Behandlung von Lipödems

Behandlung von Lipödems

Das Lipödem ist eine fortschreitende Erkrankung, die durch eine atypische, symmetrische Verteilung von Fettgewebe bevorzugt an den Extremitäten gekennzeichnet ist und für die betroffenen Patienten eine große Belastung darstellt.

Das Lipödem tritt fast ausschließlich bei Frauen auf und bevorzugt nach der Pubertät, nach einer Schwangerschaft oder im Klimakterium. Hormonelle Veränderungen (Östrogen abhängig) und Gewichtszunahme werden als Ursachen vermutet, ebenso eine genetische Prädisposition. 

Die mit der Krankheit einhergehenden Schwellungen infolge von Flüssigkeitseinlagerungen aus dem Gefäßsystem (Ödem) sind oft mit Schmerzen, Druckempfindlichkeit sowie der Neigung zu Hämatomen verbunden. Es liegt primär keine Schädigung des Lymphgefäßsystems vor, im weiteren klinischen Verlauf kann jedoch dieses durch die erhöhte Verletzlichkeit und Entzündungsanfälligkeit des Fettgewebes mitgeschädigt werden und somit die Ödembereitschaft erhöht werden. 

Häufig ist die Körpersilhouette der Patientinnen geprägt durch eine schlanke Taille, jedoch verdickte Oberschenkel, schmerzhafte Reiterhosen, Polster im Bereich der Oberschenkelinnenseiten, säulenartig geformte Beine bis zum oberen Sprunggelenk. Als Kontrast dagegen sind die Füße meist schlank, unauffällig, ohne prägnante Schwellung und ohne bedeutsame Fettablagerungen. 

Sport und Diäten:

Oftmals haben die betroffenen Patienten bereits eine lange Leidensgeschichte mit zahllosen Diäten hinter sich. Leider kommt es meist nur zu einer Gewichtsabnahme am Körperstamm, nicht jedoch an Armen und Beinen. Sportliche Betätigung führt ebenfalls selten zur gewünschten Reduktion des Gewebes im betroffenen Gebiet. Dies ist ein weiteres typisches Anzeichen für die Erkrankung Lipödem.

Zwei Behandlungsmethoden zur Wahl

Hierfür bedient man sich der Manuellen Lymphdrainage (MLD), bei der durch die Hände des Physiotherapeuten der Lymphfluss aus dem Körpergewebe in die Lymphbahnen gelenkt wird. Diese Therapie beginnt meist in der Region der Schlüsselbeine, wird mit einer zentralen Entstauung am Körperstamm fortgesetzt und endet an den Extremitäten. Die Manuelle Lymphdrainage sollte bei Lipödemen mit einer Dauer von 60 Minuten bis zu dreimal in der Woche durchgeführt werden. Ziel dieser Drainagebehandlung ist es, den Druckschmerz aus dem Fettgewebe der lipödematösen Arme und Beine zu nehmen. Eine Umfangsverbesserung oder gar Fettreduktion ist nicht zu erwarten. 

Der Erfolg stellt sich nur dann ein, wenn der erneute Rückfluss aufgehalten wird. Deshalb müssen die Extremitäten mit Kompressionsstrümpfen an Armen und Beinen bekleidet werden. Eine flachgestrickte Kompressionsware muss individuell angepasst werden und ist bei diesem lymphologischen Krankheitsbild nicht zu umgehen, da die Fettmengen an den Extremitäten unförmig sind. Rundgestrickte Konfektionskompression ist in Sitz und Form unzureichend. Die Kompressionsbekleidung muss ganztägig dauerhaft getragen werden. 

Das Lipödem ist eine angeborene Fettverteilungsstörung, die konservative Therapie muss lebenslang fortgeführt werden. 

Das Lipödem lässt sich schonend mittels Fettabsaugung behandeln. 

Bei dieser Methode wird unter akribischer Schonung der Lymphgefäße durch Entfernung des Lipödems-Fetts das Gleichgewicht zwischen Lymphproduktion und Lymphabtransport wiederhergestellt. Die operative Fettentfernung (Liposuktion) ist beim Lipödem medizinisch indiziert. 

Bei dieser Methode werden die Fettpolster mit einer lokal betäubenden Flüssigkeit aufgeweicht (Tumeszensanästhesie) und nach einer Einwirkphase mit speziellen Kanülen achsengerecht und lymphgefässchonend abgesaugt. Da die Wiederherstellung eines exzellenten Lymphflusses das Ziel dieser Operation ist, muss eine intensive lymphologische konservative Therapie in unmittelbarem Anschluß an den Eingriff für circa zwei Wochen erfolgen. 

So kann der Lymphfluß in den Extremitäten ausbalanciert, die Schmerzen vermindert, der Fettmantel reduziert, die Form von Armen und Beinen verändert werden. 
Eine dauerhafte komplexe Entstauungstherapie mit manueller Lymphdrainage und Kompressionsbekleidung ist nach dem Eingriff und der Nachbehandlung in der Regel nicht mehr notwendig.
 

Auf einen Blick

  • Dauer: ca. 2 Stunden in Vollnarkose, in der Regel 2-3 Operationen erforderlich
  • Klinik: 2-3 Tage stationärer Aufenthalt
  • Sport: nach ca. 3-4 Wochen
  • Kompressionskleidung: für 6-8 Wochen