„…ich bin stolz auf mein Team.“

Was Maria Wunderlich über ihre tägliche Arbeit als Stationsleitung der Geriatrie berichtet, erfahren Sie hier:

Gibt es Erfahrungen, die Dich im Job stark geprägt haben?

Es ist für mich enorm ehrenvoll, Menschen zu begleiten. Letztens ist die Tochter einer im Sterben liegenden Patienten in meine Arme gefallen und wie haben zusammen geweint. Solche Momente gehen mir sehr ans Herz und es ist eine Ehre für mich mit in den Raum zu gehen, dieses Vertrauen zu bekommen und die Patienten in ihren letzten Lebensmomenten zu begleiten. Diese Momente bestärken mich und mein Team in unserer Arbeit. Wir arbeiten alle zusammen - ich bin stolz auf mein Team.

Maria, warum hast Du Dich für den Pflegeberuf entschieden?

Grundlegend war für mich, dass ich von klein auf meine Oma bei mir hatte und sie versorgt habe. Ich hatte dann ein Schlüsselereignis: Meine Oma hat mich aufgrund ihrer Demenz nicht mehr erkannt und mich für eine Krankenschwester gehalten. Das konnte mir keiner erklären und war für mich so eine Art Schockmoment, der mich letztendlich zum Pflegeberuf und in den Fachbereich Geriatrie brachte. Ich wollte Strukturen verändern und möchte die Angehörigen gerne abholen. Das ist hier bei uns auf der Geriatrie auch so ein Gesamtkonzept. Das Krankheitsbild Demenz ist faszinierend. Man weiß nie, was kommt. Man muss immer ehrlich gegenüber den Patienten sein, sie erkennen jede Stimmung. In der Arbeit mit Demenzpatienten gibt es immer Überraschungsmomente, jeden Tag nehme ich etwas Tolles mit und bekomme eine Wärme zurück.

Was begeistert Dich besonders an der Arbeit mit den Patienten?

Ich möchte an dieser Stelle nicht von Wertschätzung und Dankbarkeit reden, weil da müsste ich es mit einer Erwartung hinterlegen. Pflege ist nicht messbar und es gibt keine richtige Definition für die Arbeit, manchmal sitzt man einfach nur da und legt eine Hand auf die Wange und das ist in diesem Moment das Größte, dass Du für jemand anderes machen kannst. Das ist was alle hält in diesem Beruf. Man muss das Herz haben, wenn das Herz nicht am rechten Fleck ist, dann geht das nicht und das ist auch immer was wir kommunizieren.