Mit Video-Dolmetschen Sprachbarrieren überwinden

Mit Video-Dolmetschen Sprachbarrieren überwinden

Berlin

Notfallsituationen erfordern schnelles, bis in alle Details abgestimmtes Handeln. Wichtige Fragen zu Vorerkrankungen, Details zur Diagnosestellung und möglichen Therapieoptionen sind schwer vermittelbar, wenn nicht beide – Patient und Arzt – die gleiche Sprache sprechen. Vor vier Jahren führte das Helios Klinikum Berlin-Buch Video-Dolmetschen ein. Hat es sich etabliert? Drei Fragen zum Thema beantworten Chefarzt Prof. Dr. Christian Wrede und Stationsleiterin Susanne Richter:

Für nicht-deutschsprachige Patienten ist es oft schwer, sich bei einer Notfallbehandlung im Krankenhaus zu verständigen. Migranten und Touristen aus dem Ausland können den behandelnden Ärzten oder dem Pflegepersonal ihre Anliegen mitunter nur sehr eingeschränkt vermitteln. Wie können Sie helfen?

Prof. Christian Wrede:

Als erste Klinik in Berlin-Brandenburg haben wir vor genau vier Jahren das „Video- Dolmetschen“ eingeführt, um besser kommunizieren zu können, die Sicherheit für unsere Patienten und auch für unser Team zu erhöhen. Die Videodolmetscher unterstützen Patienten, Ärzte und Pflegekräfte in mehr als 15 verschiedenen Sprachen und einer Vielzahl von besonderen Dialekten.

Susanne Richter:

Unsere Patienten haben so die Möglichkeit, ihr Anliegen und ihre gesundheitlichen Probleme besser zu erklären. Die Mediziner können mittels Dolmetscher Fragen stellen, über Diagnosen, Abläufe und mögliche Therapien optimal informieren.

Wie oft wird im Notfallzentrum Video-Dolmetschen genutzt?

Susanne Richter:

In den ersten Jahren waren es vor allem Migranten aus Syrien und Afghanistan. In der letzten Zeit sind es hauptsächlich ausländische Touristen, die das Angebot nutzen. Derzeit sind wir zwei- bis dreimal Mal pro Woche dabei.

Prof. Wrede:

Wir haben von Beginn an erfahren, wie überrascht und dankbar Patienten sind, wenn sie sich mitteilen können und von uns verstanden fühlen. Das hat die Kommunikation sehr erleichtert und sicher auch manchen Behandlungsprozess optimiert.

Was ist das Besondere am Video-Dolmetschen für Sie?

Susanne Richter:

Weltweit stehen uns fast 500 Dolmetscher mit akademischem Abschluss zur Verfügung. Sie können bei Bedarf innerhalb von 120 Sekunden online zugeschaltet werden. Auch andere Fachbereiche bei uns im Helios Klinikum Berlin-Buch nutzen inzwischen das Video-Dolmetschen.

Prof. Wrede:

Die schnelle Einsatzmöglichkeit des Video-Dolmetschens erlaubt uns eine fast unmittelbare Verständigung. Im Notfall kann jede gewonnene Minute wertvoll sein, um Leben zu retten. Es ist ein wichtiges Patientenrecht, im persönlichen Arzt-Patienten-Gespräch verständliche Informationen über die Diagnose und Behandlung zu erhalten.

Pressekontakt

Julia Talman

Marketing Managerin
Julia Talman

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