Individuelle und persönliche Betreuung

Spezielle Lymphsprechstunde bietet kompetente Hilfe für Betroffene

Spezielle Lymphsprechstunde bietet kompetente  Hilfe für Betroffene

Die Klinik ist auf mikrochirurgische Eingriffe spezialisiert- auch bei der Behandlung von Lymphödemen

Kompetente Hilfe bei Lymph- und Lipödem

Patienten mit einem Lymphödem beispielsweise nach Entfernung der Lymphknoten bei Brustkrebs haben oft einen langen und beschwerlichen Weg hinter sich, der körperlich und seelisch sehr belastet. In den letzten Jahren kam es zu einem deutlichen Innovationsschub in der Lymphchirurgie, vor allem durch neue mikrochirurgische Operationsverfahren.

International erfahrene Kollegen stehen Ihnen in unserer modernen Klinik zur Seite und beraten Sie gern persönlich, individuell und fachlich kompetent.

 

Was ist ein Lymphödem und welche Behandlung gibt es?

Die operative Entfernung der Lymphknoten lässt sich bei Krebserkrankungen oftmals nicht umgehen. Oft gibt es Schwellungen der Extremitäten, zu einem Armlymphödem kommt es bei Brustkrebspatientinnen bei bis zu 17 Prozent. Das Lymphödem ist eine sicht- und tastbare Flüssigkeitsansammlung im Interstitium (Zwischenzellraum). Es wird durch mechanische Insuffizienz des Lymphgefäßsystems hervorgerufen, so dass die interstitielle Flüssigkeit nicht mehr ausreichend über die Lymphgefäße abtransportiert werden kann. Dies führt zu einem Rückstau und zur Ansammlung von Flüssigkeit in den Zellzwischenräumen (Ödem). Neben den Extremitäten können auch Gesicht, Hals, Rumpf und die Genitalien betroffen sein.

 

Man unterscheidet ein primäres und sekundäres Lymphödem.

Bei der primären selteneren Form sind die Lymphgefäße und/oder Lymphknoten aufgrund einer Entwicklungsstörung nicht oder nur teilweise oder mit einer Fehlbildung angelegt. Ganze Extremitäten oder Körperregionen können betroffen sein.

Beim sekundären häufigeren Lymphödem sind die Abflussbahnen mechanisch insuffizient als Folge  pathologischer Veränderungen wie z. B. Tumorerkrankungen, Traumen, Lymphangitiden (Entzündung aufgrund von Viren, Bakterien, Pilzen, Parasiten etc., auch im rheumatischen Formenkreis), chronisch-venöse Insuffizienz (CVI), Diabetes mellitus, oder aufgrund von Eingriffen wie z. B. OP-Narben, radiologischen Bestrahlungen, Entfernung von Lymphknoten nach Tumorentfernung, Venenentnahme zur Bypass-OP. Beim sekundären Lymphödem gibt es verschiedene Therapieoptionen, die auf eine Verbesserung des Lymphrückflusses zielen und eine Umfangsverminderung der betroffenen Extremität bewirken sollen. Dies gelingt nur dann, wenn die Lymphflüssigkeit sich durch die Komplexe Entstauungstherapie noch aus dem Gewebe verdrängen lässt. Eine solche Umfangsvermehrung kann durch manuelle Lymphdrainage und Kompression nicht mehr rückgängig gemacht werden.

 

 

Konservative Therapie

Seit Jahrzehnten ist die manuelle Lymphdrainage die Basistherapie in der Lymphologie. Der Lymphtherapeut regt durch sanfte Streichungen der Haut die Fähigkeit der Lymphgefäße an, Flüssigkeit herzwärts zu transportieren und sie so aus der betroffenen Extremität wieder ins zirkulierende System des Blutkreislaufs zurückführen. Damit dieser Effekt erhalten bleibt, ist eine flachgestrickte Kompression der betroffenen Extremität notwendig. In der akuten Phase hilft die Bandagierung, bei chronischen Verläufen sind Kompressionsstrumpfe zu tragen.

Zur komplexen Entstauungstherapie zählen: Manuelle Lymphdrainage und Kompression - die  Behandlung erfordert eine sorgfältige Hautpflege, um Infekte zu vermeiden. 

In Ergänzung der komplexen Entstauungstherapie kann apparativ-intermittierende Kompression eingesetzt werden. Die Leistung des Apparates ersetzt die Arbeit des Physiotherapeuten jedoch nicht. Wir arbeiten hierfür eng mit unserem zertifizierten Gefäßzentrum Berlin Südwest, Klinik für Angiologie, unter  Leitung von Chefarzt Dr. med. Peter Klein-Weigel, zusammen.

 

Operative Verfahren

Operativ stehen in der modernen Lymphchirurgie mehrere meist mikrochirurgische Therapieoptionen zur Verfügung. In einzelnen Fällen kann beim sekundären Lymphödem auch eine Liposuktion zur Umfangsreduktion sinnvoll sein, für eine dauerhafte und umfassende Beschwerdebesserung sind die Verfahren der modernen Lymphchirurgie jedoch unverzichtbar. Durch die Naht mehrerer Lymphgefäße an oberflächliche Venen kann der Abfluss der Lymphe aus der schmerzhaft geschwollenen Körperregion verbessert werden. Es handelt sich um sogenannte Lymph-venöse Anastomosen.

 

Tranplantation von Gewebe

Darüber hinaus können körpereigene Lymphknoten aus einer gesunden Spenderregion wie beispielsweise der Leiste im Gewebeblock gehoben werden und im gestauten Abstromgebiet z.B. Axilla verpflanzt werden. Damit die Lymphknoten in der Empfängerregion einheilen, wird ihre eigene Blutversorgung mit einer Vene und Arterie an der Empfängerstelle mikrochirurgisch verbunden. Auf diese Weise können die verpflanzten Lymphknoten in der neuen Empfängerregion die Drainage übernehmen.

 

Neuere wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die transplantierten Lymphknoten über einen Pump- und Saugmechanismus zu einem verbesserten Lymphabfluss beitragen. Durch diesen sogenannten vaskularisierten Lymphknotentransfer kommt es zu einem Einsprossen von neuen ungeschädigten Lymph-Kapillaren in Gewebsareale, die oft durch Vor-Operationen und Bestrahlungen beeinträchtigt sind. Die entnommenen Lymphknoten-Pakete aus der Leistenregion stammen aus oberflächlichen Gewebsschichten und sind nicht für den Lymphabfluss der Beine verantwortlich. Es besteht somit kein Risiko, an der Entnahmestelle ein weiteres Lymphödem zu verursachen.

 

Spürbare Reduktion des Armumfangs verbessert Lebensqualität deutlich

Bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten kommt es mit diesem modernen mikrochirurgischen Verfahren zu einer messbaren Reduktion des Armumfangs. Bedeutsamer als die zahlenmäßige Umfangsverringerung ist jedoch die subjektive Beschwerdeverbesserung mit einem deutlichen Plus an Lebensqualität.

 

Hochmoderne Ausstattung und Experten mit fundierter Ausbildung und langjähriger Erfahrung

Es stehen hochmoderne mikrochirurgische Instrumente und Gerätschaften der neuesten Generation in unserer spezialisierten Abteilung zur Verfügung. Ihre Operateure haben eine sehr lange umfangreiche und fundierte Ausbildung in diesem Spezialfach  und konnten ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten an renommierten internationalen Kliniken vertiefen.

Das Lipödem ist eine fortschreitende Erkrankung, die durch eine atypische, symmetrische Verteilung von Fettgewebe bevorzugt an den Extremitäten gekennzeichnet ist und für die betroffenen Patienten eine große Belastung darstellt. Die mit der Krankheit einhergehenden Schwellungen infolge von Flüssigkeitseinlagerungen aus dem Gefäßsystem (Ödem) sind oft mit Schmerzen, Druckempfindlichkeit sowie der Neigung zu Hämatomen verbunden. Es liegt primär keine Schädigung des Lymphgefäßsystems vor, im weiteren klinischen Verlauf kann jedoch dieses durch die erhöhte Verletzlichkeit und Entzündungsanfälligkeit des Fettgewebes mitgeschädigt werden und somit die Ödembereitschaft erhöht werden.

 

Das Lipödem tritt fast ausschließlich bei Frauen auf und bevorzugt nach der Pubertät, nach einer Schwangerschaft oder im Klimakterium. Hormonelle Veränderungen (Östrogen abhängig) und Gewichtszunahme werden als Ursachen vermutet, ebenso eine genetische Prädisposition.

 

Häufig ist die Körpersilhouette der Patientinnen geprägt durch eine schlanke Taille, jedoch verdickte Oberschenkel, schmerzhafte Reiterhosen, Polster im Bereich der Oberschenkelinnenseiten, säulenartig geformte Beine bis zum oberen Sprunggelenk. Als Kontrast dagegen sind die Füße meist schlank, unauffällig, ohne prägnante Schwellung und ohne bedeutsame Fettablagerungen.

 

Das Lipödem als Fettverteilungsstörung an Beinen und Armen bei ansonsten häufig wohlproportioniertem Körperstamm ist für die Patientinnen oftmals körperlich und seelisch sehr belastend.

Das lipödematöse Fettgewebe produziert mehr Lymphflüssigkeit, welche durch die vorhandenen gesunden Lymphgefäße zunehmend schlechter abtransportiert wird. Ist der Abfluss deutlich überlastet, kommt es zur „Überschwemmung“ des Fettgewebes mit Lymphe, die Spannung in den verdickten Extremitäten nimmt zu. Schon eine leichte Berührung der Haut führt zu unangenehmen Druckschmerzen, geringes Anstoßen zu Blutergüssen. 

 

Oftmals haben die betroffenen Patienten bereits eine lange Leidensgeschichte mit zahllosen Diäten hinter sich. Leider kommt es meist nur zu einer Gewichtsabnahme am Körperstamm, nicht jedoch an Armen und Beinen. Dies ist ein weiteres typisches Anzeichen für die Erkrankung Lipödem.

 

Behandlung des Lipödems

Die konservative Therapie des Lipödems verbessert den Lymphfluss, ihr Ziel ist ausschließlich die Linderung des typischen und für die Patienten belastenden Druckschmerzes.

 

Hierfür bedient man sich der Manuellen Lymphdrainage (MLD), bei der durch die Hände des Physiotherapeuten der Lymphfluss aus dem Körpergewebe in die Lymphbahnen gelenkt wird. Diese Therapie beginnt meist in der Region der Schlüsselbeine, wird mit einer zentralen Entstauung am Körperstamm fortgesetzt und endet an den Extremitäten. Die Manuelle Lymphdrainage sollte bei Lipödemen mit einer Dauer von 60 Minuten bis zu 3x in der Woche durchgeführt werden. Ziel dieser Drainagebehandlung ist es, den Druckschmerz aus dem Fettgewebe der lipödematösen Arme und Beine zu nehmen. Eine Umfangsverbesserung oder gar Fettreduktion ist nicht zu erwarten.


Der Erfolg stellt sich nur dann ein, wenn der erneute Rückfluss aufgehalten wird. Deshalb müssen die Extremitäten mit Kompressionsstrümpfen an Armen und Beinen bekleidet werden. Eine flachgestrickte Kompressionsware muss individuell angepasst werden und ist bei diesem lymphologischen Krankheitsbild nicht zu umgehen, da die Fettmengen an den Extremitäten unförmig sind. Rundgestrickte Konfektionskompression ist in Sitz und Form unzureichend. Die Kompressionsbekleidung muss ganztägig dauerhaft getragen werden.

 

Das Lipödem ist eine angeborene Fettverteilungsstörung, die konservative Therapie muss lebenslang fortgeführt werden.

 

Operative Verfahren

Das Lipödem lässt sich schonend mittels Fettabsaugung behandeln.

Bei dieser Methode wird unter akribischer Schonung der Lymphgefässe durch Entfernung des Lipödems-Fetts das Gleichgewicht zwischen Lymphproduktion und Lymphabtransport wieder hergestellt. Die operative Fettentfernung (Liposuktion) ist beim Lipödem medizinisch indiziert.

 

Bei dieser Methode werden die Fettpolster mit einer lokal betäubenden Flüssigkeit aufgeweicht (Tumeszensanästhesie) und nach einer Einwirkphase mit speziellen Kanülen achsengerecht und lymphgefässchonend abgesaugt. Da die Wiederherstellung eines exzellenten Lymphflusses das Ziel dieser Operation ist, muss eine intensive lymphologische konservative Therapie in unmittelbarem Anschluß an den Eingriff für circa zwei Wochen erfolgen.

 

So kann der Lymphfluß in den Extremitäten ausbalanciert, die Schmerzen vermindert, der Fettmantel reduziert, die Form von Armen und Beinen verändert werden.

Eine dauerhafte komplexe Entstauungstherapie mit manueller Lymphdrainage und Kompressionsbekleidung ist nach dem Eingriff und der Nachbehandlung in der Regel nicht mehr notwendig.