Wie Familie und Freunde Krebspatienten unterstützen können
Corona, Krebs und Angehörige

Wie Familie und Freunde Krebspatienten unterstützen können

Berlin

Eine Krebsdiagnose bedeutet nicht nur für den Erkrankten selbst eine große psychische Belastung, sondern auch für alle Angehörigen. Das wird durch die aktuelle Corona-Pandemie nochmals verschärft.

10 Punkte für Ihre Sicherheit

10 Punkte für Ihre Sicherheit

Sicher im Krankenhaus – trotz Corona-Pandemie. Helios hat ein 10 Punkte Sicherheitskonzept entworfen, dessen Maßnahmen Erkrankte, Besucher und Mitarbeiter vor Corona schützen. Mit dem Sicherheitskonzept gestalten wir Ihren Aufenthalt im Krankenhaus so sicher wie möglich: Beginnend mit einem individuellen Risikocheck über die strikte Trennung von Infizierten und Nicht-Infizierten bis hin zu kurzen Krankenhausaufenthalten und Videosprechstunden.

Doch wie können Angehörige von Krebspatienten ihre Liebsten vor Corona schützen und sie während der angespannten Lage unterstützen? Unsere Expertinnen Sabine Höhne, Zentrumsmanagerin für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin im Helios Klinikum Berlin-Buch, und Aicha Meziane, Qualitätsmanagementbeauftragte des Viszeralonkologischen Zentrums im Helios Park-Klinikum Leipzig, geben Antworten.

Ansteckungsgefahr geringhalten

Krebspatientinnen und Krebspatienten zählen zur Risikogruppe von Covid-19. Da das Immunsystem während und nach einer Krebstherapie häufig geschwächt ist, sollten Angehörige auf den direkten Kontakt zu Krebserkrankten während der Corona-Krise so gut es geht verzichten.

Auch wenn die persönliche Nähe zu Menschen mit Krebs vermieden werden sollte, ist es dennoch wichtig, den Kontakt mit Angehörigen und Freunden auf allen Wegen aufrecht zu erhalten.

Aicha Meziane, Qualitätsmanagementbeauftragte des Viszeralonkologischen Zentrums im Helios Park-Klinikum Leipzig

Ein offener Umgang mit der Krebserkrankung sowie ehrliche Gespräche zwischen dem Erkrankten, Familie und Freunden können dazu beitragen, die Situation besser zu bewältigen. "Regelmäßige Telefonate oder Videoanrufe können dabei sehr helfen", erklärt Meziane.

Das können Angehörige tun

Kinder schreiben Briefe für Isolierte | Foto: Adobe

Menschen, die an Krebs erkrankt sind, brauchen die Hilfe ihrer Mitmenschen – das gilt besonders in Zeiten von Corona. "Familie und Freunde können beispielweise Einkäufe und Besorgungen erledigen. Wer sich dieser Verantwortung annimmt, muss allerdings unbedingt die empfohlenen Verhaltens- und Hygieneregeln beachten, um nicht zusätzlich eine Ansteckungsgefahr für den krebskranken Patienten darzustellen", empfiehlt Meziane. Eine weitere schöne Art der Aufmerksamkeit: nette Briefe oder kreative Pakete.

Akzeptanz statt Ablehnung – gemeinsam durch die Krise

Vielen Krebspatientinnen und Krebspatienten fällt es schwer, Abstand von ihren Liebsten zu halten.

Eine Ablehnung der aktuellen Lebenssituation stellt eine Phase der Verhaltensreaktionen krebskranker Patienten dar. So können die Erkrankten die schwierige Lebenssituation und lebensverändernde Erkrankung besser bewältigen.

Aicha Meziane, Qualitätsmanagementbeauftragte des Viszeralonkologischen Zentrums im Helios Park-Klinikum Leipzig

Angehörige sollten den Krebserkrankten deshalb Zeit lassen, um die Situation zu verarbeiten und anzunehmen. Sobald die Betroffenen konstruktiv über die aktuelle Situation sprechen möchten, können Familie und Freunde Wege und Kompromisse vorschlagen, die die Zeit in der Isolation so angenehm wie möglich machen.

Hilfe für Angehörige

Nicht selten stoßen Angehörige von Krebspatienten an ihre psychischen und physischen Grenzen - vor allem in Zeiten von Corona. Deshalb ist es wichtig, den Kontakt zu allen Ansprechpartnern auch während der Pandemie aufrecht zu erhalten. Bei Fragen oder Bedenken zum Gesundheitszustand des Erkrankten können Angehörige jederzeit die behandelnden Onkologen und Hämatologen telefonisch kontaktieren. Die Gesundheits-und Krankenpfleger, das medizinische Fachpersonal und die Ärztinnen und Ärzte können dann eine Einschätzung darüber geben, ob ein Arztbesuch notwendig ist. Außerdem stehen Erkrankten und Angehörigen die Helios Patientenlotsen zur Verfügung.

Phone

Unsere Patientenlotsen sind an Ihrer Seite. Sie beraten Sie bei all Ihren Fragen zu Ihrer Krebserkrankung. Rufen Sie uns kostenfrei an.

0800 633 4946

Digitale und telefonische Hilfsangebote

Im Helios Klinikum Berlin-Buch bieten wir unseren Patientinnen und Patienten telefonische Sprechstunden oder Videokonferenzen mit dem Arzt an. Rezepte oder andere wichtige Utensilien schicken wir per Post nach Hause.

Sabine Höhne, Zentrumsmanagerin für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin im Helios Klinikum Berlin-Buch

Bei akuten Beschwerden muss der Patient allerdings unbedingt persönlich den behandelnden Arzt aufsuchen. Das medizinische Fachpersonal hält zu jeder Zeit die Abstands- und Hygienevorschriften ein, sodass auch ein persönliches Erscheinen in einer Praxis oder Klinik ohne Bedenken möglich ist.

Beratung über Video-Telefonie | Foto: Adobe

Auch viele psychologische Hilfsangebote bieten aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation telefonische Beratungen an. Sabine Höhne rät: "Für das Wohlergehen und die Genesung eines Krebspatienten spielt die psychische Verfassung eine tragende Rolle. Deshalb ist es wichtig, auch während der Corona-Pandemie den Kontakt zu Psychologen und Selbsthilfegruppen aufrecht zu halten - das gilt auch für die Angehörigen."

Patientenlotsen bei Helios

Wenn Erkrankte oder Angehörige nicht auf einen Termin bei einem Arzt warten möchten und erste Anliegen, Sorgen und Fragen besprechen möchten, können sie sich telefonisch an die Helios Patientenlotsen wenden. Diese stehen allen Betroffenen auch während der Corona-Krise für Fragen rund um ihre Krebserkrankung zur Seite. Die Patientenlotsen geben erste Informationen sowie eine Orientierung innerhalb des Helios Netzwerkes Krebsmedizin und helfen Erkranken und Angehörigen dabei, die für ihre Diagnostik und Therapie geeignetste, wohnortnahe Klinik zu finden.

location

Palliativstationen in Zeiten von Corona

Obwohl in machen Kliniken noch ein Besuchsverbot herrscht, gibt es auf Palliativstationen Einzelfallausnahmen – beispielsweise, wenn eine Patientin oder ein Patient im Sterben liegt. Sabine Höhne erklärt: "Auf unserer Palliativstation im Helios Klinikum Berlin-Buch gibt es nur Einzelzimmer, sodass die Ansteckungsgefahr für andere Patienten geringer ist. Besucher auf der Station sind angehalten, im Zimmer des Patienten zu verweilen und einen Mundnasenschutz zu tragen." Bei allen Entscheidungsprozessen wird die Patientin oder der Patient sowie das gesamte Team einbezogen. Weitere Informationen zu den aktuellen Besuchsregelungen, finden Sie auf der Internetseite der gewünschten Klinik.

Unsere Standorte im Überblick: Jetzt informieren!

doctor

Krebs-Expertise bei Helios

Zu unserem Netzwerk gehören insgesamt 131 von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) geprüfte und zertifizierte Zentren an deutschlandweit 22 Standorten. In unseren 118 Organkrebszentren versorgen speziell trainierte Teams aus Ärzten und Pflegefachkräften häufige Krebserkrankungen wie etwa Brust- oder Darmkrebs. Unsere acht viszeral-onkologischen und sieben Onkologischen Zentren sind zudem auf die Behandlung von seltenen Krankheitsbildern wie etwa Sarkomen (Weichteiltumoren) oder Schilddrüsenkrebs spezialisiert.

Das sollten Krebspatienten in Zeiten von Corona wissen

Priv-Doz. Dr. Ulrich Halm ist Ärztlicher Direktor im Helios Park-Klinikum Leipzig und beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Thema Corona und Krebs.

Dieser Artikel gibt den derzeitigen Wissensstand des zuletzt aktualisierten Datums wieder. Er wird regelmäßig nach den neuesten wissenschaftlichen und medizinischen Kenntnissen aktualisiert.