MRSA & Co. – Infos für Patienten

Warum ist die Isolation so wichtig? Welche Screenings bieten wir an? Und was bedeutet die Abkürzung MRSA? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir auf dieser Seite.

HÄNDEDESINFEKTION

Die Händedesinfektion ist neben dem gezielten Antibiotikaeinsatz eine der effektivsten Maßnahmen zur Vermeidung von Krankenhausinfektionen. Bei der Versorgung von kranken, abwehrgeschwächten Menschen kommt es vor allem darauf an, dass die Anzahl an Keimen auf den Händen deutlich reduziert wird. Das gelingt nur mit einem alkoholhaltigen Desinfektionsmittel, Seife reicht hier nicht aus. Um richtig wirken zu können, müssen mindestens zwei Hübe aus dem Spender genommen und die Hände rundum rund 30 Sekunden eingerieben werden.

SCREENING

Bei allen Patienten wird bei Aufnahme ins Helios Klinikum Emil von Behring ein Risikoprofil erstellt. Wenn sich ein Risiko zeigt, dann testen wir auf den betreffenden Erreger, z.B. durch Abstriche von Nase, Rachen, Wunde, Stuhl und Urin.

ISOLIERUNG

Das nachfolgende mikrobiologische Laborergebnis entscheidet darüber, wie der Patient unterzubringen ist - zum Beispiel allein in einem Einzelzimmer (= Isolierung). Ziel ist es, den Patienten selbst zu schützen und andere nicht zu gefährden. Patienten mit demselben Erreger dürfen in einem Zimmer zusammenliegen (= Kohortenisolierung).

WAS BEDEUTEN DIE ABKÜRZUNGEN WIE MRSA, VRE UND CO.?

  1. MRSA-Erreger

    Der bekannteste Keim ist wohl der MRSA-Erreger. Dahinter verbirgt sich das Methicillin-resistente Staphylococcus aureus, ein Sammelbegriff für Staphylococcus-Stämme, die gegenüber Antibiotika resistent sind. Ein Großteil der Menschen tragen ihn bereits auf der Haut oder in der Nase, gefährlich wird er aber erst, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Leider ist dieser Keim sehr widerstandsfähig und kann monatelang infektiös bleiben.

  2. Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE)

    Ein weiterer bekannter Erreger sind die Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE). Diese Bakterien sind eigentlich Teli einer gesunden Darmflora und dort auch sehr nützlich. Gelangen Sie aber in eine Wunde, etwa nach einer Operation, können sie dort großen Schaden anrichten.

  3. 4MRGN-Bakterien

    Ein noch recht neues, aber zunehmendes Phänomen sind die sogenannten 4MRGN-Bakterien. Das sind Bakterienstämme, die gegen alle vier Antibiotikagruppen resistent sind. Die Behandlung dieser Erreger ist äußerst schwierig.

WAS TUN UNSERE MITARBEITER?

Für Mitarbeiter gehört die Händedesinfektion zur Basishygiene bei der Versorgung von Patienten im Krankenhaus. Richtig durchgeführt, greift sie bei allen infektionsrelevanten Erregern. Die Händedesinfektion erfolgt immer vor und nach jedem direkten Patientenkontakt. Weitere Notwendigkeiten ergeben sich aus den fünf Kriterien zur Desinfektion der World Health Organsation (WHO).

WAS KÖNNEN BESUCHER UND ANGEHÖRIGE TUN?

Die Händedesinfektion ist auch für Besucher und Angehörige eine wichtige Maßnahme zur Prävention. Vermeiden Sie jedoch Krankenhausbesuche, wenn Sie selbst akut erkrankt sind (z.B. grippaler Infekt, Durchfallerkrankung).

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Mitarbeiter auf der Station oder an die Krankenhaushygiene vor Ort. Auch alle übrigen Mitarbeiter im Haus stehen Ihnen für Erklärungen oder Antworten jederzeit zur Verfügung.

Priv.-Doz. Dr. med. Irit Nachtigall

Regionalleiterin für Hygiene
Priv.-Doz. Dr. med. Irit Nachtigall

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(033631) 7- 3221