Operative Eingriffe für trans* Frauen

Sehr geehrte Patientinnen,

bei der angleichenden Operation Mann zu Frau bieten wir Ihnen neben dem Brustaufbau auch den Aufbau des Schamhügels mittels Eigenfetttransplantation an. Die Schaffung einer Neovagina wird durch unseren urologischen Kooperationspartner vorgenommen. Die Stimmlage kann durch einen korrigierenden Eingriff an den Stimmbändern in HNO-ärztlicher Zusammenarbeit angepasst werden.

Für den Brustaufbau stehen uns verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen kann dies mittels Silikonimplantaten, zum andern durch eine Fettgewebstransplantation (Lipofilling) durchgeführt werden:

Für einen Brustaufbau mit Silikonimplantat stehen eine Vielzahl von verschiedenen Implantaten mit unterschiedlichen Formen (rund / anatomisch), Oberflächen (glatt / texturiert) und Größen zur Verfügung, die wir individuell mit Ihnen abstimmen. Hierbei müssen neben Ihren Wünschen viele individuelle Faktoren, wie die Brustgröße und -form, die Brustwarzenposition, Festigkeit des Hautmantels und eine mögliche Ungleichheit zwischen den Brüsten beachtet werden. 

Bei der Operation erfolgt der Hautschnitt in der natürlichen Brustumschlagsfalte (submammär), in seltenen Fällen am Rand der Brustwarze (periareolär) oder in der Achsel (axillär). Dies ist abhängig von der Implantat- und Gewebebeschaffenheit und der gewünschten Brustform. Zudem kann das Implantat entweder über oder unter den Brustmuskel platziert werden.  Diese Aspekte erläutern wir Ihnen gerne nach einer körperlichen Untersuchung.

Eine Brustvergrößerung erfolgt in der Regel in Vollnarkose, dauert ca. zwei Stunden und wird im Rahmen eines mehrtägigen stationären Aufenthaltes durchgeführt. 

Gerade in den letzten Jahren hat sich der Brustaufbau mittels Eigenfetttransplantation (Lipofilling) als eine sehr gute Methode etabliert, wenn eine moderate Volumenzunahme angestrebt wird. Je nach Wunsch kann die Prozedur auch wiederholt werden um ein größeres Brustvolumen zu erzielen. Die Vorteile gegenüber einem Silikonimplantat bestehen in den kaum sichtbaren Narben, keinen Gefühlempfindungsstörungen und ein natürliches Gefühl bei Berührung.  Ebenso entfallen alle negativen Eigenschaften von Silikonimplantate, wie ggf ein Fremdkörpergefühl, Kapselfibrose und im weiteren Leben folgende Implantatwechsel.

Ob die Kosten für dieses Verfahren von ihrer Krankenkasse übernommen werden muss durch einen vorherigen Antrag geklärt werden. 

Bei der Operation wird zunächst das sich an einer störenden Stelle befindende Fett schonend abgesaugt, gefiltert und in die gewünschten Bereiche der Brust, zielgenau mit feinen Kanüle transplantiert. Nach der Operation sind kaum Schmerzen zu erwarten. Die Schmerzen im Bereich der Absaugareale gleichen denen eines Muskelkaters; hier kann es zu blauen Flecken kommen, die nach ca. 2-4 Wochen abklingen.  

Um das Einwachsen der Fettzellen zu unterstützen, sollte nach der Operation für vier Wochen kein Druck auf die Brust ausgeübt werden, sowie auf Sport verzichtet werden.