Handynutzung - zu viel für den Daumen?
„Tag der Hand“ am 1. März

Handynutzung - zu viel für den Daumen?

Berlin

Jedes Jahr am 1. März ruft die Initiative der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie e.V. (DGH) den „Tag der Hand“ aus. Wir haben anlässlich des heutigen Tages mit Oberarzt Dr. med. Matthias Schulz, Bereichsleitung Handchirurgie in unserem Klinikum, über die Hand und hier speziell über den Daumen, seine Besonderheiten sowie Belastungsgrenzen gesprochen.

Gerade unser Daumen ist in unserem digitalen Zeitalter mit einer durchschnittlichen Smartphone-Nutzung von rund drei Stunden täglich besonderen Belastungen ausgesetzt, die manchmal sogar zu Überbeanspruchungen führen können. Umgangssprachlich spricht man, wenn zu viel getippt und gescrollt wurde, von einem „Handydaumen“.

Herr Dr. Schulz, was macht die menschliche Hand so einzigartig?
Unsere Hände sind vielfältig einsetzbar: Wir können mit großer Kraft zupacken, oder mit Präzision einen Faden in ein Nadelöhr einfädeln. Zudem wir die Hand von zahlreichen Nerven versorgt, so dass wir wichtige Informationen über unseren Tastsinn erhalten. Die fünf Finger bilden den frei beweglichen Teil der Hand. Sie bestehen jeweils aus drei Einzelknochen, den Fingergliedern. Der Daumen ist ein Finger mit einer Sonderstellung, da er zum einen nur zwei Fingerglieder hat und zum anderen opponierbar ist. Das bedeutet, er kann den anderen Fingern entgegengestellt werden. Ohne Daumen wäre unsere Greiffunktion nahezu nicht vorhanden.

Darum ist unser Daumen für die Handynutzung so wichtig?
Schulz: Ja, unser Daumen hat einen sehr großen Bewegungsumfang. Das liegt an der Konzeption unseres Daumensattelgelenks, die es uns ermöglicht, den Daumen Richtung Kleinfinger zu führen. Wäre das nicht der Fall, würden wir unser Handy nicht gleichzeitig halten und über den Bildschirm wischen können.

Warum kann die Handynutzung unseren Daumen krank machen?
Schulz: Das Handy macht unseren Daumen nicht per se krank, aber bei übermäßiger Nutzung werden die Daumenstreck- und Beugesehnen so stark beansprucht, dass es zu einer Entzündung kommen kann.

Oberarzt Dr. med. Matthias Schulz, Bereichsleitung Handchirurgie, informiert über den so genannten "Handy-Daumen".

Wie merke ich die Überbeanspruchung?
Schulz: Es schmerzt – vor allem wenn der Daumen bewegt oder belastet wird, wie bei der Nutzung des Handys.

Und dann?
Schulz: Dann sollte man dem Daumen eine Pause gönnen. Eine weitere Handynutzung sollte dann vermieden und der Daumen ruhiggestellt werden. Nur in letzter Konsequenz und sehr selten ist eine Operation nötig.

Was kann ich tun, damit mein Daumen – trotz Handynutzung – nicht überbeansprucht wird?
Schulz: Ich empfehle die Hand, die das Smartphone nutzt, zu wechseln. Außerdem hilft es auch, das Telefon auf einen festen Untergrund beim Schreiben zu legen. Oder man telefoniert ganz einfach mal wieder.

Zum Fachbereich Handchirurgie