Bessere Behandlungsmöglichkeiten dank Immuntherapie

Bessere Behandlungsmöglichkeiten dank Immuntherapie

Da das Pleuramesotheliom bei der Diagnose nur sehr selten auf einen umschriebenen Bereich beschränkt ist, bildet die medikamentöse Systemtherapie noch immer das Rückgrat der tumorspezifischen Therapie dieser Erkrankung – selbst im Falle einer möglichen Operation bzw. Bestrahlung.

Im Mesotheliomzentrum der Lungenklinik Heckeshorn ist neben der klassischen Chemotherapie auch die Immuntherapie etablierter Bestandteil der systemischen Tumortherapie.

Abhängig vom histologischen Subtyp, vorhandenen Nebenerkrankungen, dem Allgemeinzustand sowie der Berücksichtigung weiterer Voraussetzungen kann die Immuntherapie der Chemotherapie sogar bereits überlegen sein – in der Regel bei besserer Verträglichkeit und weniger Nebenwirkungen. Wie bei jeder Tumorerkrankung sollte der Tumor vor der Therapie jedoch in seiner Ausbreitung eindeutig klassifiziert und mittels Gewebeprobe intensiv feingeweblich untersucht sein. Mit dem Institut für Gewebediagnostik und der Klinik für Radiologie vor Ort kann die Lungenklinik Heckeshorn dies bestmöglich leisten.

Wenn alle Ergebnisse vorliegen, wird in einer interdisziplinären Tumorkonferenz ein bestmöglicher Therapieplan entworfen, und diese Empfehlung anschließend mit den Patienten in einer speziellen Mesotheliom-Sprechstunde besprochen.

So wirkt die ...

Bei der Chemotherapie werden sogenannte Zytostatika (griech. cyto = Zelle, statik = stoppen) eingesetzt, die das unkontrollierte Zellwachstum des Tumors stoppen sollen. Diese werden in aller Regel als Infusion gegeben. Die Zellgifte werden üblicherweise in die Tumorzelle aufgenommen und beeinflussen dort das Erbgut, die Zellteilung oder den Stoffwechsel so, dass die Tumorzelle bestenfalls abstirbt.

Aus dem Umstand, dass die Chemotherapie nicht exklusiv gegen Tumorzellen wirkt, sondern auch in andere, sich häufig teilende Zellsysteme in unserem Körper aufgenommen wird, erklären sich bekannte Nebenwirkungen, z.B. Haarverlust und Blutbildveränderungen, welche unterschiedlich häufig auftreten.

Der Wirkmechanismus der Immuntherapie macht sich die körpereigene Immunabwehr zu Nutze: Alle Tumore entziehen sich dem Immunsystem während ihrer Entwicklung und sind quasi unsichtbar für die körpereigene Abwehr. Das führt dazu, dass sie unkontrolliert wachsen können und letztendlich eine Geschwulst im Körper bilden können.

Die Tumorzellen geben dabei an den Körper über einen Kontrollpunkt („checkpoint“) das Signal weiter, dass sie „normale“ Zellen seien. Das Immunsystem lässt sich davon täuschen und beseitigt diese Zellen nicht. Bei der Immuntherapie wird dieses Prinzip unterbrochen („checkpoint inhibitoren“), das körpereigene Immunsystem erkennt die Zellen wieder und die Tumore werden zerstört.

Auch diese Therapie wird als (Antikörper-)Infusion gegeben.