Atemwegs- und Lungenerkrankungen

Ob akut oder chronisch

Ob akut oder chronisch

Im Lungenfunktionslabor führen die Kinderärzte Tests durch, um die Ursache für die Probleme beim Atmen zu finden.

Hier finden Sie einen Überblick über verschiedene Krankheiten, die in der Klinik therapiert werden

Ihr Kind hat häufig Husten, eine pfeifende Ausatmung oder ist kurzatmig und Sie fragen sich, ob es sich um ein Asthma bronchiale handeln könnte.

Manchmal macht eine solche Atemnot eine stationäre Aufnahme nötig.

Unter einem Asthma bronchiale versteht man eine anfallsweise auftretende Verengung der Atemwege. Ursache ist eine Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität) der Bronchien auf ganz unterschiedliche Reize.

Grundlage dieser Überempfindlichkeit ist eine chronische Entzündung in den Bronchien. Hinweise für ein Asthma sind eine erschwerte Ausatmung mit pfeifendem Geräusch, Kurzatmigkeit, Engegefühl und Husten. Häufig sind diese Symptome bei körperlicher Anstrengung stärker.

Das Asthma bronchiale ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Eine konsequente Behandlung ist wichtig, um Langzeitschäden an der Lunge zu verhindern.

Bei Betreuung Ihres Kindes unter dem Verdacht eines Asthmaanfalles werden wir neben der Therapie zeitgleich nach Auslösefaktoren suchen. Häufig spielen hier Allergien z.B. auf Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare eine Rolle, aber auch Infektionen können vor allem bei kleineren Kindern Auslöser sein. Insbesondere bei Kindern bis zum dritten Geburtstag diagnostizieren wir häufiger eine obstruktive Bronchitis, obwohl die Symptome einem Asthmaanfall gleichen. Auch Umweltfaktoren wie Tabakrauch können die Bronchien reizen. Für die Diagnostik steht uns ein modernes Allergielabor zur Verfügung. Ab dem Vorschulalter werden wir neben dem Allergietest in unklaren Situationen eine Lungenfunktionsuntersuchung durchführen. Manchmal ist ein Belastungstest, ein Röntgenbild der Lunge oder ein Schweißtest zum Ausschluss einer Mukoviszidose bei Ihrem Kind erforderlich.

Grundlage für eine erfolgreiche Asthmatherapie ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Arzt, Patient und Familie. Für die Therapie stehen uns heute zahlreich moderne, hochwirksame Medikamente zur Verfügung. Die meisten Asthma-Medikamente werden durch Inhalation verabreicht, je nach Schweregrad nach einem Stufenplan. Der Erfolg einer Inhalationsbehandlung hängt von der regelmäßigen und korrekten Anwendung ab. In gemeinsamen Gesprächen werden wir Ihnen erklären, wie diese angewendet werden und wirken, dabei ist es wichtig, Ihnen insbesondere die Angst vor der Anwendung von kortisonähnlichen Wirkstofffen zu nehmen. Zu unserem Team gehören spezialisierte Kinderpneumologen, die alle Ihre Fragen zu diesem Thema gerne beantworten.

Relativ häufig kommt es vor allem bei Kleinkindern zu einer sogenannten spastischen Bronchitis. Im Rahmen von meist virusbedingten Infekten kommt es zur Verengung der Bronchien durch Schleimhautschwellung und vermehrtes Sekret. Als Eltern bemerken Sie neben dem Husten die erschwerte Ausatmung, die deutlich betont sein kann gegenüber der Einatmung und manchmal mit einem hörbaren Pfeifen einhergeht. Oft geht  dieser Infekt auch mit einer eingeschränkten Trinkleistung und Nahrungsaufnahme einher. Bei einer derartigen Beeinträchtigung sollten Sie auf jeden Fall den Rat eines Kinderarztes einholen.

In unserer Klinik behandeln wir vor allem die  Kinder, die zusätzlich hohes Fieber haben, nicht mehr trinken wollen, oder bei denen die Entzündung der Bronchialschleimhaut auch zu einer unzureichenden Sauerstoffversorgung führt.  Wichtig ist, dass Sie dabei Ihr Kind beruhigen, um die Angst bei Atemnot nicht zu verstärken.

Zur Linderung der Symptomatik stehen Inhalationen, die der Verkrampfung der  Muskulatur entgegenwirken, zur Verfügung. Unterstützende Maßnahmen, wie die Gabe von Flüssigkeit über eine Vene oder  die Verabreichung von Sauerstoff über einen kleinen Schlauch in der Nase, können notwendig werden. Meist ist die Gabe eines Antibiotikums nicht erforderlich. Falls Ihr Kind gehäuft an einer obstruktiven Bronchitis erkrankt, werden wir Sie  ausführlich beraten, ob andere Untersuchungen (z.B. Röntgen der Lunge, Allergietest, Schweißtest zum Ausschluß einer Mukoviszidose) erforderlich sind.

Als Mutter oder Vater sind Sie in großer Sorge, wenn der Arzt bei Ihrem Kind eine Lungenentzündung diagnostiziert. Seien sie unbesorgt, nur sehr selten ist diese Erkrankung heute noch lebensbedrohlich, denn die Behandlungsmöglichkeiten sind sehr gut.

Manchmal reicht ein Arztbesuch aus, um die Diagnose einer Lungenentzündung zu stellen, aber nicht immer kann diese auf Anhieb erkannt werden.

Wenn  die Nase läuft, Husten und Fieber bestehen, sieht es zunächst oft nach einem harmlosen Infekt aus. Bei anhaltendem Husten und Fieber über mehrere Tage und einer schnellen und angestrengten Atmung muss an eine Lungenentzündung gedacht werden, aber auch bei atemabhängigen Schmerzen und wenn nach einer Besserung  Ihr Kind bei einem Infekt rasch wieder kranker erscheint.

Durch die angestrengte Atmung ist oft auch die Trinkleistung ungenügend und der Appetit deutlich eingeschränkt. Bei typischen Symptomen ist ein Röntgenbild nur erforderlich, wenn Komplikationen zu befürchten sind. Die Ursache dieser Erkrankung kann unterschiedlich sein, so dass wir in unserer Klinik zunächst ausführlich über Vorerkrankungen und bisherige Impfungen Ihres Kindes sprechen und dann weitere Untersuchungen veranlassen.

Dazu gehört in der Regel auch eine Blutuntersuchung. Eine antibiotische Therapie ist nicht immer notwendig, ist aber unverzichtbar, wenn wir den Hinweis auf Bakterien als Ursache haben. Mit einem Abstrich aus dem Rachen ihres Kindes haben wir die Möglichkeit, verschiedene Viren, die häufig Auslöser einer Lungenentzündung sind, zu untersuchen. Eine dritte Form der Lungenentzündung wird durch sogenannte atypische Erreger, wie z. B. Mykoplasmen ausgelöst, hierfür stehen spezielle Antibiotika zur Therapie zur Verfügung. Da die Lunge für die Aufnahme von Sauerstoff verantwortlich ist, kann eine Entzündung diese  Funktion so beeinträchtigen, dass  die zusätzliche Gabe von Sauerstoff über einen kleinen Schlauch in der Nase Ihres Kindes erforderlich sein kann. Meist ist dies nur anfänglich störend, schnell hat sich Ihr Kind daran gewöhnt und fühlt sich besser. Die Entlassung aus der Klinik ist dann erst möglich, wenn die Lunge wieder den Gasaustausch uneingeschränkt übernimmt. Nicht jede Lungenentzündung ist gleich. Falls Ihr Kind stationär betreut werden muss, werden wir Ihnen und Ihrem Kind die Zusammenhänge und alle notwendigen Maßnahmen ausführlich erklären. Bei Kindern im ersten Lebensjahr kommen in den Wintermonaten gehäuft Infektionen durch sogenannte RS-Viren vor.

In Mitteleuropa ist etwa eins von 4.000 Neugeborenen von Mukoviszidose betroffen, einer genetischen Erkrankung mit Auswirkungen vor allem auf Atemwege und Verdauungssystem.

Bei verdächtigen Beschwerden wie z.B. chronischer Bronchitis, chronischem Durchfall, Untergewicht, unklarer Lebererkrankung, Salzmangel-Schock oder Darmverschluss in den ersten Lebenstagen kann die Diagnose mittels Schweißtest und ggfs. Gentest gestellt werden.

Seit September 2016 gehört ein Suchtest auf Mukoviszidose zum allgemeinen Neugeborenen-Screening in Deutschland, bei auffälligen Ergebnissen werden die Säuglinge dann in einer spezialisierten Einrichtung zum Schweißtest vorgestellt.

 

Diese diagnostischen Möglichkeiten stehen in unserer Klinik zur Verfügung, wir arbeiten nach gemeinsamen Standards und in enger Abstimmung mit anderen Behandlungszentren im Arbeitskreis Mukoviszidose Berlin-Brandenburg und dem Landesverband des Mukoviszidose e.V.

Unsere Klinik ist zur ambulanten Behandlung von Mukoviszidose-Patienten  zugelassen, darüber hinaus betreuen wir auf unserer Station regelmäßig Patienten unterschiedlicher Altersgruppen mit akuten Gesundheitsproblemen.

Ein Team aus spezialisierten Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeutin, Diätassistentin und Psychologin arbeitet dabei eng zusammen, um den medizinischen, psychosozialen und familiären Bedürfnissen der von einer komplexen chronischen Krankheit Betroffenen gerecht zu werden.

Die Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit. Das bedeutet, dass ein Krankheitserreger von außen in den Körper eindringt und diesen schädigt. Der Körper antwortet hierauf in der Regel mit einer Abwehrreaktion. In der Umgangssprache nennt man das Eindringen von Krankheitserregern in den Körper auch Ansteckung.

Die Spezialisten der Kinderklinik haben gemeinsam mit dem Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose e.V. die  Informationsbroschüre "Was man über Tuberkulose wissen sollte" erarbeitet und darin unter dem Titel "Tuberkulose im Kinderalter" ein eigenes Kapitel dazu veröffentlicht.

 

DZK - Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose e.V.
Walterhöferstr. 11, Haus Q, 14165 Berlin

Kontakt und Beratungstelefon:Telefon: 30 81 49 09 22, E-Mail

Eine Besonderheit der Kinder- und Jugendmedizin ist die Erkennung und Behandlung angeborener Fehlbildungen oder Entwicklungsstörungen.

In der Kinderpneumologie haben wir am häufigsten mit dem Leitsymptom „Stridor“ zu tun, einem auffälligen Atem-Nebengeräusch bei jungen Kindern. Diesem kann eine Kollapsneigung des noch weichen, knorpeligen Kehlkopfes zu Grunde liegen, die meist von selbst ausreift.

Ernstere Probleme sind Verwachsungen, Zysten oder Blutschwämmchen im Bereich der Stimmbänder oder eine Einengung der Luftröhre - , daher wird zur Abklärung meist eine Spiegelung unter Narkose vorgenommen.

Andere Fehlbildungen betreffen den Aufbau des Bronchialsystems oder die Verbindungen zwischen Bronchien, Lungenbläschen und Blutgefäßen in der Lunge. Bei gehäuften Atemwegsinfekten oder chronischem Husten sollten Kinder auf das Vorliegen von angeborenen Abwehrschwäche-Erkrankungen, Mukoviszidose oder einer Anlagestörung der Flimmerhärchen auf der Schleimhaut, der sogenannten „primären Ziliendyskinesie“, untersucht werden.

Auch Anomalien von Herz- und Kreislaufsystem können zu Atemproblemen oder häufigen Infektionen führen. Zur Untersuchung und Behandlung von Kindern mit angeborenen respiratorischen Erkrankungen sind nicht nur viel Erfahrung nötig, sondern auch eine enge und gute Zusammenarbeit zwischen spezialisierten Kinderärzten, Chirurgen, Anästhesisten und Radiologen. Diese praktizieren wir in der Lungenklinik Heckeshorn auf hohem Niveau.

Bei manchen Kindern und Jugendlichen mit Husten oder Atemnot-Attacken lassen sich in der medizinischen Abklärung keine organischen Ursachen finden, und die unter dem Verdacht auf Asthma oder Bronchitis begonnene medikamentöse Therapie bleibt erfolglos.

In dieser Situation liegt wahrscheinlich eine nicht-organische, „somatoforme“ Atemstörung vor, die einer anderen Behandlung z.B. mit atemtherapeutischen Übungen oder psychologischer Unterstützung bedarf. Für die richtige Weichenstellung und die professionelle Kommunikation mit Patienten und Angehörigen ist die Kenntnis der typischen Krankheitsformen und diagnostischen Kriterien von herausragender Bedeutung. Dies gehört zu den wichtigen Aufgaben von Kinderpneumologen, die regelmäßig mit entsprechenden Patienten und Problemen konfrontiert werden.

In unserer Spezialambulanz oder bei einem Aufenthalt auf der Kinderstation können wichtige Befunde erhoben, organische Erkrankungen ausgeschlossen und entsprechende Empfehlungen gegeben werden.