Sarkome: Erfolge im Kampf gegen seltene Krebsart
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Sarkome: Erfolge im Kampf gegen seltene Krebsart

Berlin

Die Seltenheit und Vielseitigkeit von Sarkomen sind eine besondere Herausforderung an Diagnostik und Therapie. Durch Früherkennung und zentralisierte Behandlung kann immer häufiger auf eine Amputation verzichtet werden. Das Sarkomzentrum Berlin-Brandenburg an unserem Klinikum ist deutschlandweit eines der größten Zentren.

In Deutschland werden etwa 3.500 Sarkom-Neuerkrankungen pro Jahr registriert. In 70 Prozent der Fälle treten sie an Armen und Beinen auf. Die Ursachen sind bis auf wenige Ausnahmen unbekannt. Manchmal sind Knochen eines Beins betroffen, andere Patienten leiden unter bösartigen Wucherungen im Weichgewebe. Diese Vielseitigkeit fordert neben der Seltenheit besondere Kenntnisse bei der Diagnostik und Behandlung. Das Heilen von Patienten mit Weichgewebesarkomen, die am häufigsten in der zweiten Lebenshälfte auftreten, erfordert frühes Erkennen und zentralisierte Behandlung.

Erstes Symptom ist meist eine Schwellung der betroffenen Körperregion, die an Größe zunimmt, aber anfangs oft keine Beschwerden macht. Zeichen wie Ermüdung, Schwäche und Fieber fehlen in aller Regel. Blutwerte zeigen keinen krankhaften Befund.

„Wenn Sie eine Schwellung unklarer Ursache an Ihrem Körper bemerken, sollten Sie Ihren Orthopäden oder Hausarzt aufsuchen“

, empfiehlt Priv.-Doz. Dr. Per-Ulf Tunn, Chefarzt der Tumororthopädie und Leiter des Sarkomzentrums im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Ultraschall oder MRT können Klarheit schaffen. „Besteht der Verdacht auf einen bösartigen Weichgewebe- oder Knochentumor, bieten wir eine zeitnahe Vorstellung in unserem Zentrum“, so Tunn. „Nach der Diagnose erfolgt für jeden Patienten eine interdisziplinäre Diskussion in unserer Tumorkonferenz. Dann geben wir eine individuelle, leitliniengerechte Behandlungsempfehlung“, erläutert Tunn das Vorgehen. Die frühestmögliche Entfernung des Tumors mit dem Ziel, Funktion von Arm und Bein zu erhalten, steht im Vordergrund.

Die Heilungschancen erhöhen sich, wenn der Tumor vor der Operation bereits behandelt wird. Neben der Strahlentherapie kann das die isolierte Chemotherapie des betroffenen Armes oder Beines sein. In 80 Prozent der Fälle können sie erhalten werden. Die Prognose beim Weichgewebesarkom verbessert sich um etwa zehn Prozent durch Kombination von einer systemischen Chemotherapie mit einer Überwärmungsbehandlung der Tumorregion.

Bei anschließender Operation werden im Bucher Klinikum alle innovativen Rekonstruktionstechniken mit dem Ziel des Funktionserhalts vorgehalten. „Nach Abschluss der Behandlung begleiten wir unsere Patienten in der regelmäßigen Nachkontrolle“, führt Per-Ulf Tunn weiter aus.

Seit 2008 ist das Sarkomzentrum Berlin-Brandenburg als erstes „Interdisziplinäres Zentrum für Knochentumoren“ in Deutschland anerkannt. In den letzten 15 Jahren wurden mehr als 2.000 Patienten, die an diesen seltenen Tumorentitäten erkrankten, behandelt. Derzeit befindet es sich außerdem im Zertifizierungsprozess durch die Deutsche Krebsgesellschaft. Priv.-Doz. Dr. Per-Ulf Tunn und sein Team arbeiten fachübergreifend mit Spezialisten aus dem Helios Klinikum Emil von Behring und dem Helios Klinikum Bad Saarow zusammen. Damit bündelt das Zentrum jahrzehntelange Erfahrungen und Kompetenz. Jede Woche findet eine Interdisziplinäre Sarkomkonferenz statt. Spezialisten aus Orthopädischer und Chirurgischer Onkologie, Thoraxchirurgie, Gewebediagnostik, Radiologie und  Strahlentherapie prüfen hier individuelle Behandlungsmöglichkeiten von betroffenen Patienten.

Krebs-Infotag am 22. September

An unserem Krebs-Infotag sprechen Spezialisten von 9 bis 15 Uhr in Patienten-Seminaren mit Interessierten über moderne Krebsmedizin. TV-Mediziner Dr. Carsten Lekutat moderiert eine Expertenrunde zur fachübergreifenden Krebsbehandlung. Den Impulsvortrag zum Thema Naturheilverfahren hält Prof. Dr. Andreas Michalsen. Interessierte können sich über die Website anmelden, aber auch spontane Teilnehmer sind willkommen.

Pressekontakt

Julia Talman

Junior Marketing Managerin
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