Hauterkrankungen

Die empfindliche Kinderhaut braucht Schutz und bei Beschwerden schnell die richtige Behandlung

Die empfindliche Kinderhaut braucht Schutz und bei Beschwerden schnell die richtige Behandlung

Weich, zart und verletzlich - Kinderhaut muss anders versorgt werden als die von Erwachsenen

Welche Erkrankungen der Haut die Kinderärzte behandeln - wichtige Anzeichen, damit Eltern frühzeitig zu uns kommen

Wenn junge Kinder an typischen Hautstellen einen trocken-schuppigen, geröteten und hartnäckig juckenden Ausschlag entwickeln, sollten sie auf das Vorliegen einer atopischen Dermatitis untersucht werden. Dabei kommt es aufgrund einer gestörten Schutzfunktion der obersten Hautschicht und einer Überaktivität des Abwehrsystems zu einem chronischen Ekzem. Die Ursachen sind vielfältig und überwiegend genetisch bedingt, Nahrungsmittelallergien spielen bei etwa jedem dritten Kind eine Rolle. Da der quälende Juckreiz Konzentration und Schlaf stört und bakterielle Infektionen zu Narbenbildung führen können, sind eine frühe Diagnose und konsequente Behandlung entscheidend für die Entwicklung der betroffenen Kinder. In unserer Spezialambulanz bieten wir die Mitbeurteilung, Beratung und Allergietestung an und erstellen einen Plan zur individuellen Stufentherapie. Damit lassen sich praktisch alle Kinder auf einem niedrigen Symptomniveau stabilisieren und ihre Betreuungspersonen zum eigenverantwortlichen Management anleiten.

Umschriebene, oberflächliche und oft rasch flüchtige Hautschwellungen zusammen mit Juckreiz charakterisieren die Nesselsucht oder Urticaria. Sie tritt bei Kindern am häufigsten als harmlose und vorübergehende Begleitreaktion bei Infekten oder äußerlichen Reizen auf; seltener als Erscheinungsform einer allergischen Reaktion z.B. auf Nahrungsmittel. Eine Nesselsucht kann auch chronisch verlaufen mit anhaltenden oder schubartigen Beschwerden über mehr als 6 Wochen, dabei spielen Allergien nur selten eine Rolle. Als spezialisierte Kinderärzte werden wir nach Erhebung von Krankengeschichte und Hautbefund meist keine spezielle Testung veranlassen, aber Empfehlungen zu einer fast immer erfolgreichen Stufentherapie aussprechen.

Auch die gesunde Haut ist mit Bakterien besiedelt, diese können jedoch aufgrund der mechanischen Schutzfunktion der oberen Hautschicht und verschiedener Abwehrmechanismen nicht in die Tiefe eindringen und sich dort vermehren.

Wenn diese Mechanismen aufgrund einer chronischen Hauterkrankung wie Neurodermitis oder einer oberflächlichen Verletzung wie z.B. einem Insektenstich versagen, sind Hautinfektionen wie Impetigo oder Erysipel mit Rötung, Schwellung und Krustenbildung die Folge. Eine Sonderform stellen Infektionen mit Viren der Herpesgruppe dar, die eine Neurodermitis komplizieren oder zu den hoch ansteckenden Windpocken bzw. Gürtelrose führen können.

Wenn sich eine bakterielle Infektion als Phlegmone in tieferes Gewebe ausbreitet, kann dies insbesondere an kritischen Körperstellen wie Gesicht oder Händen zu Komplikationen führen. Die genaue Einordnung der Hautinfektion erfordert einen erfahrenen kinderärztlichen Blick, und häufig beginnen wir eine kombinierte Behandlung mit antiseptischen Umschlägen und Antibiotika-Infusionen in der Klinik. Je früher eine richtige Therapie eingeleitet wird, desto schneller heilt die Erkrankung wieder ab – in der Regel folgenlos.