Lungenklinik wertet Effekte der Immuntherapie aus
Vielversprechende erste Ergebnisse

Lungenklinik wertet Effekte der Immuntherapie aus

Berlin

Am Tumorzentrum Berlin wird in einem Pilotprojekt die Immuntherapie beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs klinisch evaluiert.

Initiiert wurde das Pilotprojekt von der Klinik für Pneumologie, Lungenklinik Heckeshorn, im HELIOS Klinikum Emil von Behring in Berlin. Weitere vier Berliner Tumorzentren sind beteiligt.

Vorausgegangen ist die systematische Auswertung eigener Behandlungsergebnisse durch das führende Lungenkrebszentrum Berlin-Brandenburgs. „Ziel war herauszuarbeiten, wie sicher die Immuntherapie im klinischen Alltag ist, und wie sie sich auf den Tumor auswirkt“, erläutert Prof. Dr. med. Torsten Bauer, Leiter des Lungenkrebszentrums. Insgesamt wurden in der Lungenklinik Heckeshorn 110 Patienten mit fortgeschrittenem Tumorleiden mit Immuntherapie im Anschluss an eine Chemotherapie von August 2015 bis Dezember 2016 in der Routineversorgung behandelt. 

Für die Immuntherapie wurden seit August 2015 zwei Medikamente in Deutschland zugelassen. Diese Wirkstoffe greifen in die Steuerung der Immunantwort gegen Tumorzellen ein. So versetzen sie die körpereigene Immunabwehr wieder in die Lage, die Tumorzellen als bösartig zu erkennen und zu bekämpfen. „Diese Methode ist deutlich effektiver für unsere Patienten, wie unsere ersten Ergebnisse bestätigen“, sagt Prof. Bauer. Im Vergleich zur herkömmlichen Chemotherapie waren bekannte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Müdigkeit, Haarausfall oder Blutbildveränderungen erheblich weniger ausgeprägt.

Neue, nicht bekannte Nebenwirkungen müssen aber mit in das Kalkül gezogen werden. „Es handelt sich um vielversprechende Substanzen, die erstaunliche Therapieerfolge zeigten. Teilweise ließ sich die Tumorgröße im Verlauf deutlich verkleinern“. Chefarzt Prof. Bauer und sein Team arbeiten weiter an der Auswertung, um Aussagen über Langzeitergebnisse machen zu können – in der Lungenklinik Heckeshorn, aber auch trägerübergreifend innerhalb der Berliner Lungenkrebszentren.