Größe und Lage bestimmen Therapie

Örtlich begrenzte Erweiterung einer Schlagader (Arterie)

Örtlich begrenzte Erweiterung einer Schlagader (Arterie)

Grundsätzlich kann an jeder Arterie ein Aneurysma entstehen, am häufigsten jedoch im Bereich der Hauptschlagader, der Bauchaorta.

Das Aortenaneurysma – eine symptomlose Veränderung der Bauchschlagader, die zum Tode führen kann

Das Aneurysma bleibt meist lange wegen mangelnder Beschwerden unerkannt. Das ist umso bedenklicher, denn der Durchmesser der erkrankten Bauchschlagader kann sich im Laufe der Zeit erheblich vergrößern. Das erhöht die Spannung in der Gefäßwand - das vergrößert das Risiko, dass die Gefäßwand einreißt. Je nach Lage des Aneurysmas kann es zu einer erheblichen inneren Blutung kommen, die Lebensgefahr auslösen kann.

 

Ursachen für ein Aneurysma können beispielsweise sein:

  • angeborene oder erworbene Veränderungen an der Wand der Arterie
  • Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen oder Gefäßverkalkung erhöhen die Wahrscheinlichkeit, ein Aneurysma zu bekommen
  • Bindegewebsschwäche
  • Herz- oder andere Gefäßerkrankungen

 

 

Regelmäßig kontrollieren oder operieren

Ab einer bestimmten Größe des Aneurysmas sollte operiert werden. Wann genau und ob regelmäßige Kontrollen mittels einer Ultraschalluntersuchung zunächst reichen, das erläutern die Gefäßspezialisten in einem persönlichen Gespräch.

Als Anhaltspunkt gilt: vorsorglicher Eingriff bei fünf bis 5.5 Zentimeter Größe Durchmesser bei Männern, bei Frauen bereits bei einer Größe von 4,5 bis fünf Zentimeter, da die Gefahr eines Risses hier höher ist.

 

Operationstechniken - offen und per Spezialkatheter

  • nach Entfernung des geweiteten Gefäßteils im Rahmen einer offen geführten Operation wird eine Kunststoffprothese eingesetzt
  • alternativ kann die Prothese mittels eines Katheters durch die Leistenarterie geschoben werden und entfaltet sich in dem Aneurysma - Folge: das Blut fließt weiter, ohne sich krankhaft in der Aussackung zu sammeln

 

 

Das zertifizierte Gefäßzentrum bietet für diese Erkrankung eine spezielle Sprechstunde - Aneurysmasprechstunde.

 

 

Im Bereich der Schlagadern, insbesondere der Bauchschlagader, kann es zu einer blasenähnlichen Vergrößerung, dem Bauchaortenaneurysma, kommen.

Wenn eine bestimmte Größe überschritten ist, können solche Aneurysmen unbehandelt zum Tode führen. 80 Prozent aller Bauchaortenaneurysmen befinden sich unterhalb der Nierenarterien.

Häufig sind männliche Patienten davon betroffen, Risikofaktoren – wie familiäre Vorbelastung, hoher Blutdruck, Fettstoffwechselstörung, Diabetes mellitus, Nikotinabusus – begünstigen die Entstehung eines Aneurysmas und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass das Aneurysma reißt. 

Ist das Aneurysma besonders groß, kann ein erstes Symptom der chronische oder zunehmende  Rückenschmerz sein. Vergrößert sich das Aneurysma, spürt der Patient oft keine Symptome, häufig wird es zufällig entdeckt.

Deshalb  besteht seit 1. Januar 2017 die Möglichkeit, eine Ultraschalluntersuchung zur Kontrolle beim Hausarzt durchführen zu lassen.

Liegt der Verdacht auf ein Aneurysma der Bauchschlagader vor, so ist es erforderlich, mittels einer Computertomographie oder Magnetresonanztomographie die exakte Ausdehnung des Aneurysmas zu bestimmen und eine individuelle Therapie zu planen. Neben dem Aneurysma der Bauchschlagader ist es erforderlich, auch in anderen Körpereregionen Aneurysmen der Schlagadern zu diagnostizieren oder auszuschließen.

Die Therapie ist nötig, wenn der Querdurchmesser eine Größe von mindestens 5 Zentimeter überschritten hat. In diesem Fall muss dem Patienten die Behandlung empfohlen werden, da mit zunehmendem Größenwachstum die Möglichkeit der Zerreißung (Ruptur) um ein Vielfaches steigt und die Behandlung in der Phase der Ruptur in 60 Prozent der Fälle mit dem Tod einhergeht.

Die gefäßchirurgischen Möglichkeiten der Behandlung eines Aneurysmas bestehen zuerst in der Behandlung der Risikofaktoren, die von Fach- und Hausärzten überprüft werden müssen.

 

 

Zur Entfernung des Aneurysmas und somit zur Vermeidung einer möglichen Ruptur/akuten Blutung gibt es das offen-rekonstruktive Verfahren mit  Einsatz einer Kunststoffprothese als Schlagaderersatz.

Diese Methode hat eine hohe Erfolgqoute, Folgeeingriffe sind selten. Der Nachteil ist, dass sie mit einer extremen Belastung der Herzleistung wie auch mit großen Zugängen, großen Bauchschnitten und möglichen langwierigen Erholungsphasen verbunden sind.

 

Die Gefäßspezialisten im zertifizierten Gefäßzentrum Berlin Südwest nutzen endovaskuläre Operationsverfahren, bei denen sie eine ummantelte Metallstütze (Aorten-Stentprothese) einbringen -  das ist das derzeit am häufigsten durchgeführte Verfahren. Hierbei wird über kleine Punktionen (auch als Knopflochchirurgie bezeichnet) der Leistenschlagadern mittels Kathetern die Stent-Prothese so eingefügt, dass sie innerhalb des Bauchschlagaderverlaufes zu liegen kommt und das Schlagaderblut ausschließlich durch diese Stent-Prothese läuft. Somit ist eine eventuelle Ruptur ausgeschlossen.

Ist das  Aneurysma sehr lang über viele Bereiche der Bauch- und Brustschlagader ausgedehnt, dann wird eine individuell angefertigte Stentprothese eingesetzt, die für jeden Patienten entsprechend konfiguriert ist.

 

 

Lebenslang Kontrollen und Medikamente

Erforderlich für den Behandlungerfolg  ist eine kontinuierliche lebenslange Nachkontrolle mittels einer Computertomographie oder speziellen Ultraschallverfahren. Risikofaktoren müssen lebenslang wie bei der Schaufensterkrankheit medikamentös behandelt werden.