„Ich habe mein Herz an die Kinderchirurgie verloren.“

Angela arbeitet seit 40 Jahren am Standort Berlin-Buch auf der Kinderchirurgie. Im Interview berichtet sie über ihre Berufswahl und ihre Arbeit bei Helios.

Warum haben Sie sich für den Pflegeberuf entschieden

Der Pflegeberuf ist nicht mein Wunschberuf gewesen. Eigentlich wollte ich Unterstufenlehrerin werden, bin aber durch die Stimmprüfung gefallen, das heißt, dass ich nicht laut genug reden konnte. Büroarbeit war klar, mache ich nicht und wir konnten früher so eine Ferienarbeit machen. Da bin ich dann im Krankenhaus gelandet. Dann war ich erst auf einer Augenstation und im zweiten Einsatz auf der Kinderchirurgie in Berlin-Buch. Mir hat das so gut gefallen, dass ich meine Bewerbung zur Krankenschwester habe umschreiben lassen auf Kinderkrankenschwester. Ich habe 1979 angefangen zu lernen und habe mein Herz an die Kinderchirurgie verloren.

Fühlen Sie sich denn wohl hier im Haus?

Ja, im Haus fühle ich mich wohl. Ich habe auch kein Bedarf zu wechseln, in andere Häuser. Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn viele Stationen durchlaufen und habe nicht nur den kinderchirurgischen Bereich kennengelernt, sondern auch viele andere Bereiche. Zum Beispiel habe ich auch mal die Kardiologie pflegerisch geleitet, die Pädiatrie und die NEO-ITS - natürlich immer mit der Option in meine Kinderchirurgie zurückgehen.

Sie sind jetzt Zentrumleitung, wie ist es dazu gekommen?

Ich hatte eine Stationsleitung, die mich sehr gefördert hat und zwar schon von Anfang an, auch schon als Ferienhilfe. Sie hat alles darangesetzt, dass ich auch in die Kinderchirurgie komme und mich auch für die Leitungsposition motiviert. Sie war zwar sehr streng, hatte aber sehr viel System. So hat sie mich auch ermutigt noch eine Qualifizierung zur Fachschwester für Intensivmedizin zu machen.
Und dann eben auch im Leitungsbereich. Ich war schon sehr früh stellvertretende Stationsleitung.

Wie kann ich mir das als Zentrumleitung vorstellen, sind sie da überwiegend am Schreibtisch?

Ja, also Zentrumleitung hat sehr viel mit Organisation zu tun. Ich nehme mir jedoch raus, am Patienten auch weiterhin zu arbeiten. Ich arbeite einmal im Monat ein Wochenende im Spätdienst, am Patienten. Mit Absicht im Spätdienst, da ich im Frühdienst sonst wieder von den Ärzten als Stationsleitung gesehen werde, im Spätdienst nicht. Ich mache das, da ich die Erfüllung noch haben möchte, am Patienten zu arbeiten. Ich nehme zwar alle Patienten auf, also ich habe zu allen Patienten Kontakt und für die Eltern bin ich auch Ansprechpartner, aber ich möchte direkt am Patienten, mit dem Patienten arbeiten.

Fühlen Sie sich von den kleinen Patienten bzw. deren Eltern wertgeschätzt? Bekommen Sie gutes Feedback?

Also von den kleinen Patienten fühlt man sich sehr wertgeschätzt. Ich kann beispielsweise die kleinen Patienten trösten und wenn dann die Tränen weg sind, ist das schon eine Form von Wertschätzung. Auch wenn Patienten auf mich zukommen und mich erkennen und sagen sie waren schon mal hier, dann freue ich mich sehr, dass ich wiedererkannt werde. Wenn auch die Eltern zufrieden sind, mit dem was wir hier leisten und das auch widerspiegeln, z.B., wenn sie sagen, falls wieder etwas sein sollte, kommen wir gerne wieder auf ihre Station - dann ist das das größte Kompliment, was man bekommen kann.