Von der Diagnostik bis zur Therapie: Besonderheiten der Radionuklidtherapie-Station im Helios Klinikum Berlin-Buch
Behandlung mit radioaktiven Substanzen

Von der Diagnostik bis zur Therapie: Besonderheiten der Radionuklidtherapie-Station im Helios Klinikum Berlin-Buch

Berlin

Die Mitarbeiter der Nuklearmedizin im Helios Klinikum Berlin-Buch untersuchen und behandeln jährlich mehr als 1.500 Patienten. Spezielle Diagnostik und Therapie mit radioaktiven Stoffen wird häufig schonender als manch operatives Verfahren eingestuft. Die Erfolgschancen sind sehr hoch. Um die Umwelt, andere Patienten und das Pflegepersonal nicht zu gefährden, gelten auf der Radionuklidtherapie-Station zudem einige besondere Sicherheitsvorkehrungen.

Modern und sicher: die Radionuklidtherapie-Station im historischen Ludwig-Hoffmann-Bau

Um Schilddrüsenerkrankungen zu behandeln, werden radioaktive Substanzen bereits seit mehr als 60 Jahren verwendet. Im Haus 209 des aufwändig rekonstruierten historischen Ludwig-Hoffmann-Baus auf dem Bucher Klinikgelände betreuen Ärzte und Pflegepersonal Tumorpatienten, Patienten mit Schilddrüsen- sowie Lebererkrankungen oder Prostata-Karzinomen.
Die Behandlung mit radioaktivem Jod-131 erfolgt immer stationär. „Den Patienten wird einmalig eine Kapsel mit Jod-131 verabreicht. Dann bleiben sie erst einmal zwei bis drei Stunden auf ihren Zimmern. Danach können sie sich auf der Station frei bewegen. Wir haben einen Aufenthaltsraum, in dem Getränke und ein Heimtrainer bereitstehen“, erklärt Krankenschwester Sylvia, die die Betroffenen während ihres meist mehrtägigen Aufenthalts auf der Station gemeinsam mit ihren Kolleginnen betreut. Sie ist bereits seit 21 Jahren Teil des Pflegeteams und erzählt: „Bei jedem unserer Patienten messen wir täglich die noch vorhandene Strahlenaktivität im Körper.“ Erst wenn diese eine bestimmte Grenze unterschritten hat, können die Patienten die Station wieder verlassen. Schutzkleidung trägt das Pflegepersonal jedoch nicht. „Wir halten einen gewissen räumlichen Abstand zu unseren Patienten“, berichtet Krankenschwester Thekla. Die meisten sind nicht pflegebedürftig oder bettlägerig und können sich auf ihren Zimmern oder im Aufenthaltsraum eigenständig fortbewegen.

Fachgerechte Entsorgung: strahlenfreies Abwasser dank moderner Abklinganlage

Um Bevölkerung und Umwelt vor radioaktiver Strahlung zu schützen, sind Wände und Zimmertüren auf der Radionuklidtherapie-Station mit Bleieinlagen verstärkt. Ebenso werden die Radionuklide in der Luft und im Abwasser durch spezielle Verfahren gefiltert oder gesammelt und entsorgt. Die Luft wird mittels eines Aktivkohlefilters gereinigt, das täglich entstehende Abwasser in einer unterirdischen Abklinganlage aufgefangen. Dort ist es so lange eingelagert, bis die vorhandene Aktivität unter den vom Gesetzgeber festgelegten Grenzwert abgeklungen ist und das Abwasser bedenkenlos in die Kanalisation abfließen kann. „Die Ausscheidungen unserer Patienten sind während der Therapie radioaktiv kontaminiert, da nur ein geringer Teil des radioaktiven Jods in die Schilddrüse geht“, weiß Medizinphysiker Jürgen Schnorr, „Was der Körper nicht braucht, scheidet er wieder aus. Deshalb sind alle Toiletten, Duschen und Waschbecken an die Abklinganlage angeschlossen, die Radioaktivität sammelt und diese nicht in die Umwelt gelangt.“ Unter anderem betreut und bewacht er die Abklinganlage und erklärt: „Wir sammeln das Abwasser in sechs großen Behältern, die jeweils ein Fassungsvermögen von 40 Kubikmetern haben.“ Jod-131 hat eine Halbwertzeit von acht Tagen. Dann weist das Abwasser noch die Hälfte der Aktivität auf. Gelagert wird es in der unterirdischen Anlage auf dem Klinikgelände in Buch bis zu neun Monaten. „Jede Strahlung, die man vermeiden kann, sollte man auch vermeiden“, findet Schnorr, „Es ist uns wichtig, das Risiko so gering wie möglich zu halten und Menschen vor einer zu hohen Strahleneinwirkung zu schützen.“ Eine wichtige Aufgabe, die Ärzten und Physikern des speziellen Behandlungsbereiches bereits seit 55 Jahren Tag für Tag erfolgreich gelingt und die Radionuklidtherapie im Helios Klinikum Berlin-Buch zu einer zuverlässigen und sicheren Behandlungsmethode macht.

Krebs-Infotag am 09. November

Am Samstag, 09. November sprechen Spezialisten von 9 bis 15 Uhr im Helios Klinikum Berlin-Buch in Seminaren mit Interessierten über moderne Krebsmedizin. Der TV-Mediziner Dr. Carsten Lekutat moderiert eine Expertenrunde zur fachübergreifenden Krebsbehandlung. Interessierte können sich über die Website anmelden, aber auch spontane Teilnehmer sind willkommen: www.helios-gesundheit.de/krebs-weiter-leben

Julia Talman

Junior Marketing Managerin
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