Kinder sind Zukunft

Kinder sind Zukunft

Berlin

Für Dr. med. Antje Hoffmann ist an ihrem Arbeitsplatz seit Wochen vieles anders. Sie ist Leiterin des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) und der Kinderschutzambulanz im Helios Klinikum Berlin-Buch. In ihrem 29-jährigen Berufsleben als Ärztin hat sie Hunderten Kindern, Jugendlichen und Eltern geholfen. Wie erlebt sie mit ihrem Team die Corona-Krise?

„Eltern machen sich derzeit mehr Sorgen um die Gesundheit der Familie und besonders um ihre Kinder. Viele fühlten sich von einem Tag auf den anderen durch das Social Distancing mit geschlossenen Kindergärten und Schulen, ohne Hortbetreuung, Sport- und Spielplätze, ohne Freunde und Verwandte, aber mit Homeoffice, Homeschooling und Ganztagsbetreuung samt aller Organisation alleine gelassen“

, berichtet Dr. Hoffmann.

Hinzu kommt, dass gerade für Kinder mit Entwicklungsstörungen und Behinderungen Schutzzonen, Therapien, professionelle Hilfen und Anleitungen wegfielen, weil auch entsprechende Betreuungseinrichtungen schließen mussten.

Nicht so die Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) als ambulante Einrichtung in Krankenhäusern. Das Team um Dr. Hoffmann im SPZ vom Helios Klinikum Berlin-Buch war und ist ein „Leuchtturm“ für viele Betroffene. Sie sagt: „Wir merken, dass vor allem Familien mit behinderten oder von Behinderung bedrohten Kindern derzeit mehr Kontakt brauchen. Sie suchen nach individueller Beratung, denn es gab und gibt viele Ängste vor dem Unbekannten – vor allem davor, sich selbst, die Familie oder andere anzustecken“.

Auch die Informationsflut in den Medien verunsichert, das Filtern nach wirklich wichtigen Nachrichten ist nicht immer einfach. Diese Unsicherheit überträgt sich auf das Familienleben und besonders auf Kinder. Für viele Mütter und Väter war und ist es eine völlig neue Herausforderung im Familienleben, über einen so langen Zeitraum aufs Engste zusammen zu sein und auf Betreuungshilfe von außen verzichten zu müssen. Gute Ideen waren im SPZ-Team gefragt, um innerhalb kürzester Zeit praktikable Lösungen für Betroffene zu suchen und damit Eltern und Kinder möglichst kurzfristig und dauerhaft zu unterstützen - auch ohne persönlichen Besuch im SPZ, den viele vor allem in der ersten Phase der Corona-Pandemie ablehnten. „Eltern nehmen unsere telefonischen Beratungsmöglichkeiten und Videosprechstunden gerne und dankbar an,“ berichtet Dr. Hoffmann über ihre Erfahrungen.

Es gibt vor Ort-Termine, wenn Eltern und Kind infektfrei sind, mit Mund-Nasen-Schutz ins SPZ kommen und notwendige Abstände einhalten. Nicht alles kann am Telefon oder per Video geklärt werden. Die Interaktion und spontane Reaktion der Kinder zu sehen ist für die weitere Therapieplanung sehr wichtig. Auch physiotherapeutische Behandlungen für die kleinsten Patienten wie z.B. Frühchen sind möglich. „Für eine positive Entwicklung werden diese von den Schutzbedürftigsten in unserer Gesellschaft dringend, regelmäßig und oft über einen langen Zeitraum benötigt“, sagt Dr. Hoffmann und ergänzt: „Die Idee zur Mitmachaktion hatten wir, weil uns viele Eltern und Kinder derzeit voller Stolz selbstgenähte MNS-Masken zeigen. Da ist so viel Kreativität zu spüren.“ Und so geht´s:  

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Aufruf zur Mitmachaktion samt Gewinnspiel

„Wer hat das schönste Kinder-Motiv für den derzeit so wichtigen Mund-NasenSchutz? Wir rufen alle Kinder von 6 bis 10 Jahren auf, uns bis zum 14. Juni das Foto einer eigenen Zeichnung auf Facebook oder Instagram zu posten“, sagt Dr. med. Antje Hoffmann. „Anschließend können die Follower abstimmen, welches für sie das schönste Motiv ist. Das Siegermotiv werden wir als „echte“ Maske produzieren lassen. Außerdem haben alle Teilnehmer Gewinnspiel-Chancen.“ Das Team ist sehr gespannt, freut sich auf viele Posts und wünscht allen Kindern einen freundlichen Internationalen Kindertag am 1. Juni. 

Gut zu wissen:

Ziel der Sozialpädiatrischen Zentren ist es, durch eine frühe und mehrdimensionale Diagnostik Entwicklungsprobleme und Ursachen herauszufinden. Gemeinsam mit Eltern und/oder Betreuern wird ein Weg der Förderung und einer verbesserten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben vereinbart. Das Team von Fachspezialisten mit Ärzten, Psychologen, Therapeuten u.a. arbeitet mit niedergelassenen Kinderärzten, wohnortnahen sozialen Diensten, Kindereinrichtungen und anderen Institutionen eng zusammen. Es koordiniert alle notwendigen Hilfen.