Fall abwechslungsreicher.

Was magst du besonders an der Arbeit hier im Haus?
Ich mag, dass in unserem Team alle Altersgruppen vertreten sind und somit alle von den Erfahrungen, Einstellungen der anderen Kolleginnen und Kollegen profitieren können. Toll finde ich auch, dass es mehrmals im Jahr teamfördernde Aktivitäten gibt. Darüber hinaus ist die gute interdisziplinäre Zusammenarbeit im Haus ein weiterer Grund, warum ich gern hier arbeite.

Was ist für dich das Besondere an diesem Beruf?
In der Kinderkrankenpflege sind es natürlich die kleinen Patienten, die meinen Beruf so besonders machen. Kinder haben einfach eine ganz andere Art Dankbarkeit zu zeigen. Sie sind gerade heraus und überlegen nicht. Sie zeigen offen ihre Ablehnung oder ihre Zuneigung: Wenn dir ein kleiner Patient als Dank zum Abschied ein selbst gemaltes Bild schenkt, ist mir das immer mehr wert als eine Schachtel Pralinen. Nicht missverstehen, alle Pflegerinnen und Pfleger freuen sich über Lob und Dank. Wenn der Dank aber von einem Kind kommt, freue ich mich vielleicht noch ein klein wenig mehr.

Gibt es ein Erlebnis, das dir bis heute in Erinnerung geblieben ist?
Es gibt so viele Sachen, die man in diesem Beruf erlebt. Konkret, erinnere ich mich an eine Situation während meiner Ausbildung: Ein Geschwisterpaar war über Ostern im Krankenhaus und es war den Eltern nicht möglich, zu Besuch zu kommen. Wir Pflegeschüler bekamen daher die Aufgabe, uns um die beiden zu kümmern. Sobald ich auf die Station kam, lief mir der 3-jährige Junge immer entgegen und sprang mir in die Arme. Dabei wusste ich immer, an meiner Stelle hätten doch die Eltern sein müssen. Da bekomme ich heute noch einen kleinen Knoten im Hals …

Ich wünsche mir, dass sich mehr Menschen für diesen Beruf begeistern.

Saskia H.

Hand aufs Herz: Was findest du nicht so toll an deinem Beruf?
Grundsätzlich bleiben mir die schönen Erlebnisse einfach besser in Erinnerung. Aber natürlich gibt es Situationen, die nerven, vor allem wenn es stressig wird. Da schlägt man schnell den falschen Ton an, auch wenn alle wissen, dass es nichts bringt, sich „anzukeksen“, wie ich das nenne.

Was ist dein Wunsch für deinen Beruf?
Ich wünsche mir, dass sich mehr Menschen für diesen Beruf begeistern. In dem Zusammenhang wünsche ich mir aber auch, dass mehr Menschen in der Pflege bleiben, und sich nicht nach der Ausbildung – aus welchen Gründen auch immer – etwas Anderes suchen. Ja, der Job ist teilweise auch körperlich anstrengend aber im Team kann man alles stemmen. Ich arbeite mit einem wunderbaren Team, das gemeinsam alles schafft.

Auf den Punkt gebracht: Mein Beruf ist für mich, „der wichtigste Job der Welt“, weil …
mir die Zusammenarbeit mit Menschen sehr, sehr wichtig ist. Und ich dafür sorgen kann, dass sich Patienten bei uns wohlfühlen, und ich aktiv an ihrem Genesungsprozess beteiligt bin.